Krabbelgruppe & Co: Wie viel Abwechslung braucht ein Kind?

Krabbelgruppe & Co: Wie viel Abwechslung braucht ein Kind?

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Ob Babytreff, Krabbel- oder Spielgruppe - schon für die Jüngsten gibt es vielfältige Angebote. Für Eltern kann es allerdings verwirrend sein, sich da zurechtzufinden. Manche sind auch verunsichert: Braucht denn ein Baby schon Spielkameraden?

Sollen sie mit ihrem Kleinkind auch dann in eine Gruppe gehen, wenn es Geschwister hat? Wie groß darf die Gruppe sein?

Die folgenden Tipps helfen Ihnen bei der Entscheidung und Auswahl:

Babys mögen Babys, Kinder brauchen Kinder

Tatsächlich sind schon die Kleinsten neugierig auf Ihresgleichen. Sie nehmen Kontakt zueinander auf und lernen sich mit der Zeit immer besser kennen. Miteinander spielen können Babys im ersten Lebensjahr zwar noch nicht. Aber sie haben dennoch Spaß am Zusammensein - vorausgesetzt, Mama oder Papa sind in der Nähe. Denn die sind vorerst allemal wichtiger als Gleichaltrige. Klein- und Kindergartenkinder brauchen dagegen auf alle Fälle Spielkameraden. Mit denen können Sie sich auf gleicher Ebene verständigen. So lernen sie nicht nur soziale Spielregeln wie teilen, streiten oder abwechseln. Sie schauen sich dabei auch so manche Fertigkeit von ihren Mitspielern ab, werden ein wenig selbständiger und unabhängiger.

Bitte nicht zu viel Aufregung

Sie können ausprobieren, was Ihrem Baby gefällt. Aber Sie müssen sich nicht mit ihm in Aktivitäten stürzen. Ihr Kleines ist nicht benachteiligt, falls Sie keine Krabbelgruppe besuchen. Oder Babyschwimmen Ihnen nicht liegt. Was Sie auf alle Fälle vermeiden sollten, ist ein vollgestopfter Wochenplan. Babys, Klein- und Kindergartenkinder vertragen keine Hektik. Sie brauchen Zeit zum ungestörten Spielen, Träumen, Kuscheln und mögen es gar nicht, wenn sie ständig aus ihrer Beschäftigung gerissen werden. Zu viele Aktivitäten führen auch nicht zu mehr Anregungen, sondern nur zu Reizüberflutung. Kinder werden dann quengelig und unruhig.

Ihr Kind sollte den Ton angeben

Was Spaß macht, ist auch Typsache. Das gilt für Sie ebenso, wie für Ihren Nachwuchs. Kinder sind von Geburt an unterschiedlich. Die einen sind aktiv und temperamentvoll, können gar nicht genug Abwechslung haben. Sie kommen gut mit neuen Gesichtern klar und schließen schnell Kontakt. Andere Kinder sind dagegen zurückhaltend, nehmen lieber eine Beobachterrolle ein und werden mit Neuem nur allmählich warm. Zu viel Trubel überfordert sie. Diese persönlichkeitsbedingten Unterschiede sollten sie berücksichtigen.

Übrigens: Auch gesellige Menschen können zurückhaltende Kinder haben - und umgekehrt. Möglicherweise müssen Sie mal über Ihren Schatten springen, um Ihrem Kind gerecht zu werden.

Nur unter Geschwistern - das hat auch Nachteile

Natürlich haben Geschwisterkinder den Vorteil, dass immer einer zum Spielen da ist. Sie haben Vorbilder, an denen sie sich orientieren können, Verbündete gegen die Eltern. Aber in der Regel gibt es auch eine feste Rollenverteilung und eine sture Rangfolge. Wer zum Beispiel das Sagen hat, wer immer Ärger macht oder wer das Nesthäkchen ist, solche Dinge sind meist fix. Und die Zeit allein mit Mama oder Papa ist knapp. Daher kann eine Mutter- oder Vater-Kind-Gruppe auch für Geschwisterkinder sinnvoll sein. Hier können sie mal in eine andere Rolle schlüpfen. Oder bei Mama bzw. Papa die erste Geige spielen, ohne die Aufmerksamkeit der Eltern mit den Geschwistern teilen zu müssen.

Ein kleiner Kreis bringt mehr

Das gilt für private Einladungen zum Spielen ebenso wie für Krabbel- oder Spieltreffs. In den ersten Lebensjahren genügt es völlig, jeweils nur ein, höchstens zwei Kinder zum Spielen einzuladen. Dann haben Sie auch weniger Stress, denn Sie können die Kleinen ja noch nicht sich selbst überlassen. Eine Gruppe für Babys und Kleinkinder sollte nicht viel größer sein als maximal sechs Kinder. Mit den jeweiligen Müttern oder Vätern sind das dann bereits zwölf Personen pro Treffen - genügend Trubel.

Nicht zuletzt gilt: Mütter brauchen soziale Kontakte

Ein Baby bekommt in der familiären Umgebung meist alle nötigen Anregungen. Sie selbst jedoch vermutlich nicht: Sehr viele Mütter haben irgendwann das Gefühl, dass ihnen daheim die Decke auf den Kopf fällt. Regelmäßige Treffen mit anderen Müttern und deren Kindern sind da eine ideale Möglichkeit rauszukommen und neue Kontakte zu knüpfen. Häufig entwickeln sich auf diese Weise Freundschaften. Sie können ein Netz gegenseitiger Unterstützung knüpfen. Wenn Sie erst einmal ein paar andere Mütter kennen, findet sich auch leichter ein Babysitter, falls Sie mal einen wichtigen Termin haben.

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