Hyposen­sibilisierung - am besten im Herbst anfangen

Hyposensibilisierung - am besten im Herbst anfangen

© fotolia, Gennadiy Poznyakov

Langsam können die Heuschnupfen-Nasen wieder durchatmen. Ein paar vereinzelte Spätblüher fliegen noch, aber spätestens ab Anfang Oktober ist der Pollenspuk für dieses Jahr dann vorbei.

Zeit zum Aufatmen - und Zeit, um an eine Hyposen­sibilisierung zu denken.

Warum Hyposensibilisierung?

Im Schnitt ist heutzutage jedes dritte Kind von irgendeiner Art von Allergie betroffen, jedes sechste reagiert auf blühende Bäume, Büsche oder Gräser allergisch. "Heuschnupfen" ist also schon lange keine Randerscheinung mehr, sondern ist zur regelrechten Volkskrankheit geworden. Obwohl es inzwischen viele wirksame Mittel gegen die Symptome - Schnupfen, brennende und tränende Augen, Bindehautentzündung, Atemnot, Müdigkeit, etc. - gibt, haben sie alle eines gemeinsam: Sie helfen nur gegen die Begleiterscheinungen, aber nicht gegen die Ursache. Die Allergie bleibt bestehen und kann mit der Zeit nicht nur noch unangenehmer, sondern auch gefährlich werden. Etwa 20% der Heuschnupfen-Geplagten bekommen im Lauf der Zeit ein allergisch bedingtes Asthma bronchiale. Die einzige Möglichkeit, den Heuschnupfen zu heilen und damit auch ein allergisches Asthma zu verhindern, ist eine Hyposensibilisierung.

Was passiert dabei?

Eine Hyposensibilisierung ist im Prinzip eine Art Immunimpfung. Dabei werden dem Allergiker über längere Zeit hinweg winzig kleine Mengen des Allergie-auslösenden Stoffes gespritzt. Die Dosis ist dabei so gering, dass der Körper nicht mit dem typischen allergischen Verhalten reagiert, sondern sich im Laufe der Zeit ganz langsam daran gewöhnen kann. Kleine Heuschnupfen-Patienten bekommen dabei einmal im Monat eine Injektion mit ihrem persönlichen Allergie-Auslöser in den Oberarm. Obwohl die meisten Kinder Spritzen natürlich nicht so gern haben, lassen sie sich meistens überzeugen, wenn man ihnen genau erklärt, dass die brennenden Augen und der Dauerschnupfen damit bald ein für alle Mal erledigt sind. Wenn Kinder gar keine Spritze akzeptieren wollen, gibt es auch die Möglichkeit, die Lösung in den Mund unter die Zunge zu geben (sublingual). Die Methode "Spritze in den Arm" hat sich aber deutlich besser bewährt und sollte deshalb vorgezogen werden.

Vorher ein Allergietest

Jeder Allergiker hat sein ganz persönliches Allergiemuster. Um wirklich den richtigen Stoff zu erwischen - häufig sind es ja auch mehrere -, muss deshalb unbedingt vor Beginn der Hyposensibilisierung ein Allergietest durchgeführt werden. Bei einem sogenannten "Pricktest" wird ein kleiner Tropfen der verschiedenen Auslöser auf den Arm gegeben und dann die Haut ganz leicht eingeritzt. Der Test dauert etwa 30 Minuten und tut nicht weh, sondern piekt nur etwas. Es gibt auch die Möglichkeit, Allergien anhand einer Blutprobe auszutesten.

Warum jetzt?

Im Herbst sind die meisten Heuschnupfen-Patienten einigermaßen "allergiefrei". Deshalb ist jetzt ein geeigneter Zeitpunkt für einen Allergie-Test. Außerdem dauert es noch ein paar Monate, bis die ersten Frühblüher-Pollen wieder zu fliegen beginnen, so dass die Hyposensibilisierung bis dahin eventuell schon erste Ergebnisse zeigen kann.

Für wen ist eine Hyposensibilisierung geeignet?

Eine Immunisierung hilft am besten, wenn die Allergie noch nicht so lange vorliegt, und ist deshalb gerade bei Kindern besonders wirksam. Wenn man frühzeitig beginnt, liegen bei Ihnen die Heilungschancen bei fast 90 Prozent! Die Behandlung dauert normalerweise etwa drei Jahre und wird ab einem Alter von fünf Jahren empfohlen. Die Hyposensibilisierung hilft aber nicht nur bei Heuschnupfen, sondern kann auch bei einer Allergie auf TierhaareHausstaubmilben oder Insektengifte angewendet werden. Gerade bei allergischen Reaktionen auf Insektenstiche sind die Heilungschancen sehr gut.

Wer übernimmt die Kosten?

Allergietest und Hyposensibilisierung führt Ihr Kinderarzt oder ein darauf spezialisierter Kollege durch. Die Kosten für die gesamte Behandlung werden von den Krankenkassen übernommen.

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