Hohes Fieber - ein Symptom und kein Grund für Panik

Hohes Fieber - ein Symptom und kein Grund für Panik

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Das Telefon klingelt: Guten Tag! Hier ist Frau Werner von der Kinderkrippe. Ihre Tochter hat Fieber und fühlt sich nicht gut. Könnten Sie die Kleine bitte abholen? Einige Stunden später ist das Fieber bereits auf über 39°C gestiegen. Doch was fehlt dem Kind?

Keine Schnupfennase, kein Husten, keine Ohrenschmerzen! Plötzlich auftretendes Fieber kann verschiedenste Ursachen haben. Es ist in den meisten Fällen einfach ein wichtiger Teil der Abwehrreaktion des Organismus gegen jede Art von Krankheitserregern. Fieber ist also erst einmal ein - oftmals frühes - Anzeichen, dass der Körper gegen eine Krankheit kämpft und damit eine sehr sinnvolle Reaktion.

Wie entsteht Fieber?

Fieber ist eine Reaktion des Körpers auf Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze. Das Temperaturzentrum im Gehirn steuert die Wärmeregulation des Körpers. Fieber entsteht, weil der Körper den Sollwert der Körpertemperatur (normalerweise 37°C) nach oben verstellt. Die Körpertemperatur steigt an, wenn die Nervenzellen im Temperaturzentrum gereizt werden.

Auch körperfremde Substanzen können Fieber auslösen. Bestimmte Bestandteile von Bakterien können beispielsweise zu Fieber führen. Die natürlichen Abwehrprozesse des Körpers beschleunigen sich dadurch.

Die erhöhte Körpertemperatur ist auch an sich nicht gefährlich. Ausnahmen gibt es natürlich, beispielsweise wenn bei Kindern das Fieber sehr schnell ansteigt und zu Fieberkrämpfen führt. Wenn ein Kind also zu Fieberkrämpfen neigt, sollte Fieber besser rechtzeitig gesenkt werden. Ansonsten schützt sich der Körper vor Schäden durch die hohe Temperatur mit so genannten Hitzeschockproteinen. Diese werden bei Fieber gebildet und regen die Immunantwort an.

Fieber senken: wann und wie?

Fieber ist eine gute und wichtige Reaktion des Körpers und sollte nicht grundsätzlich gesenkt werden. Solange das Kind nicht merklich leidet, sollte es ruhig fiebern dürfen. Ab einer Körpertemperatur von über 40°C sollte das Fieber auf jeden Fall gesenkt werden, darunter sollten Sie sich am Zustand Ihres Kindes orientieren. Manche Kinder leiden bereits bei 39°C sehr und sollten Erleichterung bekommen. Andere hüpfen bei 39,7°C immer noch herum. Dann sollte man das Fieber auch nicht senken. Fieber senken bedeutet nicht, dass die Körpertemperatur auf 37°C sinken muss. Vielmehr soll ein Zustand erreicht werden, der für das Kind gut erträglich ist.

Um die Körpertemperatur zu senken gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manche Kinder sind dankbar über einen kühlen Waschlappen auf der Stirn. Sind Waden und Füße heiß, bieten sich Wadenwickel an. Dabei werden die Waden des Kindes mit feuchten, lauwarmen Tüchern umwickelt. Die Wickel sollten nicht kalt sein, einige Grad unterhalb der Körpertemperatur sind optimal. Bis das Fieber sinkt, kann jedoch einige Zeit vergehen.

Kalte Füße und Beine - keine Wadenwickel

Viele Kinder haben bei Fieber auch kalte Füßchen und Beine. Dann dürfen keine Wadenwickel gemacht werden. In diesem Fall, oder wenn eine schnelle Senkung notwendig ist, können fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol zum Einsatz kommen. Je nach Alter und Akzeptanz des Kindes werden Zäpfchen oder Fiebersaft verwendet. Die Dosierung erfolgt abhängig vom Gewicht; die angegebene Höchstdosis darf nicht überschritten werden.

Mit fiebernden Babys und Kleinkindern sollten Sie immer den Kinderarzt aufsuchen. Er kann feststellen, ob ein bakterieller Infekt zu Grunde liegt, der mit einem Antibiotikum behandelt
werden muss.

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