Heuschnupfen - dieses Jahr besonders schlimm!

Heuschnupfen - dieses Jahr besonders schlimm!

© fotolia, Anatoliy Samara

Kleine und große Pollenallergiker werden jetzt wieder unter den Pollen leiden müssen. Selbst wenn die Sonne noch nicht häufig scheint und es auch noch nicht richtig nach Frühling ausschaut, können Allergiker schon auf herumfliegende Blüten- oder Gräserpollen reagieren. 

Es sind bereits die Pollen der Frühblüher Hasel und Erle unterwegs. Viele kleine Heuschnupfen-Patienten laufen deshalb jetzt schon mit Triefnase und dicken Augen durch die Gegend. Hinzu kommen im April noch die ziemlich aggressiven Birkenpollen. Alles in allem harte Zeiten für kleine geplagte Heuschnupfen-Nasen!

Woran erkennt man Heuschnupfen?

Einige Kinder haben jetzt im beginnenden Frühjahr die typischen Winter-Erkältungskrankheiten noch gar nicht richtig überstanden. Eltern merken deshalb oft nicht, dass Ihr Kind unter einer Allergie statt unter einer normalen Erkältung leidet. Selbst wenn es auf den ersten Blick nicht immer ganz leicht zu unterscheiden ist, diese Hinweise deuten auf einen allergisch bedingten Schnupfen hin:

  • heller Fließschnupfen und/oder verstopfte Nase (Grünlich-gelblicher Nasenausfluss deutet hingegen eher auf eine Erkältung hin.)
  • heftige Nies-Attacken und Juckreiz oder Kribbeln in der Nase
  • gerötete, tränenden und juckende Augen, die manchmal sogar richtig dick anschwellen. Viele Kinder haben auch nur allergische Bindehautentzündung und gar keinen Schnupfen.
  • Oft fühlen sich die Kinder müde und abgeschlagen, sind lustlos und können sich schlecht konzentrieren.
  • Ist der Schnupfen bei anhaltendem Regenwetter deutlich besser als bei Sonnenschein? Auch das spricht für Heuschnupfen.

Wenn Sie diese Anzeichen jetzt im Frühjahr bei Ihrem Kind bemerken, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt sprechen. Der kann dann einen Allergietest durchführen.

Was hilft gegen Heuschnupfen-Attacken?

Gegen die akuten Beschwerden helfen sogenannte "Antihistaminika". Für Kinder gibt es sie je nach Alter als Saft, Tropfen oder Tabletten. Sie blockieren über die Blutbahn die Ausschüttung des Botenstoffes Histamin, der die unangenehme Entzündungsreaktion in Gang setzt. Leider machen diese Mittel meist etwas müde, deshalb gibt man sie am besten abends. Gegen Kaninchenaugen und Triefnase helfen Nasen- und Augentropfen mit Antihistaminika, die direkt an den betroffenen Schleimhäuten ihre Wirkung entfalten. Wenn über längere Zeit behandelt werden muss, ist ein Nasenspray mit Cortison sehr hilfreich. Es gilt inzwischen als Mittel der 1. Wahl. Nachdem es nur lokal angewendet wird, sind dabei keine Nebenwirkungen zu befürchten. Mit diesen Mitteln lässt sich die leidige Heuschnupfenzeit meist einigermaßen überstehen. Allerdings unterdrücken sie nur die Symptome - heilen kann man den Heuschnupfen damit leider nicht! Um eine Allergie langfristig in den Griff zu bekommen, hilft nur eine Hyposensibilisierung, die allerdings besser im Herbst in der beschwerdefreien Zeit begonnen werden sollte. Falls Ihr Kind sehr unter dem Heuschnupfen leidet, sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Kinderarzt über diese Möglichkeit sprechen, da sich aus einer unbehandelten Allergie auf Dauer oft ein Asthma bronchiale entwickeln kann.

Was kann man sonst noch tun?

Am besten wäre es, wenn Sie die Zeit, in der Ihr kleiner Heuschnupfen-Patient am schlimmsten leidet, in einer pollenarmen Umgebung wie an der See oder im Hochgebirge verbringen könnten. Das ist natürlich für die meisten Familien schwer zu realisieren. Aber oft hilft es schon, wenn Sie den Familienurlaub mit dem Pollenflugkalender im Hinterkopf planen.

Ansonsten gilt: auf dem Land ist der Pollenflug morgens am stärksten, in der Stadt am Abend. In dieser Zeit sollte Ihr Kind am besten drinnen bleiben, und Sie sollten nicht lüften. Hilfreich ist auch abends vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen und die getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer zu wechseln. Die Wäsche Ihres Kindes sollten Sie in der akuten Zeit möglichst nicht im Freien trocknen und das Bettzeug nicht zum Lüften nach raus hängen. Wischen Sie in der Wohnung regelmäßig mit einem feuchten Lappen die Flächen. Auch ein spezieller Feinstaubfilter im Staubsauger kann helfen.

Kreuzallergien

Viele Kinder, die auf Birke oder Hasel allergisch sind, vertragen in dieser Zeit auch keine Äpfel, Birnen und Nüsse. Dieses Phänomen nennt man eine "Kreuzallergie". Bestimmte Lebensmittel lösen dann ebenfalls allergische Symptome aus. Bitte fragen Sie Ihren Kinderarzt, auf welche Lebensmittel Ihr Kind jetzt besser verzichten sollte.

Mehr über Heuschnupfen und andere Allergien wie Nahrungsmittel-, Sonnen- oder Hausstaubmilbenallergie lesen Sie in unserem großen Allergie-Special.

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