Fluorid macht starke Zähne - aber wie nehmen und wie viel?

Fluorid macht starke Zähne - aber wie nehmen und wie viel?

© fotolia, Gorilla

Immer wieder kommen in den Medien die Diskussionen auf zum Thema Fluoridversorgung bei Babys und Kindern. Eltern, die selbstverständlich das Beste für ihr Kind wollen, sind hier oft sehr verunsichert: Sollen wir unserem Kind Fluorid geben?

Wenn ja in welcher Form - als Tabletten oder genügt eine fluoridhaltige Kinderzahnpasta? Wie viel Fluorid ist gut und wie vermeidet man eine Überdosierung? Im Folgenden habe ich für Sie einmal die wichtigsten Empfehlungen von Kinderärzten und Kinderzahnärzten zu diesen Elternfragen zusammengefasst.

Fluorid - wofür überhaupt?

Fluorid wird im Körper für den Aufbau von Knochen und Zähnen gebraucht. Dieser Mineralstoff sorgt also umgangssprachlich ausgedrückt tatsächlich für feste Knochen und starke Zähne. Fluorid mineralisiert den Zahnschmelz und macht ihn dadurch widerstandfähiger gegen Kariesbakterien und die von ihnen erzeugten Säuren. Damit schützt es sehr wirkungsvoll vor der Zivilisationskrankheit Karies. In natürlicher Form kommt Fluorid bei uns im Trinkwasser vor - allerdings nicht überall gleichermaßen und vor allem nicht in ausreichender Menge. Dem Leitungswasser zugesetzt wird es bei uns generell nicht - im Gegensatz zu Ländern wie der Schweiz oder den USA, wo eine Anreicherung mit Fluorid seit Jahren Gang und Gäbe ist.

Fluoride wirken am besten direkt am Zahn

Um eine gute Grundversorgung mit Fluorid in der entscheidenden Phase des Zahndurchbruches und danach zu gewährleisten, empfehlen Experten bei uns deshalb die zusätzliche Gabe in Form von Zahnpasta oder Tabletten. Ganz entscheidend ist dabei: Fluorid muss direkt dahin, wo es gebraucht wird, nämlich zum Zahn. Am besten funktioniert das mit einer fluoridierten Zahnpasta, die beim Zähneputzen langsam einwirken kann. Gibt man Fluoridtabletten, sollten diese möglichst langsam gelutscht und nicht einfach heruntergeschluckt werden. Zwar wirkt Fluorid auch, wenn es nach der Aufnahme im Magen über den Speichel abgegeben wird, aber lange nicht so gut.

Wie viel Fluorid für Babys und Kleinkinder?

Generell gilt die Empfehlung, Babys ab dem Durchbruch der ersten Milchzähnchen Zähneputzen Fluoridtabletten zu geben, am besten als Kombitablette: Fluorid plus Vitamin D Sobald sich Ihr Kind die Zähnchen putzen lässt, können Sie statt der Tablette auch eine niedrig dosierte fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwenden (Fluoridgehalt 0,05%) - aber bitte zunächst nur einmal am Tag. Ab dem zweiten Geburtstag dann zweimal am Tag. Um eine optimale Dosierung zu gewährleisten und eine Überdosierung zu vermeiden, sollte immer nur eine Methode angewandt werden: entweder fluoridierte Zahnpasta oder Fluoridtabletten. In Regionen, in denen das Trinkwasser bereits sehr fluoridhaltig ist, reicht es unter Umständen auch schon aus, wenn beispielsweise die Fläschchennahrung mit diesem Wasser zubereitet wird. Wenn Sie sich hier unsicher sind, sprechen Sie am besten beim nächsten Besuch mit Ihrem Kinderarzt darüber.

Was passiert bei Überdosierung?

Eine permanente Überdosierung von Fluorid bewirkt in der Tat das Gegenteil des gewünschten Effektes und führt zu Veränderungen und Schäden im Zahnschmelz, einer sogenannte Zahnfluorose. Deshalb gilt: solange Ihr Kind noch nicht alt genug ist zu verstehen, dass es die tolle, süße Zahnpasta nicht runterschlucken soll - oder solange es Fluoridtabletten bekommt -, sollten Sie eine Kinderzahnpasta ohne Fluorid verwenden.

In sehr hohen Dosen eingenommen kann Fluorid übrigens tatsächlich giftig wirken. Deshalb sollten kleine Kinder nicht die gesamte Tube Zahnpasta auf einmal aufessen. Um das zu Vermeiden, bewahren Sie die Tube (ebenso wie die Fluoridtabletten) sicherheitshalber außerhalb der Reichweite ihres Kleinkindes auf. Aber keine Sorge wenn es doch einmal passiert sein sollte: es drohen vielleicht Bauchschmerzen und Übelkeit, aber lebensgefährlich ist das nicht.

Ab wann Erwachsenenzahnpasta?

Ab dem Durchbruch der bleibenden Zähne so mit etwa 6 Jahren dürfen und sollen Kinder zweimal am Tag mit Erwachsenenzahnpasta putzen (Fluoridgehalt 0,10 - 0,15%). Aber bitte erst, wenn Sie sicher sind, dass Ihr Kind die Zahnpasta nach dem Putzen ausspuckt und nicht herunterschluckt.

Bitte bedenken Sie auch: Die Gabe von Fluorid ist kein Freibrief. Um Karies dauerhaft zu vermeiden, ist es mindestens genauso wichtig, morgens und abends die Zähne zu putzen und nicht zu viel Süßes zu essen und zu trinken. Insbesondere das Dauernuckeln am Fläschchen mit süßen oder sauren Getränken wie z.B. Apfelsaftschorle sollte man vermeiden.

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