Erste Hilfe bei Unterkühlung und Erfrierungen

Erste Hilfe bei Unterkühlung und Erfrierungen

© fotolia, jörn buchheim

Kinder lieben den Winter. Sie können gar nicht genug kriegen vom Schneemannbauen, Rodeln und Schlittschuhfahren. So lange Sie draußen herumtoben, frieren sie eigentlich nie.

Beim Stillsitzen im Kinderwagen, auf dem Schlitten oder im Skilift kommt es aber schnell mal zu leichten Erfrierungen, vor allem an Händen und Füßen, oder auch mal zu einer Unterkühlung. Normalerweise drohen Erfrierungen erst, wenn es draußen unter 0 Grad hat. Bei Nässe und starkem Wind kann das durch die Verdunstungskälte aber auch schon früher passieren.

Erfrierungen vorbeugen

Vor allem die wenig durchbluteten "Extremitäten", also Finger, Zehen, Ohren und Nase sind gefährdet, außerdem die Gesichtshaut, die ungeschützt der Kälte ausgesetzt ist. Eine dicke Fettcreme ist hier der beste Kälteschutz. Vorsorglich sollten Sie Kindern grundsätzlich keine Fingerhandschuhe sondern nur Fäustlinge anziehen. Auf die Ohren gehört immer eine Mütze oder eine Kapuze. Achten Sie darauf, dass beim Spielen kein Schnee hinten in den Nacken fallen kann oder unter Ärmel oder Hosenbeine gerät. Auf der nackten Haut kann das extrem kalt werden. Auch Reißverschlüsse und Metallknöpfe, die direkt die Haut berühren, können zu punktuellen Erfrierungen führen. Das passiert besonders häufig bei Babys und Kleinkindern, die im Kinderwagen schlafen.

So behandeln Sie Erfrierungen richtig

Was tun, wenn’s doch mal zu einer Erfrierung gekommen ist? Zunächst sollten Sie Ihrem Kind alle kalten und nassen Kleidungsstücke wie Schuhe, Strümpfe oder Handschuhe ausziehen. Wärmen Sie die Stellen langsam und behutsam auf, indem Sie sie unter lauwarmes Wasser halten oder an ihrem eigenen Körper anwärmen. Geben Sie dem Kind einen heißen, gezuckerten Tee, um den Kreislauf anzuregen und die allgemeine Körperdurchblutung zu fördern. Auch Bewegung tut gut, um die Durchblutung anzuregen.
Bei einer Erfrierung ersten Grades ist die Stelle zunächst blass und gefühllos. Beim "Auftauen" wird sie stark gerötet und pocht, schmerzt oder juckt. Behandeln Sie die Haut ähnlich wie bei einem Sonnenbrand mit einer beruhigenden Creme oder Lotion. Nur wenn es ausnahmsweise auch zur Bildung von Blasen kommt, sollten Sie die Wunde fachgerecht von Ihrem Kinderarzt versorgen lassen.
Blutblasen, schwarze Stellen oder Gefühllosigkeit noch nach dem Auftauen deuten auf schlimmere Erfrierungen hin. In diesem Fall sollten Sie in die nächste Notaufnahme fahren.

Was Sie nicht tun sollten:

Halten Sie erfrorene Zehen oder Finger nicht unter heißes Wasser. Reiben Sie sie nicht mit kaltem Schnee ein. Überhaupt sollten Sie die Stellen nicht massieren oder reiben, damit das Gewebe nicht noch mehr geschädigt wird. Hauchen Sie die Stellen auch nicht an.

So handeln Sie bei Unterkühlung richtig

Von einer Unterkühlung spricht man, wenn die Körpertemperatur unter 34 Grad absinkt. Sie erkennen das zum Beispiel daran, dass die Haut extrem blass ist und Lippen, Hände und Füße einen bläulichen Ton annehmen. Falls das Kind noch nasse Kleidung am Körper hat, ziehen Sie es aus.
Wärmen Sie es auf, indem Sie es in dicke Decken wickeln, es fest in die Arme nehmen und sich mit ihm ins Bett oder aufs Sofa legen. Körperwärme ist jetzt am allerbesten! Geben Sie ihm etwas Heißes, beispielsweise gesüßten Tee zu trinken. Setzen Sie es aber bitte nicht in die warme Badewanne, es könnte sonst einen Kreislaufschock bekommen!

Bei einer starken Unterkühlung sollten Sie in jedem Fall Ihren Kinderarzt aufsuchen. Falls Ihr Kind nicht ansprechbar ist, rufen Sie bitte sofort den Notarzt!

Vorsicht vor Eisflächen

Kinder werden magisch angezogen von jeder Eisschicht auf Seen und Flüssen, und sei sie noch so dünn. Die Lebensgefahr, die ihnen beim Einbrechen droht, ist ihnen überhaupt nicht bewusst. Deshalb lassen Sie Ihr Kind in der Nähe von Eisflächen bitte nie unbeaufsichtigt spielen. Falls es doch einmal zum Schlimmsten kommt und ein ins Eis eingebrochenes Kind bewusstlos ist oder einen Herzstillstand erleidet, leisten Sie unbedingt erste Hilfe! Fahren Sie mit der Beatmung und Herzmassage fort, bis der Notarzt eintrifft. Keine Angst, Sie können hier nicht viel falsch machen!

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