Antibiotika - sparsam einsetzen, richtig dosieren!

Antibiotika - sparsam einsetzen, richtig dosieren!

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Antibiotika sind ein echter Segen für die Menschheit und haben vielen einst lebensbedrohlichen Krankheiten den Schrecken genommen. Doch sie sind keineswegs ein Allheilmittel.

Antibiotika sind ein echter Segen für die Menschheit und haben vielen einst lebensbedrohlichen Krankheiten den Schrecken genommen. Doch sie sind keineswegs ein Allheilmittel.

Zu Recht wird deshalb der großzügige und teilweise auch unsinnige Einsatz von Antibiotika bei jedem "Wehwehchen" bemängelt. Denn damit sie auch weiterhin ihre segensreiche Wirkung entfalten können, müssen Antibiotika gezielt und sparsam eingesetzt werden und sollten immer sorgfältig nach Vorschrift eingenommen werden.

Wie wirken Antibiotika?

Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen. Gegen, durch Viren hervorgerufene, Infekte wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder leichte Mittelohrentzündung können sie erst mal nichts ausrichten. Hier kommen sie höchstens dann zum Einsatz, wenn sich zusätzlich noch eine bakterielle Infektion entwickelt hat. Außerdem richtet sich ein Antibiotikum immer nur gegen bestimmte Bakterienarten. Deshalb versucht Ihr Kinderarzt, für jede bakterielle Infektion das möglichst genau passende Antibiotikum auszusuchen.

Antibiotika sparsam einsetzen - Resistenzen vermeiden

Das Schreckgespenst "resistente Keime" geistert häufig durch die Medien. Und die Gefahr ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Denn Bakterien, die auf die übliche Antibiotika-Behandlung nicht mehr ansprechen, können für den Menschen plötzlich wieder sehr gefährlich werden. Bakterien sind äußerst anpassungsfähige und trickreiche Lebewesen. Sie besitzen die Fähigkeit, sich gegen ihren "Gegner" zu wehren, indem einige wenige von ihnen einen Schutzschild entwickeln. Diesen Schutzschild können sie dann sogar auf andere Artgenossen übertragen, und so kann rasch eine große Population resistenter Bakterien entstehen, die gegenüber einem bestimmten Antibiotikum unempfindlich sind.

Hier sollten Sie aber folgendes wissen: Nicht der einzelne Mensch wird resistent gegen ein Antibiotikum sondern bestimmte Bakterien. Wenn Ihr Kinderarzt Ihrem Kind mehrmals hintereinander Antibiotika verschreibt, sollten Sie sie ihm auch geben, damit es möglichst schnell wieder gesund wird. Denn er wird die Mittel nur dann verordnen, wenn er begründeten Verdacht auf Bakterien als Ursache der Erkrankung hat.

Häufiger Einsatz von Antibiotika ist weniger ein Problem für Ihr Kind als eher - auf lange Sicht gesehen - ein Problem für die gesamte Bevölkerung. Aus diesem Grund sollte unnötiger und überflüssiger Einsatz auf jeden Fall vermieden werden.

Antibiotikum nach Vorschrift einnehmen und nicht vorzeitig absetzen!

Antibiotika können nur wirken, wenn das kranke Kind genau die richtige Dosis für sein Körpergewicht bekommt, und die Behandlung nicht vorzeitig abgebrochen wird. Geben Sie Ihrem Kind das Mittel bitte unbedingt genau in der Menge und so lange, wie es der Arzt verordnet hat. Wenn die Einnahme vergessen oder zu früh beendet wird, könnten nämlich gerade die "starken" Bakterien überleben und dann eine Resistenz entwickeln. Mit dem richtigen Antibiotikum geht es Ihrem Kind nach 2 bis 3 Tagen meist deutlich besser. Doch auch dann dürfen Sie das Mittel keinesfalls absetzen. Wie lange ein Antibiotikum gegeben werden muss, hängt immer von der Krankheit und vom Medikament ab. Fragen Sie im Zweifelsfall bitte lieber noch einmal bei Ihrem Kinderarzt nach.

Antibiotikasäfte exakt mischen und dosieren!

Leider gibt es viele Antibiotika nur als Trockenpulver, das erst vor der Anwendung mit genau der richtigen Menge kaltem Leitungswasser aufgelöst werden muss. Dabei kann es leicht passieren, dass man zu viel oder zu wenig Wasser dazugibt, und damit die Dosis, die das Kind erhält, entweder zu gering oder zu hoch ist. Beides kann den Behandlungserfolg gefährden und zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Deshalb ist es wichtig, vor dem Anmischen die Gebrauchsinformation sorgfältig zu lesen und sich genau daran zu halten. Sie können aber auch einfach Ihren Apotheker bitten, der die komplizierte Prozedur bestimmt gerne für Sie übernimmt.

Nach dem Mischen sollte der Saft im Kühlschrank aufbewahrt werden, da er so länger haltbar ist.

Auch bei der Dosierung sollten Sie sich genau an die Anweisungen Ihres Kinderarztes halten. Bei vielen Säften liegt inzwischen eine spritzenähnliche Dosierhilfe bei, die das exakte Abmessen erleichtert. Ansonsten können Sie sich auch in der Apotheke eine Einmalspritze mit kleiner Messskala geben lassen. Das ist generell eine gute Sache, denn so landet auch schlecht schmeckende Medizin bei kleinen Kindern dort, wo sie hin soll, - und nicht etwa im Kragen oder auf der Kleidung.

Was tun gegen Nebenwirkungen?

Antibiotika wirken segensreich gegen gefährliche krankmachende Bakterien, daneben beeinflussen Sie aber auch die „guten Bakterien“, die in unserem Darm vielfältige Aufgaben verrichten. Durchfall ist deshalb eine relativ häufige Nebenwirkung bei Antibiotikagabe.Falls Durchfall auftritt oder andere Nebenwirkungen, sollten Sie das Mittel trotzdem nicht einfach absetzen, sondern sich so schnell wie möglich an Ihren Kinderarzt wenden.

Vorbeugend kann Ihr Kind Joghurt essen - schon während der Antibiotika-Therapie und auch noch danach. Die Milchsäure-Bakterien helfen, das Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen.

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In Absprache mit dem Kinderarzt können auch speziell für Kinder entwickelte Nahrungsergänzungsmittel gegeben werden. BEBACARE BALANCE z.B. enthält die wertvolle Milchsäurekultur L. rhamnosus sowie die in Muttermilch vorkommenden humanen Milch-Oligosaccharide (HMO) und trägt dazu bei, den Darm wieder ins Gleichgewicht bringen. Das wirkt nicht nur gegen den Durchfall, den ein Antibiotikum verursachen kann, sondern hilft auch dabei, dass sich wieder eine gesunde Darmflora entwickeln kann, die unter anderem eine wichtige Funktion in der Immunabwehr und der neurophysiologischen Entwicklung einnimmt.

Wichtig ist auch, dass Ihr Kind bei Durchfall viel trinkt und erst mal scharfes und fettes Essen meidet.

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