Bescherung: Wie wir die Wartezeit verkürzen

Bescherung: Wie wir die Wartezeit verkürzen

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Endlich ist der 24. da, endlich kommt der Weihnachtsmann oder das Christkind - wenn sich die Zeit bis zum Abend nur nicht wie Kaugummi ziehen würde! Der Blick wandert immer wieder zur Uhr. Heiligabend scheint für Kinder der längste Tag des Jahres zu sein. Wie soll man nur die Zeit rumbringen, bis es Geschenke gibt?

Für die Kleinen sind die Gaben, die das Christkind unter den Baum legt oder die der Weihnachtsmann aus seinem Sack holt, wenn sie auch wirklich artig waren, mit das Wichtigste an Weihnachten. Entsprechend nervös, qengelig und hibbelig sind die Kleinen, sie fiebern dem Abend entgegen - und für uns Eltern ist es eine kleine Herausforderung, die Zeit bis zur Bescherung zu verkürzen.

Rituale beim Familienfest - die bleiben in Erinnerung

Oft erinnern wir uns als Erwachsene weniger an die Geschenke in der Kindheit als an immer gleiche Rituale, besonders zu Familienfesten wie Weihnachten. Hat eine Familie bestimmte Aktivitäten, die an Heiligabend jedes Jahr immer gleich ablaufen, ist das für Kinder und Erwachsene besonders schön: Jeder weiß, was ihn erwartet - und die immer gleichen Abläufe vertreiben die Zeit.

Weit verbreitet ist es bei vielen Familien, dass ein Elternteil am Heiligabend vormittags mit den älteren Kindern zusammen den Baum schmückt, während der andere in der Küche das Essen für abends vorbereitet. Manche holen sogar den Baum am Morgen noch selbst beim Förster bzw. aus dem Wald. Das Aufstellen und Schmücken kann dann schon gut bis zum Mittag dauern. Jedoch sollte man schauen, dass die ganze Prozedur nicht in Stress ausartet, der Baum muss nicht perfekt aussehen, der Spaß steht im Vordergrund.

Weihnachtslieder singen und Weihnachtsdeko basteln

Was wäre Weihnachten ohne Weihnachtslieder? An Heiligabend hören wir die Klassiker und am besten singen wir natürlich alle mit: Holen Sie das Liederbuch oder den ausgedruckten Text aus dem Internet hervor und singen Sie mit Ihren Kindern: "Alle Jahre wieder", "Stille Nacht" oder "So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit".

Ein schönes Weihnachtsbild können die Kleinen am Esstisch malen, während Sie den Kartoffelsalat für den Abend vorbereiten. Oder sie dürfen ein weihnachtliches Mandala ausmalen. Wer mag kann einen Anhänger für den Baum aus Knete oder Salzteig herstellen. Anleitungen dazu finden Sie im Internet. Oder eine kleine Bastelei aus Papier ist auch ein hübscher Zeitvertreib, so können die Kinder zum Beispiel einen kleinen Anhänger für den Weihnachtsbaum falten. Auch für ein einfaches Gesellschaftsspiel, das alle gern mögen, kann jetzt genau die richtige Zeit sein. Vielleicht wollen die Kleinen mit den Großeltern Memory spielen oder Uno.

Gute Vorbereitung: Gedicht lernen oder ein Musikstück einstudieren

Der Brauch besagt: Wer vom Weihnachtsmann ein Geschenk möchte, der muss zuerst ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen. Was liegt also näher, als dass die lieben Kleinen ein Gedicht lernen. Ältere Kinder üben vielleicht noch einmal ein kleines Stück auf ihrem Instrument ein oder Geschwister proben einen kleinen Sketch. Vor der Bescherung haben sie dann große Freude ihr kleines, einstudiertes Programm zu zeigen.

Ältere Kinder können auch schon ganz gut bei den letzten Vorbereitungen helfen, mit einer wichtigen Aufgabe betraut, vergeht die Zeit auch schneller: Lassen Sie Sohn oder Tochter etwa den Tisch decken, Servietten falten oder Petersilie wiegen, Gemüse klein schneiden für den Salat oder ein Salatdressing verrühren.

Schwimmbad, Zoo oder Kino

Manche Familien gehen Heiligabend vormittags traditionell immer ins Schwimmbad. Die Kinder können planschen und sich austoben und sind danach wunderbar müde. Ein kleines Mittagsschläfchen kommt danach gerade recht, um neue Kraft zu tanken. Außerdem sind die Kinder nach dem Schwimmen gleich frisch und sauber - also mehrere Vorteile.

Auch der Zoo oder der Wildpark hat in vielen Städten am Vormittag geöffnet - vielleicht ist der Besuch im Tierpark eine gute Idee und die Kleinen werden beim Beobachten der Tiere etwas ruhiger. Außerdem locken in Großstädten auch die Theater oft mit Kindervorführungen, vielleicht wollen Sie ins Puppentheater oder ins Kindertheater zu einem Weihnachtsmärchen gehen. Schauen Sie einfach mal in den Veranstaltungskalender Ihrer Stadt, bestimmt ist etwas für Sie dabei.

Andere spazieren jedes Jahr am frühen Nachmittag ins Kino und schauen einen schönen Weihnachtsfilm. Bei großer Zeitnot lässt sich diese Variante natürlich auch abwandeln: Im TV läuft am Nachmittag des 24.12. oft ein spezielles Kinderprogramm, etwa "Der Kleine Lord", "Michel aus Lönneberga", "Pippi Langstrumpf" etc. Zur Not, kann man auch eine gewisse Zeit mit dem Anschauen eines Films verbringen.

Draußen toben: im Schnee macht‘s natürlich doppelt Spaß

Ein kleiner Spaziergang gehört in vielen Familien an Heiligabend beim Überbrücken der Wartezeit zum "Pflichtprogramm". Dabei können alle frische Luft tanken und Abstand vom Stress bekommen. Die Kinder dürfen überschüssige Energie loswerden, besonders wenn der Bummel an einem Spielplatz vorbei führt oder durch den Wald geht. Hier kann man beispielsweise einen kurzen Wettlauf einlegen. Manche Papas gehen mit ihrem Nachwuchs auch direkt zum Fußballplatz, während Mama zu Hause mit den Vorbereitungen eine kleine Pause einlegt. Vielleicht ist bei Ihnen auch eine Eisbahn geöffnet.

Sollte uns das Wetter dieses Jahr endlich mal wieder eine weiße Weihnacht bescheren, dann vergeht die Zeit bis zur Bescherung natürlich im Nu: Ein Winterspaziergang mit dem Schlitten zum Rodelberg macht Spaß und bringt die Kleinen auf andere Gedanken. Alle zusammen bauen einen riesigen Schneemann oder vergnügen sich bei einer Schneeballschlacht. So ausgepowert sind die Sprösslinge später auch nicht mehr ganz so aufgeregt.

In die Kirche: der Besuch des Krippenspiels ist für viele ein Muss

In fast allen Gemeinden wird an Heiligabend ein Krippenspiel aufgeführt: Vielleicht wollen sich Ihre Kinder aktiv beteiligen, dann ist von Langeweile ganz sicher keine Rede. Aber zumindest kann man den Kindergottesdienst mit der Aufführung des Krippenspiels besuchen - das ist für die Kleinen oft ein Erlebnis und eine gute Einstimmung aufs Fest. Zudem haben die Eltern währenddessen auch die Gelegenheit, sich zu entspannen und in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Vor der Bescherung: Weihnachtsgeschichte lesen oder ein Märchen erzählen

Bei vielen Familien ist die Bescherung nach dem Abendessen. Damit Weihnachten nicht zur zum Geschenke-Fest wird, ist es schön, den Hintergrund des Festes zu vermitteln und nach dem Essen erst noch die Weihnachtsgeschichte vorzulesen. Hierzu gibt es extra für Kinder recht ausgeschmückte Erzählungen, etwa in einer Kinderbibel.

Wer mag, kann direkt vor der Bescherung auch ein Märchen erzählen. Das Erzählen wirkt noch einmal viel spannender und unmittelbarer als ein Märchen vorzulesen. Die Kinder hängen gebannt an den Lippen, stellen Zwischenfragen und Sie können Ihre Geschichte ganz nach Belieben ausschmücken und Ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Das Wichtigste an Heiligabend aber: Bleiben Sie selbst möglichst ruhig- dann überträgt sich Ihre gelassene und entspannte Einstellung auch auf Ihre Kinder.

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