Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

zufüttern?

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

liebe biggi!

unsere rebeca ist heute genau ein halbes jahr (24.1.01).bis her hat sie ausser muttermilch noch nichts bekommen, und eigentlich würde ich so gerne weitermachen.
sie hat aber in den letzten 3 wochen "nur" ca. 200gramm zugenommen, und so wurde mir von verschiedenen seiten geraten zuzufüttern.
ich stille aber sehr gern, und da wir am 18.august für 10tage in urlaub gehen, würde ich eigentlich mit dem zufüttern noch gern bis wir wieder zu hause sind warten, damit ich dann auch regelmässig das heißt immer mittags um 12uhr rebeca füttern kann.....

was meinst du, kann ich noch so lange "nur" stillen, oder sollte ich doch besser anfangen was zu zugeben???

rebeca ist übrigens 63cm groß und 5980gramm schwer.ihre geburtsgröße war 51cm und 3390gramm.

sag schon mal danke.....

liebe grüße
doris

von doris mit rebeca*24.1.01 und philip am 24.07.2001, 21:54 Uhr

 

Antwort auf:

zufüttern?

?



Liebe Doris,

es ist möglich, ein Kind länger als sechs Monate ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren, doch sollte in diesem Fall die Initiative stets vom Kind ausgehen, sprich, das Kind muss die feste Nahrung verweigern und kein Interesse daran zeigen.

Schau dir deinen Kind einmal in Hinblick auf die folgenden Anzeichen an:

• es ist in der Lage aufrecht zu sitzen,
• der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt,
• es zeigt Bereitschaft zum Kauen,
• es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür,
• es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt.

Wenn diese Punkte erfüllt sind, dann ist der Zeitpunkt für die Beikost gekommen, was aber nicht bedeutet, dass Du jetzt auf der Stelle sofort komplette Mahlzeiten in das Kind „hineinschaufeln" musst.

Eine Gewichtszunahme von 200 g in drei Wochen ist in diesem Alter als normal zu betrachten (Vom vierten bis sechsten Monat verlangsamt sich die Gewichtszunahme gewöhnlich auf 85 bis 142 Gramm pro Woche, im Alter von sechs Monaten bis zwölf Monaten verringert sie sich auf 42 bis 85 Gramm wöchentlich) und sicher noch kein alleiniger Grund mit dem Zufüttern zu beginnen.

Schau dir dein Kind an und lass dich von ihm leiten und wenn es jetzt noch kein Interesse für Beikost zeigt, dann kannst Du dir/euch noch etwas Zeit lassen. Im Urlaub mit veränderter Umgebung und vielleicht auch sehr warmem Wetter musst Du ohnehin damit rechnen, dass deine Tochter sich (selbst wenn bereits mit der Beikost begonnen worden ist) wieder ausschließlich an der Brust ernährt.

Einen schönen Urlaub und LLLiebe Grüße
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 25.07.2001

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