Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Wie kann ich meinen Sohn von der Brust lösen wenn er schläft?

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Liebe Biggi,
mein Sohn ist nun 1 Jahr alt und wird immer noch voll gestillt. Breikost lehnt er leider ab. Mein Problem sind wunde Brustwarzen, die durch abendliches und manchmal auch nächtliches Dauernuckeln entstehen. Unser Sohn schläft bei uns im Bett. Ich habe dann einen Abdruck von seinen oberen Zähnen fast direkt an der Warze. Die Brust entgleitet ihm im Schlaf und er schnappt dann nach. Das tut höllisch weh. Abends, wenn ich dann, wenn er eingeschlafen ist, die Brustwarze lösen möchte geht das nicht, weil er sie hinter seinen Zähnen fest hält. Manchmal wacht er dann weinend auf und lässt sich auch nur durch erneutes Anlegen beruhigen. Weder tragen, noch trösten, singen, Kuscheln mit Papa oder ähnliches hilft. Nuckel oder andere Zipfel lehnt er ab. Ich bin verzweifelt. Was kann ich tun?

von Clothild am 10.01.2012, 19:45 Uhr

 

Antwort auf:

Wie kann ich meinen Sohn von der Brust lösen wenn er schläft?

Liebe Clothild,

wenn im Schlaf oder Halbschlaf das Kind, dem man die Brustwarze aus dem Mund genommen hat, wieder zu "suchen" beginnt, drückst man ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein.


Wunde Brustwarzen werden fast immer durch falsches Anlegen verursacht.
Nach längerer Stillzeit wird frau oft nachlässig, was das korrekte Anlegen und Saugen des Kindes angeht. In den meisten Fällen ist das dann auch nicht mehr dramatisch, aber in einigen Fällen kommt es doch dadurch zu wunden Brustwarzen. Achte also in der nächsten Zeit wirklich auf die Anlegeposition.

Ich werde dir jetzt noch einige Tipps geben, wie Du die Heilung von wunden Brustwarzen beschleunigen kannst, vielleicht ist ja etwas dabei, was dir hilft:

• vor dem Stillen etwas Milch ausstreichen, um den Milchspendereflex auszulösen, bevor Du das Baby an die Brust anlegst.
• an der weniger wunden Seite (so es eine gibt) zuerst anlegen
• nach dem Stillen etwas Muttermilch ausstreichen und auf den Brustwarzen trocknen lassen (dies wird nicht empfohlen, wenn das Wundsein durch eine Soorinfektion verursacht wird, da Soor auf Milch gute Wachstumsbedingungen findet).
• ausreichend hochgereinigtes Lanolin (unter den Handelsnamen Lansinoh, Purelan oder Lanosin erhältlich) auf die Brustwarze auftragen, um sie zwischen den Stillmahlzeiten feucht zu halten (aber nicht zu viel Lanolin verwenden, sonst wird die Brustwarze glitschig und das Baby kann beim Stillen abrutschen). Es hat sich herausgestellt, dass dadurch der Heilungsprozess bei wunden, offenen und blutenden Brustwarzen beschleunigt wird, wenn diese durch schlechte Stillhaltung, falsche Anlegetechnik oder Saugprobleme entstanden sind.
• trage zwischen den Stillmahlzeiten Brustwarzenschoner mit großen Öffnungen und Löchern zur Luftzirkulation in deinem Büstenhalter, um die Brustwarzen zu schützen. Du kannst auch mehrere Einmalstilleinlagen aufeinanderschichten und in der Mitte ein Loch reinschneiden, das als Aussparung für die Brustwarze dient.

Ich hoffe, dass Du bald wieder eine schmerzfreie Stillzeit genießen kannst.

LLLiebe Grüße
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 10.01.2012

Antwort auf:

Wie kann ich meinen Sohn von der Brust lösen wenn er schläft?

Liebe Biggi,
ja die Pflegetips sind mir bekannt. Das Problem ist, das meine Warzen durch das Dauernuckeln nachts so in Mitleidenschaft geraten, dass sie sich derzeit am Tag kaum erholen.
Meine eigentlich Frage war: wie ich die Brustwarze aus dem Mund meines schlafenden Sohnes bekomme. Er hält sie mit den Zähnen fest und den Unterdruck mit dem kleinen Finger zu lösen hilft nicht. Sie zwischen seinen Zähnen herauszuziehen ist äußerst schmerzhaft und hat mit Sicherheit auch zum Wundsein beigetragen. Aber zu Warten bis er in Tiefschlaf gefallen ist und von alleine loslässt kann sehr lange dauern und das Nachschnappen, wenn er merkt sie rutscht weg, ist so schmerzhaft, dass ich nicht darauf warten kann. Was kann ich tun?
Was das falsche bzw. nachlässige Anlegen anbetrifft kann ich Dir nur zustimmen. Aber je mehr ich versuche ihm das zu Erklären, dass er den Mund weit öffnen muss, bzw. ich versuche mehr vom Warzenhof in seinen Mund zu schieben, desto weniger öffnet er ihn, bzw. hält die Warze fast nur mit den Zähnen fest. So fühlt es sich jedenfalls an. Ich bin echt verzweifelt, zumal er immer noch jede Beikost ablehnt. Manchmal würde ich gerne Abstillen aber auf Flaschennahrung umzustellen, ist für mich auch keine Lösung. Für Deine Ideen bin ich sehr dankbar.

von Clothild am 11.01.2012

Antwort auf:

Wie kann ich meinen Sohn von der Brust lösen wenn er schläft?

Liebe Clothild,

Du solltest das Kind an dich heran ziehen, dann muss es den Mund öffnen und Du kannst die Brustwarze heraus ziehen.

Wenn dann im Schlaf oder Halbschlaf das Kind, dem man die Brustwarze aus dem Mund genommen hat, wieder zu "suchen" beginnt, drückst man ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein.

Wichtig ist es, dass Du jetzt liebevoll konsequent bist, auch wenn dein Kind anfangs protestieren wird. Dein Kind KANN lernen, dass es vorsichtig trinken muss und Du musst keine Schmerzen ertragen, die vermeidbar sind!

Ich bin sicher, dass es besser klappt, wenn Du ein paar Tage lang konsequent immer wieder neu anlegst, bis Du keine Schmerzen mehr hast.

LLLiebe Grüße,
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 11.01.2012

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