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Stillberaterin Biggi Welter

Stillberatung

Biggi Welter

   

 

Stillen

Sehr geehrte Frau Welter ,

Mein Sohn ist jetzt 1 Jahr alt und wird weiterhin gestillt.Er ißt und trinkt ganz normal.
Er ist sehr auf die Brust fixiert z.B vor allem am Tisch während wir Mittag essen zieht er mir das Oberteil runter und versucht an die Brust zu kommen.Er geht sehr oft an die Brust und das auch sehr lange .Er schläft nur an der Brust ein und sonst gar nicht.Wie kann ich in Zukunft vorgehen? Welche Tipps könnten sie mir mitgeben ? Was müsste ich in der Hinsicht ändern?
Gruß Sally

von Sally_92 am 13.03.2019, 14:35 Uhr

 

Antwort:

Stillen

Liebe Sally,

für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Dein Kleiner verhält sich gar nicht so "brustversessen" wie Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet.

Stillen ist viel, viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Trost, Geborgenheit, sicherer Hafen und ein Weg zur Ruhe zu kommen, wenn die Wellen des Alltags so hoch geschlagen sind, dass das Kind keinen Weg mehr weiß, um mit sich selbst und der Umgebung ins Reine zu kommen.

Das Stillen bietet in dem Alter der ersten Ablösung wichtige emotionale Hilfe Dein Kind kann immer wieder den "Heimathafen" ansteuern, wenn etwas beängstigend ist.

Wenn für Dich passt, dann schadest Du deinem Kind sicherlich nicht!

Wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe.

Vielleicht versuchst Du es damit, die Stillzeiten immer weiter zu verkürzen. Damit meine ich, Du stillst dein Kind eine bestimmte Zeit und dann nimmst Du es sanft von der Brust und streichelst es, kuschelst mit ihm, bietest ihm zusätzlich ein Kuscheltier oder eine Schmusedecke an usw. Im Laufe der Zeit verkürzt Du die Zeit an der Brust immer mehr.

Ich möchte Dir nun noch ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest Du etwas, was Dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab“. Das bedeutet, dass Du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt.
Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern.
Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug.
Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen.
Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst deinen Sohn eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten.

Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will?

Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln.

LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter am 13.03.2019

Antwort:

Stillen

Vielleicht magst Du mit Deinem Kind ein Zeichen vereinbaren, wenn es stillen möchte? Es ist nicht immer angenehm, einfach so das T-Shirt hochgezogen zu bekommen, weil Mausilein stillen möchte, aber die Kleinen haben keine andere Möglichkeit, das zu zeigen, wenn wir sie ihnen nicht beibringen. Also ein Codewort (falls Kindi schon Wörter nachsprechen kann) oder ein Zeichen wäre vielleicht hilfreich. Babys können sehr gut Zeichensprache lernen.

Ich habe damals meiner Tochter erklärt, dass ich sie gern stille, aber dass ich mich dafür selbst vorbereite und die Situation dafür schaffe. Sie muss es mir nur mitteilen. Es kann auch sein, dass sie kurz warten muss, aber ich weiß dann von ihrem Wunsch und kann es einrichten. Ich meine: Ich fand es immer wichtig, dass ich über meinen Körper und wann ich den freilege, selbst bestimme. Auch ein einjähriges Kind kann ein bisschen Frustration auf dem Weg schon aushalten, wenn die in Erleichterung in Aussicht gestellt wird und die Zeit bis dahin für das Kind vorstellbar ist UND Mama sich bisher immer als verlässlich in ihren Versprechungen gezeigt hat. Mein Kind kam also immer zu mir und tippte mir an den Arm, wenn sie stillen wollte. Das war unverfänglich, und ich konnte entscheiden, ob ich sofort will oder erst eine Situation dafür schaffen möchte. Beim Kochen verschob ich sie je nach Alter auf "wenn ich die Kartoffeln fertig geschält habe" oder später "wenn das Essen soweit vorbereitet ist, dass es ohne mich kochen kann" oder "wenn ich fertig dieses Zimmer gesaugt habe". Solche Aussagen können die Kinder schon fassen.

Ansonsten finde ich uns in Deiner Erzählung wieder. Das wird alles immer weniger, aber mit einem Jahr waren wir noch beim Stillen wie mit einem Neugeborenen. Die Kinder sind so unterschiedlich. Aber sie hören alle irgendwann auf. Du wirst Dinge ändern, wenn Du es nicht mehr so möchtest, wie es ist, und das ist dann genau der richtige Zeitpunkt, an dem das auch geht. Meine Erfahrung. Dafür gibt es keine allgemeingültigen Regeln. Richtig ist, was für alle gut funktioniert.

von Schniesenase am 13.03.2019

Antwort:

Stillen

Lieben Dank für die Bemühungen ,beide Texte sind sehr hilfreich :)
Lieben Dank nochmals
Frau Welter und Schniesenase :)

von Sally_92 am 15.03.2019

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