Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Stillen, Röntgen, Biopsie?

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Hallo,

mein Sohn, nunmehr 16 Monate schläft nur an der Brust ein. Mal dauert es länger, mal weniger lang.... Mir stellen sich grad einige Fragen.....


1, Nun war ich beim Arzt und in meiner Schilddrüse wurde eine Zyste/Knoten entdeckt. Aufgrund meiner Familengeschichte soll das biopsiert werden. Der Arzt mein, die Anästhesie würde in die Muttermilch übergehen und es wäre sinnvoll, wenn ich so langsam abstille. Er vermutet zwar nichts Schlimmes, möchte es jedoch abgeklärt haben. Wir warten jetzt 8 Wochen und sehen dann weiter.

2. Ich habe recht hohe Entzündungswerte im Blut. Manchmal sei das durch die hormonelle Umstellung beim Stillen so. Es ist auch einiges entzündet bei mir Schleimbeutel etc. Auch hier meint er könnte das Abstillen für mich von Vorteil sein.

3. Ich habe seit der Entbindung ständig Schmerzen im Steissbeinbereich. Meine Orthopädin wollte mich nicht röntgen, weil sie die Befürchtung hat, das die Strahlen ebenfalls in die Muttermilch übergeben. Ich bin jetzt auch bei einer Osteopathin. Ich möchte das allerdings endlich abgeklärt haben, da mir die ständigen Schmerzen sämtliche Lebensqualität rauben. Ist es wirklich schädlich für die MuMi?

4. Seit neuesem will er auch tagsüber, ausserhalb dem Mittag und Nachtschlaf an die Brust, meist eine halbe Std/eine STD nach dem Essen, woran könnte das liegen?

Das Einschlafstillen raubt mir an manchen Tagen sämtliche Kraft. Am meisten strengt es mich an, das er nach dem Einschlafen eine halbe STD später nach mir ruft... dann muss ich meist liegen bleiben und nachts will er auch ständig. Nur wir passen so langsam nicht mehr alle in ein Bett, also haben wir eine Seite von seinem Bett abmontiert und an unser Bett gestellt. Aber da will er irgendwie nicht liegen. Und wenn er da mal einschläft und andoggen will, dann fällt es mir sehr schwer ihn dort zu stillen, weil wir einen leichten Höhenunterschied zu unserer Matratze haben, obwohl ich schon Bücher untergestellt habe um diesen auszugleichen etc.

Ich bin grad an einem Punkt, wo mich das alles total überfordert. Ich geniesse das Stillen, schon weil ich nicht weiss, ob ich je wieder weitere Kinder bekommen kann (wir hatten eine künstliche Befruchtung) und eigentlich will ich ihm die Zeit lassen, die er braucht. Doch was ist wenn ich wirklich abstillen muss? Traumatisiere ich ihn dann nicht? Wie soll ich das nur bewerkstelligen. Er schläft sonst nirgendwo und gar nicht... ich habe es schon im Auto, im KiWa in der Manduca probiert.. und wenn dann weil er übermüdet ist. Er schläft aber nie länger wie 20 Min. Wenn ich stille und mich dazulege, schläft er mittas immerhin 2 Stunden und ist dann ausgeglichener....

Ich hab grad tausend Fragen, wie Sie sehen... und ich hab sie noch nicht mal alle in meinem Kopf geordnet bekommen....

Können Sie mir helfen?

von MarzipanHerz am 08.02.2012, 21:15 Uhr

 

Antwort auf:

Stillen, Röntgen, Biopsie?

Liebe MarzipanHerz,

eine Biopsie ist kein Grund zum Abstillen und auch eine Röntgenuntersuchung schadet dem Kind nicht.

Wenn Sie nicht abstillen möchten, dann müssen Sie das auch nicht!

Ich denke, dass Ihr Kind Ihre Unsicherheit sehr spürt und deshalb noch mehr nach Ihrer Nähe sucht.

Immer wenn ich Anfragen wie Ihre habe, dann steigt in mir der Verdacht auf, dass es nicht wirklich der Wunsch der Mutter ist, das Kind abzustillen, denn meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein Kind sich abstillen lässt, wenn die Mutter wirklich fest zu dieser Entscheidung steht. Das ist aber nur der Fall, wenn es der echte Wunsch der Mutter ist und nicht, wenn sie sich von anderen dazu genötigt sieht.

Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind abstillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit.

Nicht „egal wie ich es mache, es ist falsch" sondern „wenn ich gegen mein Gefühl und gegen das, was ich als richtig empfinde handele, ist es falsch".

Nehmen Sie sich einmal eine ruhige Stunde für sich, in der Sie wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken können und machen Sie sich dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Abstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlegen Sie dann, welche der Gründe tatsächlich für SIE Bestand haben.

Sagen Sie den Ärzten, dass Sie nicht abstillen möchten, Sie können bei Bedarf stillverträgliche Medikamente geben.
Bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft) kann und sollte sich Ihr Arzt jederzeit an das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") wenden, das unter der Telefonnr. 030 30308 111 erreichbar ist, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html.

LLLiebe Grüße,
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 08.02.2012

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