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Stillen/NAechtliches Aufwachen

Hallo ihr Lieben,
ich haette gerne euren Rat als Stillberaterinnen. Mein Sohn ist nun 7 Monate alt und nach wie vor (ich schrieb ueber ihn schon diverse Male) noch nie von allein eingeschlafen (ausser im Auto und eventuell bei einem gaaaanz langen SPaziergang). Ich stille ihn zum Einschlafen, doch dabei bleibt es nicht, denn es kommt vor, dass er nachts alle 20 Minuten aufwacht. Und nehme ich ihm die Brust zu schnell weg, ist er sofort wach, sucht und weint natuerlich, wenn er sie nicht bekommt. Ich habe zwar einen Babybalkon, doch da hat er noch nie drin geschlafen, da er einen so leichten Schlaf hat, dass ich ihn nicht umlegen kann. Vor einem Monat habe ich versucht Beiskost einzufuehren. Gemuese (alles selbstgekocht) lehnt er ab und macht ein Gesicht, als gaebe es Rattengibt :-). Banane verstopft ihn sofort (Verdauung immer schon ein Problem gewesen), Birne und Pflaume (aus dem Glaeschen) bereiten ihm Bauchschmerzen. Apfel geht, und nun, seit 3 Tagen, mische ich den mit Reisflocken von Hipp und das nimmt er zum Glueck auch an. Gestern probierte ich es nun mit Kartoffelbrei und etwas Karotte (Apfel und Karotte hatte ich auch schon probiert, er liess sich jedoch nicht lumpen :-)) und er hat zwei kleine Loeffelchen gegessen bevor er den Mund wieder versiegelte. Ich stille noch voll, er hat jetzt auch in 4 Wochen 400 g zugenommen - damit bin ich richtig zufrieden. In Italien gibt es zum Gemuesebrei gleich Oel und Parmesan. Da ich nur kalt gepresstes Oel finde und Parmesan aus Kuhmilch ist, wollte ich das vermeiden. Obwohl der Geschmack sicherlich zum Essen animiert...
Hier nun meine Fragen:
1. Ist es meine "Schuld", dass er nachts so oft aufwacht, da ich immer wieder bereit bin, ihm die Brust du geben? Nun ist heute sein erster Zahn durchgekommen und zusaetzlich ein Grund, dass er staendig aufwacht (er reibt sich immer ganz doll die Nase und weint dann). Die Brust hilft im wieder einzuschlafen...kein Schnullertraing hat gefruchtet. Wenn ich neben ihm liege, geht es ja, doch gestern war er um 22h im Bett und bis 23.30 ist er 6 Mal aufgewacht. Wenn ich ihn weinen lasse, schlaeft er gar nicht mehr. Selbst wenn er sich irgendwann beruhigt, ist er dann hellwach und bleibt es fuer 2 Stunden, um dann eh wieder an der Brust einzuschlafen...
Ich nehme an, dass er diese Angewohnheit nicht von alleine ablegen wird, doch andererseits finde ich den Moment unpassend, um es ihm abzugewoehnen... Was meint ihr dazu?
2.Kann ich Parmesan (gereift 3 Jahre) ruhig in den Brei mischen (hinsichtlich Kuhmilch)?
3. Da er scheinbar von allem und jedem Blaehungen bekommt, foerdere ich sie damit, dass ich ihn nachts so oft an die Brust lasse?Denn er nuckelt ja nicht nur, sondern trinkt auch jedes Mal...
4.Ich habe ihm 3 Mal ein Glycerinzaepfchen gegeben, nachdem er sich tagelang gequaelt hat...was fuer eine Erleichterung danach. Ich weiss ja,dass sich der Darm von selbst regulieren soll, doch ist es schaedlich, wenn ich im "Notfall" nachhelfe (es waren 3 Zaepfchen in 6 Wochen)?
5. Ich bin komischerweise ganz heiss auf Suesses geworden und esse gern Schokolade und Weingummis. Kann es sein, dass er auch dadurch schlechter schlaeft (Zuckergehalt in der Milch aufpuschend)?

Entschuldigt die vielen Fragen...
Lieben Dank und viele Gruesse
Viola


von Hixi am 23.03.2009

 
 
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Antwort:

Re: Stillen/NAechtliches Aufwachen

Liebe Viola,

sicher, Ihr kleiner Sohn besteht jetzt mit 7 Monaten noch darauf, Ihre Nähe beim Einschlafen und Weiterschlafen zu haben, aber ist dies wirklich "falsch"? Ist es wirklich Ihr eigener Eindruck, dass Sie etwas "falsch" gemacht haben und ist es nicht vielmehr so, dass Ihre Umgebung Ihnen diesen Eindruck vermittelt? Stört es wirklich Sie, dass der Kleine bei Ihnen im Bett liegt oder sind andere Leute (Eltern, Schwiegereltern, Bekannte usw.) der Meinung, dass es Sie stören muss?
Ich weiß, dass es manchmal lästig ist, wenn das Einschlafzeremoniell am Abend recht lange dauert und die ohnehin schon knappe Zeit, die man als Paar zusammen hat dadurch noch weniger wird. Aber wir Erwachsenen haben erstens einen Zeitbegriff, das heißt wir wissen wie lange eine Stunde ist und dass sie nicht endlos und ewig andauern wird und zweitens sind diese ersten wenigen Jahre im Verhältnis zu unserer gesamten Lebenszeit nur ein sehr geringer Bruchteil, der für unsere Kinder und ihre Entwicklung, ihre Prägung für ihr Sozial- und Bindungsverhalten ungeheuer wichtig ist. Ihr Sohn ist erst / Monate alt, er ist noch ein Baby (ja Baby, nicht einmal Kleinkind), er ist vollkommen auf die Eltern angewiesen und Menschenbabys sind nun einmal "Traglinge", das heißt sie brauchen die Nähe der Eltern, um zu überleben und zu gesunden, selbstbewussten Menschen heranzuwachsen.

Es ist auch ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys ab dem Alter von vier bis sechs Monaten nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung oder selbst das Abstillen auch keine Garantie für angenehmere Nächte.

Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ...
Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet.

Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten.

Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens `Schlafen und Wachen - ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin bekommen können.

In diesem Alter sollten Sie noch keinen Parmesan geben!
Generell wird empfohlen, dass mit Kuhmilch und Kuhmilchprodukten gewartet wird, bis das Kind ein Jahr alt ist, es gibt aber auch Meinungen, die sagen, dass es ab zehn Monaten schon kein Problem sei, Milchprodukte einzuführen.
Auch mit der Beikost sollten Sie es langsam angehen lassen.
Es ist am günstigsten mit jeweils nur einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur mit ein paar Löffeln beginnen) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Karotte, nur Kartoffel, nur Banane, nur geriebener Apfel usw.).

Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Auch wenn das Risiko einer allergischen Reaktion nach dem ersten halben Jahr nicht mehr so groß ist, besteht die Möglichkeit dass eine Speise eine allergische Reaktion auslöst (Ausschlag, Durchfall, Erbrechen). Wurde immer nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt, dann lässt sich leichter feststellen, welches Nahrungsmittel nicht vertragen wurde. Die betreffende Speise sollte dann aus dem Speiseplan gestrichen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden.

Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden.

Der Begriff BEI-Kost sollte wirklich wörtlich verstanden werden, es ist ergänzende Kost, die die Muttermilch nicht ersetzen, sondern ergänzen soll. Sollte die Muttermilch durch die Beikost ersetzt werden, würde es Anstatt-Kost heißen. Wird in Zusammenhang mit der Beikostmahlzeit gestillt, kann das Kind außerdem einige Nährstoffe aus der Beikost besser aufnehmen und verwerten. Muttermilch sollte im gesamten ersten Lebensjahr das Hauptnahrungsmittel für ein Kind sein, erst nach dem ersten Geburtstag verschieben sich die Relationen.

Blähungen sind bei kleinen Babys relativ häufig. Für eine Stillberaterin besteht der erste Schritt bei einem Kind mit Bauchproblemen darin, die Stillposition, Anlegetechnik und das Saugverhalten des Kindes zu überprüfen. Ein nicht korrekt angelegtes Kind und/oder ein Kind, das nicht richtig saugt, schluckt an der Brust meist sehr viel Luft und darin kann schon die Ursache für Blähungen begründet sein. Solange diese Ursache nicht beseitigt wird, können alle anderen Maßnahmen allenfalls "Kosmetik" betreiben, aber nicht wirklich helfen.

Nun kann ich aber weder Sie noch Ihr Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und Ihnen auch nichts zeigen. Am besten wenden Sie sich deshalb einmal an eine Stillberaterin in Ihrer Nähe und lassen sich beim Stillen zuschauen. Die Kollegin kann Ihnen dann bei Bedarf Tipps zum korrekten Anlegen geben, kann Ihnen erklären, woran Sie erkennen, ob Ihr Kind korrekt saugt und Ihnen überhaupt gezielte Hinweise geben. Im direkten Kontakt lassen sich viele Fragen viel besser klären.

Unter der Telefonnummer Roma: 06 - 5258365 kann die nächstgelegene LLL-Stillberaterin erfragt werden und ich weiß, dass es zumindest zwei LLL-Stillberaterinnen in Italien gibt, die auch deutsch sprechen.

Für den Darm des Kindes bedeutet die Einführung von Beikost verständlicherweise eine Umstellung und es kann gelegentlich zu Verdauungsproblemen kommen - sowohl in die eine, wie in die andere Richtung und das kann den Kindern durchaus mehr oder minder ausgeprägtes Unwohlsein verschaffen. Eine Angabe in Form von "xx Tage kein Stuhlgang ist tolerierbar" lässt sich nicht machen, denn das hängt auch vom Befinden des Kindes ab.

Es sollte jedoch nicht massiv eingegriffen werden (z.B. mit der Fieberthermometermethode, Abführmitteln oder Klistieren). Dies ist immer ein Eingriff in den "normalen" Ablauf und kann auch zur Gewöhnung führen, so dass sich ein langfristiges Problem daraus ergeben kann.

Leichte Bauchmassage ist in keinem Fall schädlich.

Wenn ein Kind allerdings längerfristig Probleme mit festen Stuhlgang oder gar Verstopfung hat sollte auf der einen Seite darauf geachtet werden, dass es genügend Flüssigkeit zu sich nimmt (eventuell einfach häufiger stillen) und auf der anderen Seite sollte die Beikost so gewählt werden, dass sie eher stuhlauflockernd als stopfend wirkt.

Gerade die bei uns so beliebten Karotten für Babys führen nicht selten zu Verstopfung (beim Obst gilt dies für Banane), andere Gemüse wie Zucchini, Kürbis, Pastinake, Brokkoli und auch Obstsorten wie Birne werden oft besser vertragen und tragen zu weicherem Stuhlgang bei. Ein Wechsel der Gemüse- und Obstarten kann deshalb sehr sinnvoll sein. Außerdem sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden.

Es gibt keine allgemeingültige "Stilldiät" oder generell verbotenen oder erlaubte Nahrungsmittel für die Frau während der Stillzeit (mit der Einschränkung, dass Alkohol möglichst gemieden werden soll und koffeinhaltige Getränke nur in Maßen genossen werden). Der Einfluss der Ernährung der Mutter auf das Verhalten des Kindes wird meist erheblich überschätzt.
Eine stillende Mutter muss weder bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Kuhmilch) zu sich nehmen, noch müssen alle stillenden Mütter bestimmte Nahrungsmittel meiden. Von Ausnahmefällen abgesehen macht die Mehrheit der stillenden Mütter die Erfahrung, dass sie alles, was sie mögen, in Maßen essen können auch Schokolade und stark gewürzte Speisen ohne dass sich dies auf ihre Babys auswirkt und viele kleine Babys haben Blähungen ganz gleich, was ihre Mütter essen. Auch wenn viele Mütter davon gehört haben, dass durch den Genuss von "blähenden" Lebensmitteln Blähungen bei ihrem Baby hervorgerufen werden, ist diese Meinung mit Vorsicht zu genießen. Darmgase entstehen bei der Verarbeitung von Faserstoffen (Ballaststoffen) durch die Darmbakterien im Verdauungstrakt. Weder Verdauungsgase noch Ballaststoffe gehen in die Muttermilch über, auch nicht, wenn die Mutter unter extremen Blähungen leidet. Genausowenig verändern stark säurehaltige Nahrungsmittel den pH Wert der Muttermilch. Deshalb gibt es auch kein Verbot für Orangensaft.
Letztlich bleibt nur auszuprobieren, ob ein Kind auf etwas reagiert, was die Mutter isst. Prophylaktische Enthaltsamkeit ist keineswegs sinnvoll und führt nur zu Frust bei der Mutter.

LLLiebe Grüße,
Biggi

Antwort von Biggi Welter am 23.03.2009
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