Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Schwermetalle

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Liebe Sylvia,

wir müssen damit leben, dass wir in einer Welt leben, in der es auch Schadstoffe gibt und ja, auch Muttermilch enthält sie, genau wie Kuhmilch, Schafmilch, Ziegenmilch, Sojamilch, und ebenso, wie Obst und Gemüse (auch BIO-Ware) Pestizide enthalten.

Doch bisher gibt es keine wirklich nachgewiesenen Schädigungen des Kindes durch Schadstoffe in der Muttermilch und demgegenüber stehen die Risiken des Nicht-Stillens. Es ist natürlich in unserem Interesse und im Interesse unserer Kinder, dass wir versuchen Schadstoffen aus dem Weg zu gehen und auch selbst die Belastung unserer Erde so gering wie möglich zu halten.

Stillen gehört zu den Dingen die wir tun können, um Schadstoffbelastungen zu vermeiden, denn es müssen weder Energie noch Wasser Rohstoffe besonders verbraucht werden, um ein Kind zu stillen, während die Herstellung von künstlicher Säuglinsnahrung ein industrieller Prozess ist, der die Umwelt belastet.

LLL International hat im August eine Presseerklärung zu diesem Thema herausgegeben, die ich dir hier anhänge und deren Fazit wiederum bestätigt: Breast is best.

Unicef und WHO empfehlen auch weiterhin das Stillen (natürlich nicht ausschließlich) bis zum 2. Geburtstag und darüber hinaus - auch dies ist eine klare Botschaft!

Lieben Gruß,
Biggi




Stillen bleibt trotz Umweltbelastung erste Wahl

Presseerklärung der La Leche League International

Übersetzt und gekürzt von Denise Both


Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen immer wieder, dass selbst in einer Welt, die mit so vielen Chemikalien und Umweltschadstoffen belastet ist, die Vorteile des Stillens weiterhin gegenüber den Risiken durch eventuell vom Kind über die Muttermilch ausgenommenen Schadstoffe überwiegen. Dem Stillen und der Muttermilch, mit ihrem hohen Anteil an Antioxidanzien, können sogar eine wichtige Rolle zukommen, um die schädlichen Auswirkungen der Umweltbelastungen auszugleichen und vermindern. Inzwischen haben sich die wissenschaftlichen Bemühungen dahingehend verlagert, die Umweltbelastung zu verringern und die Bedeutung der Muttermilch als einzige Möglichkeit zur optimalen Säuglingsernährung wird zunehmend anerkannt.

Künstliche Säuglingsnahrung kann sowohl als Produkt unserer Umwelt als auch während des Herstellungsprozesses belastet werden. Muttermilch führt im Gegensatz zur künstlichen Säuglingsnahrung zudem nicht zu einer weiteren ökologischen Belastung unserer Erde.

Auch wenn Muttermilch höhere Gehalte an bestimmten organischen Schadstoffverbindungen aufweist, so ist künstliche Säuglingsnahrung keineswegs schadstofffrei. Unter anderem konnten in künstlicher Säuglingsnahrung höhere Werte für Schwermetalle, Phytoöstrogenen und Bakterien festgestellt werden. Viele fundierte Studien zeigen die gesundheitlichen Risiken von künstlicher Säuglingsnahrung auf, einschließlich lebensbedrohlicher Fehler beim Herstellungsprozess. Es wird niemals eine Rückrufaktion für Muttermilch wegen eines Produktionsfehlers geben.

Es ist nicht möglich, den Kontakt mit allen Schadstoffen zu verhindern, doch die folgenden Tipps können dazu beitragen, die Belastung zu verringern:

1. Verzichten Sie auf Zigaretten und Alkohol.
2. Vermeiden Sie Wohnraumgifte wie Schädlingsbekämpfungsmittel und bleihaltige Farben.
3. Bevorzugen Sie eine abwechslungsreiche Ernährung mit möglichst geringem Anteil an tierischen Fetten.
4. Essen Sie viel Getreide, Obst und Gemüse und waschen und schälen Sie Obst und Gemüse sorgfältig (Reduzierung der Pestizidrückstände auf der Schale). Wenn möglich Nahrungsmittel aus biologischem Anbau vorziehen.
5. Vermeiden Sie Fisch aus besonders belasteten Gewässern.
6. Meiden Sie den Kontakt mit Lösungsmitteln in Farben, Klebstoffen, Abbeizmitteln, (Nagel)Lacken und Treibstoffen.
7. Vermeiden Sie Kleidungsstücke, die chemisch gereinigt werden müssen.
8. Meiden Sie die Nähe von Müllverbrennungsanlagen und Nahrungsmittel, die in der Nähe dieser Anlagen angebaut wurden.
9. Achten Sie auf die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften und entsprechender Schutzkleidung am Arbeitsplatz.
10. Sensibilisieren Sie alle Familienmitglieder für einen sorgfältigen Umgang mit Schadstoffen und Chemikalien.

von Biggi Welter, Stillberaterin am 09.08.2020

 
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