Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Schlafen

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Hallo Biggi,
ich lese sehr gerne in Deinem Forum und habe auch schon einige Deiner Tipps befolgt. Ich weiss auch, dass Du der Meinung bist, dass man ein Kind nachts stillen soll, so lange es dies will (bzw. brauch). Aber wir haben folgendes Problem: mein Sohn (11 Monate) möchte nachts noch immer mehrmals gestillt werden. Inzwischen manchmal schon nach 40 bis 50 Minuten wieder. Wenn ich nicht darauf eingehe schreit er wie "am Spiess". Hunger wird er nach so kurzer Zeit ja wohl kaum haben. Ich habe mittlerweile darauf definitiv keine Lust mehr und denke ich muss etwas unternehmen. Meine Überlegung: Ich stille ihn nur noch zu bestimmten Zeiten (z.B. um 12, um 3 und um 6 Uhr). Ist dieses Vorgehen für ihn einsichtig? Oder ist es für ihn verständlicher, wenn ich nachts gar nicht mehr stille?
Ich bin am hin und her überlegen und weiss nur, dass etwas passieren muss!
Ich freue mich über Deinen Rat.
Margrit

von Margrit am 08.08.2001, 13:42 Uhr

 

Antwort auf:

Schlafen

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Liebe Margrit,

wenn Du dir sicher bist, dass Du an der Situation etwas ändern willst, dann dürftest Du auch die notwendige Entschlossenheit haben, um etwas zu ändern. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn jeden Zweifel spürt ein Kind sofort und reagiert entsprechend.

Für deinen Sohn wird es zwar nicht einsichtig sein, dass er nur zu bestimmten Zeiten gestillt werden darf (dazu müsste er über eine geistige Reife verfügen, die weder ein Baby noch ein Kleinkind besitzt), doch er wird sich (vielleicht) in deinen Zeitrahmen fügen.

Keinesfalls solltest Du dir jedoch ein Wunder vom nächtlichen Abstillen erwarten: es gibt keine Garantie, dass deine Nächte dadurch ruhiger werden und Du zu mehr Schlaf kommen wirst.


LLLiebe Grüße
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 08.08.2001

Antwort auf:

Schlafen

Vielleicht hilft dir auch ein Tip von einer Nicht-Stillberaterin...
Mit 11 Monaten könnte dein Sohn in der Nacht ohne Nahrung auskommen. Was er möchte, ist deine Nähe. Du könntest also auf sein Bedürfnis nach Nähe eingehen (kuscheln, streicheln, schmusen, singen, wieder gehen und warten, dann wieder hingehen usw.) - aber Brust gibt es keine mehr. Höchstens Tee aus dem Fläschchen (was die meisten Kinder empört verschmähen.) Dein Kind wird bestimmt anfangs sehr wütend sein, aber nicht lange, wenn du liebevoll aber fest bleibst. Du willst etwas ändern, weil es dir nicht mehr gut geht, das wird dein Kind spüren und nach einer Weile akzeptieren, da bin ich ganz sicher. Meine erste Tochter hat so ihre Nachtmahlzeit nach zwei (!) Tagen aufgegeben, und es hat mir soooooo gut getan, endlich nicht mehr um drei Uhr aufstehen zu müssen.
Viel Glück!
Birgila

von Birgila am 08.08.2001

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