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Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Raynaud-Syndrom

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Guten Tag Frau Welter!

Meine Hebamme hat am Freitag die Vermutung geäußert, dass ich einige Anzeichen das Raynaud Syndrom aufweise. Stark ausstrahlende Schmerzen bis in die Hand, weiße Brustwarzen, nach dem Stillen Gefühl wie tausend kleine Nadeln. Das Stillen meines 2 Wochen alten Babies entwickelt sich zur absoluten Qual. Ich möchte unbedingt weiterstillen, aber mein Frauenarzt meinte am Telefon nur, dass ich abstillen soll. An welche Experten bzw Arzt kann ich mich nun wenden?

von KleinesWunder123 am 25.01.2016, 09:24 Uhr

 

Antwort auf :

Raynaud-Syndrom

Liebes KleinesWunder123,

ich würde die Anlegetechnik zunächst noch einmal überprüfen lassen, allerdings kann es wirklich ein Soor sein oder eben das Raynaud-Syndrom.

Solche Gefäßkrämpfe sieht man immer wieder bei Frauen, die das Magnesium, das sie während der Schwangerschaft eingenommen haben, plötzlich abgesetzt haben. In seltenen Fällen handelt es sich dabei auch um ein Phänomen, das Raynaud Syndrom genannt wird und auch andere Körperteile z.B. die Finger befallen kann. Bei einem echten Raynaud Syndrom gibt es medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, die auch in der Stillzeit möglich sind.

Schau mal: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/article/830590/schmerzen-stillen-mastitis-gefaessproblem.html


Es ist nicht ganz einfach, von hier aus eine zuverlässige "Diagnose" zu stellen. Einige der von dir geschilderten Symptome lassen durchaus auch an einen Soor denken, und darum schreibe ich dir doch auch etwas darüber.

Soor ist eine Pilzinfektion, die die äußere Brust aber auch die Milchgänge befallen kann und die oft sehr schwer nachweisbar ist. Die Symptome für Soor sind sehr gut beschrieben im "Breastfeeding Answer Book":
o "starke Schmerzen der Brustwarzen oder der Brust, die seit der Geburt auftreten, während der gesamten Stillmahlzeit anhalten und durch verbesserte Stillpositionen und Anlegetechniken nicht gelindert werden können,
o plötzlich einsetzende Schmerzen der Brustwarzen und/oder Brust nach Ablauf der Neugeborenenperiode,
o juckende oder brennende Brustwarzen, die rosa oder rot, glänzend und fleckig aussehen und/oder mit einem Ausschlag aus kleinen Bläschen bedeckt sind,
o offene Brustwarzen,
o stechende Schmerzen in der Brust während oder nach dem Stillen,
o schmerzende Brustwarzen und/oder Brüste bei korrektem Gebrauch einer vollautomatischen elektrischen Milchpumpe,
o Infektionen der Scheide mit Hefepilzen (Monilia)."

Es könnte also sein, dass behandelt werden sollte, auch wenn ein Abstrich keinen Soor ergibt. Auf jeden Fall solltest du dein Kind weiterhin stillen, denn WENN du Soor hast, sind die Erreger auch schon in deinem Kind, und behandelt werden immer BEIDE, Mutter und Baby!

Es kann natürlich doch auch sein, dass es sich um ein durch nicht so ganz korrektes
Anlegen verursachtes Problem handelt.
Aus der Ferne kann ich jedoch nicht sagen, was es ist und deshalb ist es am sinnvollsten, wenn Du dich an eine Stillberaterin in deiner Nähe wendest und dir beim Stillen zuschauen lässt.
Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter:
http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).

Vielleicht kann dir die Hebamme bei der Arztwahl helfen, sie weiß sicher, wer in deiner Nähe Erfahrung damit hat.

LLLiebe Grüße,
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 25.01.2016

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