Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Mit Milchbrei beginnen

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Hallo Frau Welter,

mein Sohn ist nun 26 Wochen alt. Er ist ein Stillkind und war nie von der Flasche zu überzeugen. Da er aber wirklich ein sehr hungriges (und dickes) Kind ist und auch jedem Löffel hinterherguckte bzw. uns das Brot aus der Hand klaute und ich dazu mit dem häufigen Stillen doch zunehmend unglücklich bin, habe ich nun vor ca. 3 Wochen mit dem Mittagsbrei begonnen (Pastinake, dann P + Kartoffel mit etwas Obst). Anfangs hat er den total verweigert - mittlerweile isst er aber zumindest so ca. 8 Löffelchen Brei. Danach stille ich natürlich noch.
Kann ich nun trotzdem schon mit dem Abendbrei starten oder besteht die Gefahr, dass er dann den Mittagsbrei wieder ganz verweigert?
Mein Plan war, ihn dadurch gleichzeitig auch mit dem Löffel an den Geschmack von Industriemilch zu gewöhnen. Also fertigen Milchbrei zu nehmen, sodass er evtl. irgendwann auch mal Flaschenmilch akzeptiert und ich ganz Abstillen kann. Ist das wohl ok oder eher zu früh?
Kann natürlich auch sein, dass er den Milchbrei gar nicht mag...

Danke und viele Grüße

von Sohnemann1 am 08.10.2012, 22:00 Uhr

 

Antwort auf:

Mit Milchbrei beginnen

Liebe Sohnemann1,

ich würde noch etwas abwarten, Ihr Kind ist noch soooo jung und Abendbrei könnte Ihrem Baby noch arg schwer im Magen liegen. Vielleicht wäre es dann doch besser, zur Flasche hin abzustillen.

Da sich die Techniken des Trinkens an der Flasche und an der Brust deutlich unterscheiden und sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab. Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt „Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt.

Oft klappt es auch besser, wenn zunächst abgepumpte Muttermilch aus der Flasche angeboten wird, später wird dann erst löffelweise, dann immer mehr Säuglingsmilch untergemischt.

Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren.
Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln.

Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt:

• die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist
• das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln
• den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut
• den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen
• verschiedene Saugerformen und Lochgrößen ausprobieren
• verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen
• versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern
• geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel)

Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche und gerade bei einem Kind ab sechs Monaten lässt sich der Becher gut einführen und die Flasche muss nicht mehr in jedem Fall unbedingt eingeführt werden.

Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben.

LLLiebe Grüße
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 08.10.2012

Antwort auf:

Mit Milchbrei beginnen

Hallo Frau Welter,

ok. Danke. Allerdings ist er wirklich sehr hartnäckig bei meinen Versuchen, ihm das Trinken aus der Flasche schmackhaft zu machen. Er trinkt auch keine MuMi aus der Flasche und ich probiere das schon seit mind. 2 Monaten. Bzw. lasse meine Mutter die Flasche geben. Er kann aus der Flasche trinken. Die TEchnik ist also nicht das Problem (im Halbschlaf hat es schonmal 3 Tage lang geklappt - danach war Ende, weil er beim Aufwachen gemerkt hat, dass er aus der Flasche trinkt. Seitdem kaut er nur noch auf allen Saugern rum (hab schon alle Arten durch auch den Medela) und fängt dann igrendwann an richtig Theater zu machen. Er will einfach nicht. Die ersten Becherversuche waren auch nicht so toll. Daher hatte ich gehofft, dass er vielleicht lieber direkt löffelt. Dann versuche ich evtl. doch nochmal die Becherfütterung.

von Sohnemann1 am 08.10.2012

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