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Stillberaterin Biggi Welter

Stillberatung

Biggi Welter

   

 

Ist das Stillen schon vorbei?

Guten Tag
Ich möchte wissen, ob ich mein kleines Mädchen noch irgendwie stillen kann oder ist es vorbei?
Meine kleine ist jetzt 5 Monate. Bis 3 Monate habe ich sie voll gestillt, was wunderbar geklappt hat. Ich habe das Stillen sehr genossen und war stolz auf mich mein Kind nur mit meinem Körper zu versorgen.
Leider hat mein Mädchen ab dem 3 Monat schlecht zugenommen - 100 gr pro Woche und die Kinderärztin hat mir geraten, zu zufüttern. Am Anfang hab ich ihr nach dem Stillen bisschen von pre Nahrung gegeben. Je öfter sie die Flasche bekommen hat umso weniger wollte sie an die Brust. Irgendwann habe ich sie nur nachts gestillt und tagsüber abgepumpt, sodass die Hälfte ihrer Nahrung aus Muttermilch bestand. Ich fand es schön und habe es genossen wenigstens in der Nacht zu stillen.
Ab dem 4 Monat schläft sie durch, und wenn ich ihr am Morgen Brust gebe, dann weint sie nur noch und dreht sich weg. Jetzt nimmt sie die Brust gar nicht mehr. Seit sie nicht mehr an der Brust trinkt ist meine Milch sehr stark zurück gegangen. Trotz abpumpen komme ich nur noch auf 50 ml am Tag , auch wenn ich mehrmals am Tag Pumpe, kommt fast nichts mehr raus.. Wars es das schon mit Stillen oder kann man noch was machen? Ich könnte echt heulen, wenn ich daran denke nie wieder meinen Schatz zu stillen.
Kann man noch was machen? Ist es möglich sie wieder an das Stillen zu gewöhnen? Gibt es Mittel die milchmenge zu steigern?
Würde sie so gerne noch paar Monate mit meiner Muttermilch versorgen!
Liebe Grüße

von Liliputka am 11.02.2019, 21:11 Uhr

 

Antwort:

Ist das Stillen schon vorbei?

Liebe Liliputka,

theoretisch wäre es sicherlich möglich, die Milchmenge zu steigern und wieder voll zu stillen, ob Ihr Kind die Brust noch einmal akzeptiert, ist eher fraglich.
Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ungefähr eine Woche pro Monat, der nicht mehr gestillt wurde, plus eine zusätzliche Woche gerechnet werden muss, um wieder eine ausreichende Milchmenge zu bilden. Allerdings gibt es keine Garantien.

Das grundlegende Vorgehen bei einer Relaktation und auch der induzierten Laktation besteht darin, das Baby dazu zu bringen so oft wie möglich an der Brust zu saugen. Dadurch werden die Brüste (wieder) zur Milchbildung angeregt. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch mit einer guten Milchpumpe erreichen. Häufig ist auch zusätzliches Pumpen neben dem Anlegen des Kindes sinnvoll, um die Milchproduktion zu steigern. In manchen Fällen wird die Relaktation bzw. induzierte Laktation zusätzlich mit Medikamenten unterstützt. In den Ländern der dritten Welt, wird meist ohne Medikamente vorgegangen und die Ergebnisse sind dennoch fast immer besser als bei uns. Gut beschrieben wird der Vorgang der Relaktation in dem Buch „Stillen eines Adoptivkindes und Relaktation“ von Elizabeth Hormann (ISBN 3 932022 02 5), das im Buchhandel oder bei La Leche Liga Deutschland und bei jeder LLL Stillberaterin erhältlich ist.

Allerdings verlangt eine Relaktation sehr viel Durchhaltevermögen und möglichst die Unterstützung einer darin erfahrenen Stillberaterin. Eine wesentliche Rolle spielt auch das Kind, das die Brust (wieder) annehmen muss.

Die Kollegin kann Ihnen dann bei Bedarf Tipps zum korrekten Anlegen geben, kann Ihnen erklären, woran Sie erkennen, ob Ihr Kind korrekt saugt und Ihnen überhaupt gezielte Hinweise geben. Im direkten Kontakt lassen sich viele Fragen viel besser klären.
Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter:
http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).

LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter am 11.02.2019

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