Dr. med. Vincenzo Bluni

Wiederholungsrisiko

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo!

Ich habe vor fünf Wochen einen süßen Jungen bekommen. Nachdem meine erste Schwangerschaft völlig komplikationslos verlief (spontan 38. Woche, 2890g), hatte ich nun bereits in den ersten Wochen Bluthochdruck entwickelt, der medikamentös eingestellt wurde (Methyldopa 250 und Metohexal 47,5 mit steigender Anzahl Tabletten). Die Plazenta zeigte deutliche Verkalkungserscheinungen und so wurde nach 37. Woche+3 Tagen die Geburt eingeleitet. Zuvor wurden noch "leichte" Herzrhythmusstörungen beim Kind festgestellt, die Untersuchung des Herzens war aber in Ordnung. Das Geburtsgewicht betrug 2940 g. Am zweiten Tag hat er, genau wie unser erstes Kind, eine Gelbsucht entwickelt (meine Blutgruppe ist 0+, seine A+).
Nun meine Frage, wie hoch wäre das Risiko bei einer erneuten Schwangerschaft, dass sich diese Befunde wiederholen?

Danke für Ihre Antwort!

von lara88 am 17.09.2008, 22:49 Uhr

 

Antwort auf:

Wiederholungsrisiko

Hallo,

hier gibt es nur Untersuchungen zum hohen Blutdruck:

die Zahlen der Literatur beziffern das Wiederholungsrisiko für eine Präeklampsie (Gestose) zwischen 19,5 -25,9 Prozent. Es ist also nicht gerade gering.

Nach einer Eklampsie ist das Wiederholungsrisiko etwa bei 21.9Prozent bis 46.8 Prozent. Nach einem HELLP-Syndrom ist das Wiederholungsrisiko zwischen 3-5 Prozent anzusiedeln.

Im Falle eines erneuten Kinderwunsches mit derartiger Vorgeschichte sollte sicher schon im Vorfeld auch der Hausarzt nach internistischen Symptomen, die von Herz-Kreislaufsystem ausgehen können oder auch die Niere betreffen können, schauen, um hier im entsprechende Risiken auszuschließen.

Auch können schon mal Gerinnungsstörungen bei der Frau, die nur mit speziellen Untersuchungen nachweisbar sind, ursächlich sein.

Darüber hinaus sollte die Frau dann während der Schwangerschaft auf eine möglichst gesunde Ernährung unter Wahrung der maximalen Gewichtszunahme, einer ausreichenden Flüssigkeits-, Eiweiß- und Salzaufnahme achten.

Die prophylaktische Einnahme von Magnesium hat sich in wissenschaftlichen Studien eindeutig als vorbeugend erwiesen.

Unter Berücksichtigung der Vorgeschichte sind entsprechende Hinweiszeichen frühzeitig zu beachten.

Auch ist über eine Ultraschall-Doppleruntersuchung zu sprechen, bei der man schon früher, als mit anderen Methoden, Hinweiszeichen für eine Präeklampsie (Gestose) erkennen kann.


VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 18.09.2008

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