Dr. med. Vincenzo Bluni

Vaterschaft

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Achtung - für Knobler, Denker und Wissenschaftler/Innen (und alle anderen ) :
Hallo,
ich habe ein dummes Problem, welches mir sehr unangenehm ist.
Trotzdem:
Ich hatte am 06.10.2008 meine Regel.
Am 18.10.2008 hatte ich Sex mit meinem Freund (nehme die Pille nicht)
Dann war Sendepause zwischen uns aufgrund einer Krise....
Am 30.10.2008 hatte ich Sex mit einem anderen Mann, mit Gummi, welches jedoch nach seinem Orgasmus nicht mehr dort war, wo es hingehörte....
Dann kamen mein Freund und ich doch wieder zusammen und hatten am
05.11.2008 wieder Sex - ungeschützt.
Dann, oh Schreck gab es tausend Anzeichen für eine SS, also machte ich am 08.11. einen Test von Rossmann. Negativ.
Am 09.11. noch einen: ein ganz zarter zweiter rosa Strich.
Am 04.12. wurde dann eine Herzaktion bei meinem 5mm-Hüpfer festgestellt. Die FÄ sagte, ich sei in der 7. SSW.

So, nun mal abgesehen davon, dass ich ein totaler anscheinend nicht nachdenkender Vollidiot bin, stellt sich mir die zermürbende Frage: Wer ist der Erzeuger???
Ich sprach mit meinem Freund darüber, der will das Kind, hat aber große Bedenken, dass er das Baby genauso lieben kann wie sein eigenes, wenn sich herausstellt, dass er nicht der Erzeuger ist.
Wir beide klammern uns an den Gedanken, dass seine Spermien ca 5 Tage in mir überlebten, bis zum Eisprung und dann das Ei noch ca 3 - 4 Tage brauchte, bis es sich eingenistet hat. (Was bei einem 32 Tage-Zyklus möglich sein müsste)
Wenn der andere nämlich getroffen hätte, müsste ja Befruchtung und Einnistung an einem Tag passiert sein und dann hat der Test nach 10 Tagen positiv angezeigt. Geht das?
Und kann man vor der Entbindung einen Vaterschaftstest machen, damit wir Gewissheit haben und uns ggf. drauf einstellen können?
Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße von
Saskia

von saskia24 am 11.12.2008, 19:54 Uhr

 

Antwort auf:

Vaterschaft

Liebe Saskia,

1. von einer solch "delikaten " Situation hören wir nicht nur hier immer wieder. Man kann aber nur sagen, dass über die Vaterschaft in solchen Situationen im Nachhinein meist nur spekuliert werden kann. In einigen Fällen kann man die Wahrscheinlichkeit einer Vaterschaft auf Grund konkreter Angaben zum Zyklus und Zeitpunkt des Verkehrs sicher eher annehmen oder ausschließen kann. Alles andere geht erst nach der Geburt per Vaterschaftsgutachten. So hart das dann auch klingt.

2. wenn beim ersten Partner der Verkehr etwa am 12. Zyklustag und beim zweiten etwa am 24. stattfand, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft beim zweiten Partner zumindest als gering anzusehen.

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 12.12.2008

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Vaterschaft

Hi,

es fehlen noch einige wichtige Angaben:
1. Wie lange dauert normalerweise Dein Zyklus
2. Hast Du überhaupt einen regelmäßigen Zyklus?
3. Ist der 6.10. der 1. Tag deiner Blutung gewesen?

Liebe Grüße
Mati

von Matimuc am 11.12.2008

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Vaterschaft

Falls der 6.10. der erste Tag der letzten Periode ist und du ganz genau einen Zyklus von 32 Tagen hast, müsste dein Partner eher wahrscheinlicher der Papa sein.

Habe dies mittels eltern.de - Fruchtbarkeitsrechner ermittelt. Hier der LinK:
http://www.eltern.de/kinderwunsch/fruchtbarkeit/fruchtbarkeitskalender.html?t_action=output&t_fkDate%5Bday%5D=6&t_fkDate%5Bmonth%5D=10&t_fkDate%5Byear%5D=2008&t_fkDuration=32

Falls das nicht funktioniert, dann geh auf eltern.de, kinderwunsch, fruchtbarkeitskalender, gib den ersten tag der letzten Regel ein und deine zykluslänge.

Ein Vaterschaftstest ist mittels Fruchtwasserpunktion möglich.

Alles Gute

von Sternchen120408 am 11.12.2008

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Vaterschaft

Da wird alles spekulieren, rumrechnen, hoffen etc. vergebens sein. um einen Vaterschaftstest wirst Du nicht drumrumkommen - und das geht erst nach der Geburt.
Für einen pränatalen Vaterschaftsnachweis wird keine Fruchtwasserpunktion gemacht.

Vom 18.10. kann das Kind nicht stammen, dann wäre der Test viel früher positiv geworden und Du wärst am 4.12. nicht erst in der 7. SSW.
Die beiden anderen Termine liegen viel zu dicht beieinander, um über Ausschlußverfahren den Erzeuger zu bestimmen.

von Andrea6 am 12.12.2008

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Vaterschaft

Hallo, ja eine blöde Situation für euch!
Also schau doch mal auf 9monate.de/Interaktives/eisprungkalender!
Da steht bei 32 Tage Zyklus: Fruchtbar ab 19.10-24.10 Eisprung am 23.10.
Einnistung am 28.10. wenn das alles so stimmt steht da Urin test ab 7.11 positiv.
Also ich bin davon überzeugt, wenn alle Angaben von dir stimmen dann war es dein Freund, denn das andere hätte nicht gereicht.
Ich glaube ihr könnt euch ganz beruhigt zurücklegen und euch auf euren Krümmel freuen.
Lg Conny

von Sarinas Mama 25 am 12.12.2008

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Vaterschaft

Hi Mati,
ich hab, warum auch immer, in den letzten 2 Monaten keinen regelmäßigen Zyklus gehabt.
Ansonsten war er ca 28 Tage lang.
Ja, der 6.10. war der 1. Tag.

Danke dir!

von saskia24 am 12.12.2008

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Vaterschaft

Hi Sternchen,
danke für den Tipp mit dem Rechner, die hab ich auch schon zum Qualmen gebracht =)
Ob mein Zyklus diesen Monat 32 Tage lang war, weiß ich nicht, er war komischerweise in den letzten 2 Monaten unregelmäßig. (Auf die 32 Tage bin ich gekommen, weil ich mit dem Fruchtbarkeitskalender "gespielt" hab)
Ich hatte heute morgen eine Ärztin eines Kinderwunschzentrums am Telefon, die bereit war, mir Auskunft zu geben, ohne erstmal meine Versichertenkarte zu bekommen. Sie riet mir von einer Chorionzottenbiopsie ab, wenn ich es doch wünsche, müsste ich 1500 Euro zahlen. Die hab ich natürlich gerade nicht auf der hohen Kante.
Von Fruchtwasserpunktion hat sie nichts erzählt, allerdings hab ich auch nicht nachgefragt.
Danke für deine Hilfe!

von saskia24 am 12.12.2008

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Vaterschaft

Hi Andrea,
danke für die Antwort - auch wenn sie nicht das ist, was ich hören will =)

Dass mein Freund am 5.11. nicht "getroffen" hat, davon bin ich auch überzeugt, weil der Test am 9.11. schon positiv war.
Aber wenn der andere am 30.10. getroffen hat und der Test am 9.11. schon positiv war, ist das auch relativ knapp, oder? Die brauchen meines Wissens nach länger...?!?
Meine Frauenärztin hat auch errechnet, dass es wahrscheinlich der junge Mann vom 29.10. war, allerdings war sie sich nicht sicher und meinte, sie sei selbst manchmal überrascht, wie sehr sie sich verrechnet (Spricht das von Kompetenz?)
Lieben Gruß

von saskia24 am 12.12.2008

Antwort auf:

Vaterschaft

30.10. - nicht 29.10.

von saskia24 am 12.12.2008

Antwort auf:

Vaterschaft

30.10. - nicht 29.10.

von saskia24 am 12.12.2008

Antwort:

Wirklich erstaunlich...

..finde ich es, wie viele Menschen offenbar glauben, anhand von ein paar Daten eine Vaterschaftsdiagnose stellen zu können...
Ja, mit der Rechnerei ist das so eine Sache - die Eier und die Spermien machen einfach, was sie wollen!
Das fertile Fenster ist jedenfalls sehr viel größer, als viele glauben - all die Kinder, die entstanden sind, als "eigentlich überhaupt nichts passieren konnte" sind leibhaftige Zeugen.
Die Frauenärztin kann ebenfalls nur vermuten, und wenn sie das zugibt ist es ehrlich und kompetent.
Auch wenn´s schwerfällt: wait and see!
Freu Dich erstmal auf Dein Baby und löse Probleme erst dann, wenn sie dran sind...
Mit manchen "Fehlern" muß man sein Leben lang leben, und nicht wenige davon stellen sich irgendwann als Glücksfall heraus.
Es gibt auch noch sowas wie Schicksal!

von Andrea6 am 12.12.2008

Antwort auf:

Vaterschaft

Hi Conny,
danke für deine aufbauende Mail!
So ähnlich wie du gerechnet hast, sind wir auch auf den Trichter gekommen, dass mein Freund der Papa ist.
Aber die Vorstellung, dass es nicht unseres ist, macht uns schon ziemlich fertig, zumal meine Mutter (die vor Wut fast durchs Telefon gekommen ist) meinte, wir müssten es für immer für uns behalten, wenn es nicht unser gemeinsames Kind ist und wenn ich nicht das Ansehen all unserer Verwandten/Bekannten verlieren will....
Fraglich ist nur, ob es sich verheimlichen lässt und ob ich da überhaupt Lust zu hab, allen ewig was vorzumachen. Das ist nicht mein Ding..
Die Neuigkeiten von heute Morgen haben aber ergeben, dass wohl nur Geduld hilft, bis mein Baby da ist.
Lieben Gruß!

von saskia24 am 12.12.2008

Antwort auf:

Vaterschaft

Hallo Saskia,

die Situation ist blöd, aber ich sehe soviel posivites: Dein Freund will Dich und das Kind, das ist erst einmal das Wichtigste. Wenn Ihr das Kind gemeinsam aufzieht, ist er der Vater, auch wenn es noch einen biologischen Vater gibt. Ich denke, es ist besser, Ihr wisst vor der Entbindung nicht Bescheid und seid ganz unbefangen. Dann könnt Ihr immer noch überlegen, ob Ihr einen Vaterschaftstest machen lasst, was auch für das Kind, das ja auch ein Recht hat zu wissen, wer der biologische Vater ist, wichtig ist.

Mit ein bischen Glück passt alles, sonst kommt vielleicht ja die Adoption in Betracht.

von Astrid18 am 12.12.2008

Antwort:

Wirklich erstaunlich...

Ja, das liebe Schicksal... Ich glaube auch daran. Nur momentan fällt es mir schwer, etwas Positives aus der Sache zu ziehen. Ich habe Frauen immer ziemlich dämlich gefunden, die nicht wissen, wer der Erzeuger ihres Kindes ist: Jetzt steck ich selbst in der besch.... Lage. Dazu kommt noch das Ansehen der anderen - mein Vater würde durchdrehen!!! (Meine Mama weiß Bescheid, hält aber dicht) Und wenn er später das Baby sieht und es sieht meinem Freund nicht sehr ähnlich, darf ich mich auf bohrende Fragen gefasst machen und muss bei jedem Besuch Angst haben, dass es rauskommt. Auch die anderen Deppen dieser Welt, die ewig meinen, herausfinden zu müssen, wem denn jetzt das Baby eigentlich ähnlicher sieht (komisch: Bei meiner Tochter kommen sie ständig zu dem Entschluss, dass sie uns beiden ähnelt.... Ach so - na, woher das wohl kommt?!?!?) :-)
Momentan freu ich mich gar nicht auf den Zwerg - aber ich würde so gern. Allein schon deshalb habe ich die negativen Gedanken satt, weil Baby ab einer bestimmten Zeit Emotionen von mir mitkriegt. (Ich las, dass das schon recht früh losgeht)
Und zu guter Letzt nervt mich meine finanzielle Lage. Da ich momentan keine Festanstellung habe, sondern seit kurzem freiberuflich rumhühner, bleib ich dann wohl die nächste Zeit Hartz 4-Empfängerin, bis Baby so alt ist, dass ich es ein paar Stunden weggeben kann. Bin Gymnastiklehrerin und hab mich zur Personal Trainerin und Pilateslehrerin weiterbilden lassen.

....Wahrscheinlich interessiert es Dich gar nicht... =) Aber ich finde es super, alles mal aufzuschreiben. Hab das Gefühl, es ordnet meine Gedanken und mir wurde gerad klar, dass ich das finanzielle noch viel mehr ausschöpfen kann. Das ist in meiner ganzen Frustration ums Baby total untergegangen.
So, liebe Andrea, jetzt wird das Geld-Thema aktiviert und das Baby-Thema erstmal ad acta gelegt.
Danke für....weiß ich auch nicht. Aber ich fühl mich jetzt besser und ich habe wieder Tatendrang in mir....
Lieben Gruß! =)

von saskia24 am 12.12.2008

Antwort:

Nur Mut :-)

Manchmal hilft es tatsächlich, über Probleme zu reden (in diesem Falle eben zu schreiben), ohne daß diese sich dadurch beheben lassen. Man sieht klarer und kann das Wichtige vom Unwichtigen trenne, bekommt auch ev. eine andere Sichtweise.
Ein großes Thema scheint für Dich die Reaktionen anderer zu sein - um darüber zu stehen mußt Du Dich stark machen. Die "Sache", d.h. die ungeklärte Vaterschaft erstmal bis zur Klärung unter dem Tisch zu halten wäre sicherlich besser gewesen: weiß es einer weiß es jeder, so dicht kann nichts gehalten werden. Sollte sich tatsächlich herausstellen, daß der Kindsvater nicht Dein Freund ist mußt Du mit offenen Karten spielen, alles Andere wäre lebensmüde. Sei sicher: solche Geheimnisse kommen IMMER heraus - aber um welchen Preis!
Zur Freude auf das Baby kannst Du Dich nicht zwingen - Gedanken lassen sich nicht verhaften, nicht steuern oder befehlen.
Es ist sicher ein besonderes Kind, das da heranwächst, lade es einfach ein, mit Dir zu leben - das hat es nämlich verdient.
Die Liebe zu ihm wird kommen, ganz gleichgültig, welchen Vater es hat, denn es hat eine Mutter - nämlich Dich.
Wenn die Liebe zwischen Deinem Freund und Dir trägt, dann liebt er Dich und das Kind vorbehaltlos.
Ich hoffe, das klingt jetzt alles nicht zu salbungsvoll - das sollte es nicht.

von Andrea6 am 12.12.2008

Antwort:

Nur Mut :-)

Hui, danke für deine Worte!
Zu salbungsvoll klangen sie nicht, hab danach nur ne Runde über der Tastatur gelegen und geheult, weil ich deinen Text zum Thema "Baby einladen" so rührend fand. Wie recht du hast....
Es kann mir so egal sein, von wem das Kleine ist, es hat sich zu mir durchgeboxt und hat ein Recht auf Leben.
Nachdem ich dir das letzte Mal geschrieben habe, habe ich plötzlich nicht mehr daran gedacht, was wäre, wenn es von dem anderen wäre und ob ich es abtreiben will. Warum auch immer ist alles vorbei und ich habe seitdem keine schlechten Gedanken mehr.
Du hast auch Recht in Bezug auf das Thema: verheimlichen, falls der andere der Erzeuger ist. Leute, die mich mögen, werden mich trotzdem akzeptieren und auch den Zwerg lieben. Das wird dann ggf eine natürliche Auslese derer, die ich bis jetzt glaubte zu mögen =)
Das mit meinem Vater würde für mich der schwerste Gang werden, da er sowas absolut nicht nachvollziehen kann. Aber wenn er sieht, dass mein Freund und ich glücklich sind, wird er es vielleicht akzeptieren.

AUSSERDEM: Dr. Bluni hat mir geantwortet, wie du vielleicht bereits gelesen hast und hält eine SS von dem anderen für eher unwahrscheinlich. Meine Mum hat auch nochmal hochwissenschaftlich recherchiert und herausgefunden, dass Babys Herz, wenn es denn am 30.10. enstanden wäre, am 4.12. noch nicht hätte sichtbar schlagen dürfen (und das tat es).
Für sie ist also völlig ausgeschlossen, dass der andere der Vater ist (vielleicht auch ein bißchen deshalb, um das Weihnachtsfest zu retten und um sicherzugehen, dass ich auch wirklich Weihnachten vorbeikomme)

Ich sehe das Ganze jetzt ziemlich gelassen und fange langsam an, mich auf das Baby zu freuen. =)

von saskia24 am 15.12.2008

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