Dr. med. Vincenzo Bluni

Proteinurie

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo Dr. Bluni!
Mein Fa hat heute im Urin Proteine und Bakterien festgestellt. Außerdem habe ich Schmerzen über der Blase. Also einen Harnwegsinfekt, der jetzt mit amoxicillin behndelt wird. Nun meinte er aber auch noch, dass das Frühzeichen einer Gestose sein könnten? Da bin ich doch sehr erschrocken. Mein RR war 110/77. Muss ich mir da jetzt Sorgen machen, oder ist das doch ehr im Rahmen des Harnwegsinfektes zu sehen?
Vielen Dank für Ihre Einschätzung!
Bin in der 8.SSW und die erste SS war komplikationslos.
Elli

von elisabeth78 am 19.01.2010, 14:42 Uhr

 

Antwort auf:

Proteinurie

Liebe Elli,

mit dem Eintreten einer Schwangerschaft stellen sich zum Teil einschneidende körperliche Veränderungen ein. Es kommt gerade in der Endphase einer Schwangerschaft häufig zu einer physiologischen Ausscheidung von geringen Mengen an Zucker und/oder Eiweiß. Dieses wird durch eine verstärkte Durchlässigkeit der Gefäßbündel der Niere verursacht.

Bedeutsam in diesem Zusammenhang sind deshalb auch neben der ausgeschiedenen Eiweißmenge auch andere Begleiterscheinungen und Symptome, die sich ggf. zeigen. Während der Schwangerschaft ist ein Eiweißgehalt des Urins von unter 0,5g/l im 24-Stunden-Urin noch als physiologisch anzusehen.

Deshalb ist eine geringe Menge an Eiweiß, die in den Urin gelangt und hier nachgewiesen wird häufig als Folge der Umstellung des Körpers im Rahmen der Schwangerschaft als völlig normal anzusehen.

Größere Mengen an Eiweißausscheidungen, die ggf. noch in Kombination mit anderen Symptomen, wie verstärkte Wassereinlagerungen und erhöhtem Blutdruck auftreten, können wiederum ein Hinweis auf eine schwangerschaftsspezifische Ursache, wie der Präeklampsie oder auch „EPH-Gestose“ sein.

Diese stellt eine besondere Komplikation der Schwangerschaft dar. Hierbei steht das "E" für den englischen Begriff "edema" (Ödeme), das "P" steht für Proteinurie (Eiweiß im Urin) und "H" steht für Hypertonie (Bluthochdruck).

Wie hier dieser Befund für Ihre persönliche Situation einzuschätzen ist, kann sicher Ihre behandelnde Frauenärztin/Frauenarzt im Rahmen einer Untersuchung klären.

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 19.01.2010

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