Dr. med. Vincenzo Bluni

Progestan überdosierung und kinderkrebs?

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo herr dr. Bluni. mein Sohn wurde bereits im Februar 2015 geboren. Wir hatten vorher eine lange harte Zeit des kinderwunsches. Wie waren in einer Klinik und ich habe auch für eine gewisse Zeit Hormonpräperate zu mir genommen wie z.b clomifen und progestan. Nach einigen missglückten versuchen in der Klinik, klappte es letzendlich doch natürlich . Ich hatte noch 1-2 blister vom progestan. Ich habe diese vaginal genommen von der ca. 6ssw bis zur 8ssw. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen worum es um eine dänische Studie geht und kinderkrebs. https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4903093
was halten Sie davon?
Des weiteren mache ich mir Vorwürfe dieses Medikament genommen zu haben. Ich hatte so schreckliche Angst das Kind zu verlieren und dachte wenn sie Gynäkologie das bei einer eventuellen ss verschreibt, wird es ja nicht schaden.
Ich hatte keinen progesteronstatus. Denken Sie ich kann mich da mit überdosiert haben und mein Kind hat ein erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung?
Ich habe das Medikament im kinderwunsch 3x2 kps. Genommen. Wo ich tatsächlich schwanger wurde, habe ich glaube etwas weniger genommen. Es war progestan und im beipackzettel steht, "nicht in der schwangerschaft " warum darf es nicht angewendet werden und mir wurde es verschrieben ?
Des weiteren stellt sich mir die Frage warum embyothox das Medikament nur grau als freigegeben gibt wenn es doch so oft in der ss angewendet wird. Können sie dazu Bezug nehmen? Ich weiß sie halten nicht viel das so oft zu verschreiben. Ich kann es nicht mehr ändern. Ich hatte damals solche Angst das Baby zu verlieren und dachte nicht das ich irgendwas falsch mache wenn mir das sogar bei der kinderwunschbehandlung verschrieben wurde. Muss ich jetzt immer Angst haben dass mein Kind mit Krebs erkrankt ?

von Elli200707 am 06.07.2019, 11:03 Uhr

 

Antwort:

Gelbkörperhormon in der Frühschwangerschaft zur Vorbeugung einer Fehlgeburt

Hallo,

1. nicht ohne Grund schreibe ich in diesem Forum seit sehr vielen Jahren, dass es für die vorsorgliche Verabreichung bei der spontan entstanden Schwangerschaft keinerlei Evidenz gibt, dass diese Maßnahme eine frühe Fehlgeburt verhindern würde.

Dessen ungeachtet ist es aber praktisch fest institutionalisiert in Deutschland. In anderen Ländern überhaupt nicht.

2. darüber hinaus haben wir ehrlich gesagt bis heute keinerlei seriöse wissenschaftliche Studien, die darauf schließen lassen würden, dass von dieser Maßnahme negative Auswirkungen, oder gar eine Erhöhung des Risikos einer Krebserkrankung im Kindesalter zu erwarten wäre.

3. was die von Ihnen zitierte dänische Studie angeht, bin ich nicht der Meinung des Hämato-Onkologen, der auf der Seite zitiert wird. Die werden sicherlich weitere Untersuchungen/Studien notwendig sein, um sicherzustellen, ob es wirklich einen Zusammenhang gibt, oder ob dieser ganz woanders liegt.

Hier bleibt dann auch noch die Einschätzung der restlichen Fachwelt abzuwarten, insbesondere, wenn es um die Analyse und Interpretation dieser Studie geht.

Darüber hinaus handelte es sich um Frauen, die sich einer Hormonbehandlung im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung unterzogen haben. Das sind nicht die Frauen, von denen ich unter Punkt eins gesprochen habe. Bei den Frauen, die ich unter Punkt eins erwähne, sind es keine Frauen unter Kinderwunschbehandlung und die Dosierungen sind sicherlich deutlich geringer, als sie sonst eingesetzt werden.

Herzliche Grüße

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 06.07.2019

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