Dr. med. Vincenzo Bluni

Natürliche Geburt trotz tiefliegender Plazenta

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo,
bei mir wurde eine tiefliegende Plazenta diagnostiziert, ca. 1cm vom Muttermund entfernt. Ich bin jetzt in der 36.SSW und an dem Befund hat sich nichts verändert.
In der 31. Woche war ich bereits mit Blutungen für einige Tage im KH und habe auch sicherheitshalber die Lungenreife bekommen. In der 34.Woche hatte ich dann erneute Blutungen (eine richtige Sturzblutung) und lag wieder im KH. Seit dem soll ich Magnesium nehmen, mich körperlich mehr schonen etc.
Im KH wurde mir gesagt, dass bei einer natürlichen Geburt bzw. bei Einsetzen der Wehen die Gefahr recht hoch ist, dass es erneut zu Blutungen und Komplikationen ggf. sogar einem Not-Kaiserschnitt kommen kann.
Meine Frauenärztin sieht das ganze jedoch sehr gelassen und ist der Meinung, ich könne natürlich entbinden.
Jetzt muss ich mich entscheiden ob KS oder natürliche Geburt.

Wie schätzen Sie die Lage ein? Ist eine natürliche Geburt realistisch?

Vielen Dank.

von Holly123, 36. SSW   am 10.12.2019, 17:40 Uhr

 

Antwort auf:

Natürliche Geburt trotz tiefliegender Plazenta

Hallo,

meines Erachtens sollte dann die Situation durch die erfahrene Oberärztin/Oberarzt einer größeren Frauenklinik eingeschätzt werden.

Bei einem Abstand von nur 1 cm werden wir erfahrungsgemäß kaum zu einer vaginalen Geburt raten, da das damit verbundene Blutungsrisiko deutlich erhöht wäre.

Die Frage ist dann natürlich immer auch, wie sehr man bereit ist, das Schicksal herauszufordern.

Liebe Grüße

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 10.12.2019

Antwort auf:

Natürliche Geburt trotz tiefliegender Plazenta

Hallo! Ich hoffe, ich darf mich da einmischen. Ehrlich gesagt würde ich den Ärzten in der Klinik mehr vertrauen als der niedergelassenen Frauenärztin. Oder zumindest die Frauenärztin mal fragen, wann sie ihre letzte Entbindung betreut hat und wie viele Schwangere mit ähnlichen Befund sie schon entbunden hat. Ich würde denken, deine Frauenärztin kennt Geburten nur noch aus dem Lehrbuch und die letze Geburt hat sie während des Studiums/oder Facharztausbildung mitgemacht, eigene Geburten natürlich ausgeschlossen. Von daher würde ich denen vertrauen, die das tagtäglich machen und einfach mehr Erfahrungen haben. Sicherlich wird es es eine Risikogeburt sein.

Letztendlich müssen die behandelnden Ärzte und Hebammen entscheiden, ob sich dich unter den Umständen natürlich entbinden lassen; sie tragen am Ende die Verantwortung, wenn dir und/oder dem Baby was passiert. Bei deiner Frauenärztin ist es eben anders: sie kann eine Meinung haben oder eine Empfehlung aussprechen, aber die Verantwortung für die Entbindung trägt sie nicht!

Eine Zweitmeinung kannst du dir ja trotzdem holen, dann aber am besten in einer entsprechenden Frauenklinik! Also einfach nochmal in einer anderen Geburtsklinik vorstellig werden. Vielleicht hilft es dir, da es die Meinung der Klinikärzte bestätigt oder deinen Wunsch nach einer natürlichen Geburt stärkt.

Alles Gute dir und du wirst sicher die richtige Entscheidung treffen!

von blablubblub am 11.12.2019

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