Dr. med. Vincenzo Bluni

Nachtrag Ansteckunsgefahr Masern, Windpocken

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Sehr geehrter Dr. Bluni,

erstmal vielen Dank für Ihre Antwort gestern, falls es wirklich die Masern sind, hab ich ja demfall nichts oder nicht viel zu befürchten.
Meine einzige Sorge ist jetzt noch, dass es nicht die Masern sondern die Windpocken sind / wären.
Soweit ich weiss hatte ich die Windpocken nicht. Wäre eine Windpockeninfektion zum jetztigen Zeitpunkt (27ssw) schädlich für das baby? Was wären die Risiken einer Windpockenerkrankung?
Falls es die Windpocken wären, wie lange nach Auftreten des Ausschlags ist das Mädchen noch ansteckbar?
Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe im voraus.

Liebe Grüsse Syrina

von Syrina am 13.05.2010, 06:56 Uhr

 

Antwort auf:

Nachtrag Ansteckunsgefahr Masern, Windpocken

Hallo Syrina,

das, was Sie jetzt machen, ist reine Spekulation und führt letztlich nur zur Verunsicherung, wird Ihnen also nicht so richtig weiterhelfen!

auch wenn es viele Schwangere nicht wissen, besitzen ca. 93-94% der schwangeren Frauen Antikörper und damit Schutz vor einer Erstinfektion mit Varizellen, dem Erreger der Windpocken.

Bei Infektionen im 1. und 2. Trimenon (d.h. bis zum 6. Monat) sind sehr selten Syndrome bei Neugeborenen beschrieben worden (wenige Fälle in der ganzen medizinischen Literatur!), die durch Hautnarben, Unterentwicklung einer Extremität, niedriges Geburtsgewicht und verschiedene Defekte gekennzeichnet sind.

Zu unterscheiden davon sind die Varizellen perinatal (d.h. um die Geburt): Tritt das Exanthem (der Hautausschlag) der Mutter früher als 4 Tage vor Entbindung auf, erhält das Kind mütterliche Antikörper, die es vor Infektion schützen oder die Manifestation mildern. Bei Eintritt des Varizellenexanthems zwischen 4. Tag vor und 2. Tag nach Entbindung ist ein solcher Schutz nicht mehr gewährleistet: Varizellen, die beim Kind dann in der 2. Woche nach der Geburt auftreten können für das Kind fatale Folgen haben.

Das so genannte Varizellen- Hyperimmunglobulin muss innerhalb von 96 Std, besser sind 72 Std nach Kontakt gegeben werden, wenn kein Immunschutz da ist, um einen Ausbruch abzuschwächen oder zu verhindern.

Nach vermeintlichem Kontakt sollte also zunächst der Immunstatus geprüft

In der Regel lässt sich anhand eines Titers schon sagen, ob eine Person nun Immunität hat oder nicht. Bestehen dennoch Zweifel, ist natürlich für all dieses Schwangeren ein gewisses (kleines) Restrisiko einer Infektion gegeben.

Deshalb aber für all diese Frauen die Empfehlung herauszugeben, ihre möglichen Kleinkinder aus dem KiGa fernzuhalten, oder sich selbst nicht mehr in die Nähe von Kleinkindern aufzuhalten, wäre sicher mehr als vermessen.

Sicher sollte bei fehlender Immunität Kontakt der Schwangeren oder ihrer Kinder zu bekanntermaßen Erkrankten gemieden werden.

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 13.05.2010

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