Dr. med. Vincenzo Bluni

Schwangerschaftsberatung

Frauenarzt Dr. med. Vincenzo Bluni

   

 

Menstruationstasse

Hallo Herr Dr. Bluni,

mich würde bitte einmal interessieren, wie Sie als Gynäkologe die Verwendung von Menstruationstassen zur Monatshygiene statt Tampons beurteilen.

Meine Frage hat folgenden Hintergrund: Tampons verursachen oft ein sehr unangenehmes Gefühl durch starke Austrocknung der Scheide, selbst in der kleinsten Größe. Zudem stört mich die Entsorgung massiv. Aus diesen Punkten wäre die Menstruationstasse sicherlich geeignet für mich. Allerdings stellt sich mir die Frage der Hygiene und der Infektionsgefahr mit Pilzen und Bakterien in Scheide und Gebärmutter da das Blut ja über mehrere Stunden nicht abfließen kann und in der Scheide verbleibt und auch nicht aufgesogen wird wie beim Tampon.

Wie denken Sie darüber?
Vielen Dank im Voraus.

PS.: Ich habe noch nie vaginal entbunden; falls diese Information für Sie zur Beantwortung nötig ist.

von babysocke am 09.04.2013, 16:14 Uhr

 

Antwort:

Menstruationstasse

Hallo,

nur vorweg: mir ist bekannt, dass es diese Möglichkeit der Menstruationshygiene gibt, aber in 13 Jahre Praxistätigkeit und insgesamt etwa 20 Jahren klinischer Tätigkeit habe ich noch von keiner Frau gehört, die diese Methode bewusst anwenden würde. Das nur, um klar zu machen, welche Bedeutung dieser exotischen Methode zukommt.

Es ist eine Methode, die in den USA sehr weit verbreitet ist, aber wir wissen eben, dass das Thema Sexualität, Verhütung und wohl auch Menstruationshygiene im Gegensatz zu Europa nicht unerhebliche kulturelle Unterschiede aufweist.

Sofern die Frau sich mit einer solchen Methode anfreunden kann, gibt es nach den Daten die ich dazu finden kann und die scheinen sehr spärlich zu sein, nicht mehr Komplikationen, als mit anderen Methoden, das betrifft auch mögliche Infektionen. Die Hersteller empfehlen wohl, dass die Menstruationstasse (menstrual cup wie z.B. Diva cup®) nach dem Gebrauch in regulärer Weise gereinigt werden.

In den USA gab es dazu eine Eingabe bei der Food and Drug Administration (FDA), weil man vermutetet, dass diese Menstruationstassen das Risiko einer Endometriose (verschleppte Gebärmutterschleimhaut) erhöhen würden.

Zu finden hier

http://www.assocpharmtox.org/pages/CupsIntro3.html (letzter Abruf 10.4.13)

Die FDA ließ dazu in einer replique wissen, dass sich diese Annahme aus den ihr vorliegenden Daten nicht bestätigen lasse, verwies aber auch darauf, dass es zu dieser Methode kaum ausreichende wissenschaftliche Daten gibt.

http://www.assocpharmtox.org/pages/CupPetitionReply1.html
(letzter Abruf 10.4.13)

Wie leider fast immer, finden sich dazu in der deutschen Fachliteratur praktisch keine seriösen Beiträge und die, die wir über die bekannten Suchmaschinen dazu finden, sind in überwiegendem Maße nicht zu gebrauchen.

Liebe Grüße

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 10.04.2013

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