Dr. med. Vincenzo Bluni

Listerien und infektion

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Guten Tag Dr Bluni;
ich bin habe bereits vor meiner ssw eine toxoplasmose gehabt; bin positiv /immun. Habe dennoch zwei fragen zu listerien; die mich aus aktuellen anlass doch sehr beschaeftigen, da ich mich im (EU)-ausland befinde:

1) ich habe vor einigen tagen auf einer zugfahrt von deutschland nach belgien im zug ein broetchen mit putenwurst gekauft und gegessen. ich habe erst zum schluss gemerkt, dass der belag keine butter sondern eine art buko /exquisa oder aehnliches war. Nun mache ich mir sorgen dass ich aufgrund des belags mir hier listerien geholt haben koennte. das broetchen sah aus; als lag es schon laenger in der auslage.
FRAGE: wie wuerde ich eine listerien-infektion merken? mein naechster fa-termin in deutschland ist erst in zwei wochen.

2)
im restaurant das naechste missgeschick/ habe kleingewuerfelten lachs bestellt und erst im mund festgestellt; dass dieser als kalte speise serviert wird und nicht warm. habe nichts runtergeschluckt sondern alles sofort ausgespuckt.
FRAGE:
Kann ich mich hier mit listerien angesteckt haben - obwohl alles ausgespuckt?
FRAGE: Reicht es wenn ich in zwei wochen zum fa gehe und mich auf listerien testen lasse; oder besser sofort?

Vielen dank fuer eine antwort.

von diverses am 08.12.2010, 18:37 Uhr

 

Antwort auf:

Listerien und infektion

Hallo,

eine solche Situation stellt sich offensichtlich immer mal wieder ein: Das Fleisch war offensichtlich nicht ganz durchgegegart oder es wurde ein vermeintliches Rohmilchprodukt verzehrt und nun besteht die Angst einer Listeriose– oder Toxoplasmoseinfektion. Hier ist es grundsätzlich nicht möglich, nun das Risiko der Infektion zu quantifizieren.

Die Listeriose äußert sich in mäßigem Fieber, geringem Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen; also mit den Symptomen eines grippalen Infektes beziehungsweise einer Harnwegsinfektion.

Charakteristische Hinweise auf eine Listeriose fehlen, eine Abgrenzung zur Grippe beziehungsweise anderen Infektionen ist nicht gegeben, so dass eine gezielte Suche nach den Bakterien in der Regel unterbleibt.

Bei Verdacht oder der Diagnose eine Listeriose kann mit einer antibiotischen Behandlung Schaden abgewendet werden.

Wie häufig ist eine Listeriose?

In Deutschland kommt es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zu rund 200 Fällen pro Jahr, die relativ gleichmäßig über das Land und das Jahr verteilt auftreten. Die Dunkelziffer ist sicher höher. Die konnatale Listeriose (Infektion unter der Geburt) wird etwa nur 30- bis 40-mal pro Jahr registriert (bei ca. 800.000 Entbindungen pro Jahr).

Kann Listeriose verhindert werden?

Die generellen Hygienerichtlinien empfehlen für die Verhinderung von Listeriosen die gleichen Maßnahmen wie zur Vorbeugung anderer durch verunreinigte Lebensmittel verursachter Erkrankungen (z.B. Salmonellen).
generelle Empfehlungen:

• Kochen Sie rohes Essen von Tieren, wie Rind, Schwein und Geflügel immer ganz durch
• Waschen Sie rohes Gemüse gründlich bevor Sie es essen
• Halten Sie bei der Zubereitung rohes Fleisch strikt fern von Gemüse und von gekochtem Essen und essfertigen Lebensmitteln
• Vermeiden Sie rohe (unpasteurisierte) Milch oder Nahrungsmittel, die aus roher (unpasteurisierter ) Milch hergestellt wurden
• Waschen Sie sich die Hände, Geschirr und Geräte, die mit rohen Lebensmitteln in Berührung gekommen sind.

Es sollte immer der behandelnde Arzt entscheiden, ob er in einem solchen Fall wirklich die Abklärung einer Listerioseinfektion für geboten hält.

Ergibt sich ein begründbarer(!!) klinischer Verdacht auf eine Listerieninfektion bei der Schwangeren, empfiehlt sich hierbei die entsprechende Diagnostik.
Diese ist aber nur durch den direkten Erregernachweis z.B. in der Blutkultur, im Liquor oder auch in Abstrichen von Neugeborenen möglich.

Sinnlos und überholt ist ein Antikörpernachweis, da es sehr viele falsch negative (Antikörper werden erst spät, bei Immunsuppression gar nicht gebildet) und auch falsch positive Ergebnisse gibt (Kreuzreaktivität mit vielen anderen Bakterien durch Antigengemeinschaft).



VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 09.12.2010

Antwort auf:

Listerien und infektion

Hallo,

also das mit dem frischkäse dürfte kein Problem sein, denn der wurde ja erhitzt bei der Zubereitung!
Im Internet dazu gefunden:
Käse-Sorten, die Sie während der Schwangerschaft verzehren können

Hartkäse
Babybel (gehört zum halbfesten Schnittkäse)
Cheddar
Emmentaler
Gouda, Edamer (gehören zum Schnittkäse)
Bergkäse
Gruyère bzw. Greyerzer
Mozzarella (gehört zum Knetkäse)
Halloumi (ähnlich Mozzarella)
Parmesan
Chester
Pecorino (hart)
Tilsiter Schnittkäse
Weichkäse und verarbeiteter Käse
Boursin, Hüttenkäse, Mascarpone, Streichkäse, Frischkäse, Quark, Ricotta

Joghurts, Sauerrahm und Crème Fraiche können Sie in jeder Form essen, auch Sorten mit Geschmack oder biologisch aktiven Zutaten.

von anka7 am 08.12.2010

Antwort:

Detailierung zu Listerien und infektion

lieben dank fuer die Antwort. Eine Detaillierung habe ich noch fuer dr bluni bezueglich meiner zweiten frage; bei dem lachs handelte es sich u, lachstartar; den ich wie gesagt sofort wieder ausgespuckt habe. trotzdem weiss ich nicht ob bakterienlisterien in meinem mund verblieben sind oder kleine reste doch runtergeschluckt. ich bin sehr besorgt: koennen Sie mir einen Rat geben?

von diverses am 08.12.2010

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