Dr. med. Vincenzo Bluni

Cytomegalie, Beschäftigungsverbot?

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo Herr Dr. Bluni
Ich habe am vergangenen Montag meinen Immunstatus bekommen(mein Arbeitgeber wollte, dass ich den mache)
Gegen Cytomegalie habe ich keine Antikörper...ich arbeite als I-Kraft in einer Grundschule.
Meine Chefin sagte dann zu mir, dass sie mir ein Beschäftigungsverbot gibt, wenn sie eine mögliche Ansteckung nicht ganz sicher ausschließen kann.
Nun sagte sie heute, dass Cytomegalie via Schmierinfektion übertragen wird und dadurch kein Risiko besteht.
Ich verstehe nur nicht ganz, warum Tröpfcheninfektion ein Risiko wäre und Schmierinfektion nicht.
Vielleicht können sie mich aufklären?
Ich bin ja froh, dass ich weiter arbeiten kann. Sonst würde mir die Decke auf den Kopf fallen. Mir erschließt sich das alles nur nicht so ganz.
Mit freundlichen Grüßen

von Sahnedani, 6. SSW   am 19.12.2018, 21:24 Uhr

 

Antwort auf:

Cytomegalie, Beschäftigungsverbot?

Hallo,

1. zunächst einmal gibt es bei vielen öffentlichen Arbeitgebern, wie Schulleitungen diesbezüglich sehr strenge Vorgaben. Das bedeutet, dass relativ schnell ein solches Beschäftigungsverbot ausgesprochen wird, wenn keine Immunität gegeben ist.

2. das liegt daran, dass das Infektionsrisiko bei Umgang mit Kleinkindern (allerdings im Alter bis etwa drei Jahren) höher ist, als regulär.

3. wie der Arbeitgeber das dann ausgestaltet, bleibt ihm überlassen, sofern es im Interesse der Mutter ist.

4. vor dem Hintergrund der geringen Häufigkeiten einer frischen Infektion wird es meist keine generelle Freistellung geben.

Ausnahme wäre dann, wenn zum Beispiel über die gesamte Zeit Kinder in der besagten Altersgruppe betreut würden.


VB


Quelle: Univ. Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. F. Hofmann, 2009 Diplom - Chemiker Facharzt für Arbeitsmedizin, Fachbereich D / Abt. Sicherheitstechnik, Arbeitsphysiologie, Arbeitsmedizin und Infektionsschutz

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 20.12.2018

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Cytomegalie, Beschäftigungsverbot?

Grundschüler sind doch keine Gefahr für CMV. Dein Arbeitgeber sollte sich schlau machen und Du auch. Dieses Argument hält keiner Prüfung der Krankenkasse stand.

von LastJunikorn am 19.12.2018

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Cytomegalie, Beschäftigungsverbot?

Du kennst den Unterschied zwischen Tröpfchen-und Schmierinfektion nicht: für ersteres reicht z. B. Anhusten oder -niesen, für letzteres bedarf es des direkten ausgiebigen Kontakts mit Körpersekreten.
Da du die Grundschüler weder küßt noch wickelst ist dein Arbeitsplatz in Bezug auf derartige Erkrankungen ungefährlich.

von Andrea6 am 20.12.2018

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Cytomegalie, Beschäftigungsverbot?

Hallo Andrea6
Den Unterschied zwischen Tröpfen und Schmierinfektion kenne ich durchaus, deswegen bin ich ja unsicher.
Kleines Beispiel aus der Praxis: Schüler XY hat Nasenbluten, nimmt sich Papier aus dem Papierspender. Dabei gelangt Blut an den Spender und zwar so, dass es nicht gleich ersichtlich ist, da dieser ja auf Kinderhöhe hängt.
Danach gehe ich an den Papierspender, weil ich meine Nase putzen möchte. Dabei gelangt unbemerkt das Blut an meine Hände. Ich putze mir die Nase und so gelangt das Blut an meine Schleimhäute.
Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege, aber das ist doch was man unter Schmier bzw. Kontaktinfektion versteht.
Und natürlich küsse ich die Grundschüler nicht, das würde ich auch nicht mit Kindergartenkindern machen!

von Sahnedani am 20.12.2018

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Cytomegalie, Beschäftigungsverbot?

Das Beispiel ist doch arg konstruiert.
Abgesehen davon geschieht die Übertragung von CMV über Speichel und Urin.

von Andrea6 am 20.12.2018

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Cytomegalie, Beschäftigungsverbot?

Wer nutzt denn die Papierhandtücher zum Nase putzen?

Davon ab schnäuze ich für meinen Teil aus wenn ich die Nase putze, ich inhaliere nicht oder stopfe mir die Tücher in die Nase. Wie sonst sollte da dann Blut an die Schleimhäute kommen welche ja in der Nase liegen?

von Felica am 20.12.2018

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Cytomegalie, Beschäftigungsverbot?

Vielen Dank Herr Dr. Bluni für Ihre Antwort.
Da das auf dieser Platform echt schwierig ist, war das wohl meine erste und letzte Frage.
Schade, ich dachte hier könne man seine „Sorgen“ raus lassen und bekommt ne objektive Antwort.
Es scheint aber Menschen zu geben, deren Aufgabe darin besteht, andere klein zu machen.

Und die anderen beiden...Nein, dieses Beispiel ist nicht „konstruiert“ sondern vor ein paar Wochen tatsächlich passiert. Was daran sollte denn nicht stimmen?
Dass das Kind Nasenbluten hatte? Das von dem Blut etwas am Papierspender war? Oder das ich da rein gefasst habe?
Muss mir ja keiner glauben, ist mir dann auch recht schnuppe.
Ich habe eine völlig berechtigte Frage gestellt...und wenn ich mich recht erinnere, habe ich Dr. Bluni angeschrieben.

Jeder hat so sein Berufsfeld und jeder erlebt seine eigenen Geschichten. Ich mache meinen Beruf schon ein paar Jahre und hab auch schon dementsprechen viele Dinge erlebt.

Und wenn ich grad kein Taschentuch bei mir habe, dann nehme ich eben ein Tuch aus dem Papierspender, der ja immer in der Nähe ist. Also den Einwand kann ich grad nicht verstehen.
Natürlich schnaube ich auch aus und ziehe das nicht rein...totaler Quatsch sowas zu schreiben! Natürlich kann dabei das Blut auf meine Nasenschleimhäute gelangen.
Sagt ja auch keiner, dass ich das Blut ablgeleckt habe...Leute, Leute.
Ich kann echt nicht glauben, dass ich mich dafür rechtfertige, wie und womit ich mir die Nase putze

von Sahnedani am 20.12.2018

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