Dr. med. Vincenzo Bluni

asthmatische Reaktion bei Bronchitis in 14. SSW

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo Dr. Bluni,
bei mir ist vor ein paar Tagen in der 14. SSW eine asthmatische Reaktion in den Bronchien aufgetreten (leider hatte ein Vertretungsarzt nicht erkannt, dass es ein bakterieller Infekt war und ich Antibiotikum gebraucht hätte). Symptome waren Do. abend Luftnot, Kurzatmigkeit, extremer Husten, Rassel- und Pfeifgeräusche in der Brust. Bis Freitag früh hielt ich durch und ging dann zu meinem Arzt, der wieder da war.
Mein Arzt hat mir dann Antibiotikum und spasmo-Mucosolvan verschrieben und auch gesagt, dass nach 2 Tabletten des letzteren eine erhebliche Verbesserung eintreten müsste, ansonsten solle ich ins KH wg. Infusionen. Es war auch gleich viel besser, aber ich habe doch 2 Fragen:

1.) wie lange darf ich noch so Nachwirkungen haben - wenn das Medikament (3x tgl. 1 Tabl.) nachlässt, merke ich wieder mehr Verschleimung und Rasseln und Husten. Muss das innerhalb einer bestimmten Zeit aufhören, muss ich noch mal zur Nachkontrolle, Lungenfunktionstest o.ä.? Ich helfe mir zusätzlich mit Nasendusche, Inhalieren und Kartoffelwickel, Thymiantee u.ä.

2.) Ich hatte ja Atemnot von Do. ca. 20 Uhr bis Freitag nach der 1. Tablette, ca. 12 Uhr. In der Zeit bewegte ich mich wie eine 80jährige und konnte keine 5 Wörter am Stück sprechen. Kann das meinem Baby geschadet haben - Sauerstoffmangel? Oder bekam nur ich diesen Mangel zu spüren? Soll ich zur Kontrolle zum FA? (Ich komme mir blöd vor, weil ich gerade vor der Krankheit erst zur Vorsorge war und wg. leichter Blutungen auch 1 Woche davor da war... (hatte allerdings auch 2 FG, 1 Geburt wo alles ok. ist, und wieder eine FG vor dieser SS).) Ich hoffe Sie können mir da etwas raten. Wo es mir besser geht, sorge ich mich jetzt um unser Baby!

Vielen Dank!

von pims2 am 19.09.2010, 19:05 Uhr

 

Antwort auf:

asthmatische Reaktion bei Bronchitis in 14. SSW

Hallo,

1. mit dieser ersten Frage wenden Sie sich doch bitte an einen Pulmonologen oder einen Allergologen

2. hier kann ich Sie beruhigen, dass dieses für Ihr Kind nicht mit negativen Folgen verbunden ist.

2. in der Schwangerschaft können bei Heuschnupfen die meisten Antihistaminika bedenkenlos angewandt werden, insbesondere inhalative Präparate, die Cromoglicinsäure enthalten.

Diese Substanz wirkt überwiegend lokal und zeigt kein erhöhtes Risiko für teratogene Schäden. Neben den inhalativen Substanzen können Sie selbstverständlich auch Augen- oder Nasentropfen anwenden. Die Antihistaminika dürfen also zur Behandlung allergischer Erkrankungen, als Mittel gegen Schwangerschaftserbrechen und auch als Schlafmittel eingesetzt werden.

Falls Kortikoide erforderlich sind, empfiehlt sich hier ebenfalls die inhalative Gabe wegen der wesentlich geringeren systemischen Wirkung. Die besten Erfahrungen liegen für Sprays vor, die Budesonid enthalten. Bei Orientierung an die Dosierungen kann man auch mit einer Langzeitmedikation keinen Schaden anrichten.

Bei den Antihistaminika ist die Gabe von Terfenadin erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel erlaubt, weil dann die Organbildung abgeschlossen ist.

Die sog. Betamimetika z.B. Sultanol, Berotec, Bronchospasmin oder Bricanyl sind ebenfalls gut erprobt. Sie lösen die Verkrampfung der Bronchialschleimhaut.

Bei Asthma-Symptomen kann man auch Prednisolon geben, weil es nur zu 10-20 Prozent über die Plazenta auf den Feten übergeht.

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 20.09.2010

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