Dr. med. Vincenzo Bluni

Angst vor weiteren Geburtsschäden nach erster Geburt mit Sternengucker

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo Dr. Bluni,

ich bin nun in der 27. SSW und mache mir derzeit sehr viele Gedanken. Meine 1,5-jährige Tochter kam als Sternengucker zur Welt. Nach der Geburt konnte ich lange nicht laufen und bin Beckenschmerzen nie richtig losgeworden, trotz osteopathie und angeleiteter beckenbodengymnastik. Daneben habe ich eine rektozele davongetragen. Zum jetzigen Zeitpunkt der Schwangerschaft habe ich schon große Probleme, also schmerzen beim
Gehen, Druck nach unten, größere Probleme mit der rektozele. Hilfreich war wohl nicht, dass ich bisher fast nur krank war und vor allem durch drei Bronchitis-Verläufe und dem Husten noch mehr Druck auf den Beckenboden kam. Jedenfalls geht es mir zum jetzigen Zeitpunkt schon nicht gut und ich habe gar nicht so sehr Angst vor der Geburt als vor den Folgen der Geburt, falls es wieder ein sternengucker wird (und noch ein großes Kind dazu). Meine Mutter hatte auch zwei Sternengucker hintereinander und es gibt wohl eine genetische Disposition. Sie musste auch ein pessar tragen und wurde operiert.

Jedenfalls fürchte ich, dass nach einer weiteren Geburt alles noch mehr kaputt ist und mit einem Kleinkind und Baby dastehe und mich monatelang wieder kaum bewegen kann oder noch länger. Außerdem war ich immer sehr sportlich und würde so gerne wieder joggen gehen...ich spiele nun häufiger mit dem Gedanken, einen Kaiserschnitt zu bevorzugen...natürlich weiß ich, dass es für das Kind besser ist, natürlich zur Welt zu kommen, aber eine gesunde, glückliche Mutter, die hinter ihren Kindern hinterherlaufen können möchte, ist mir gerade wichtiger. Ich weiß natürlich auch, dass man wegen der OP anfangs auch eingeschränkt ist, aber eben nicht 6 Monate aufwärts.

Wie schätzen Sie meine Situation ein?

Viele Grüße
Jechrim

von Jechrim am 23.04.2019, 11:41 Uhr

 

Antwort auf:

Angst vor weiteren Geburtsschäden nach erster Geburt mit Sternengucker

Hallo,

diese Sorge kann ich bei den geschilderten Verläufen sehr gut verstehen.

Und hier ist es eigentlich Konsens, dass wir in einer derartigen Situation selbstverständlich mit der Patientin auch über die Möglichkeit des primären Kaiserschnitts nach einer solchen Geburt sprechen mit den dazugehörigen Aufklärungen hinsichtlich möglicher Risiken gegenüber der vaginalen Geburt.

Dazu wenden Sie sich dann bitte zu gegebener Zeit an die erfahrenen Oberärztin/Oberarzt der Frauenklinik, der/dem dann natürlich die Berichte zum Verlauf der letzten Geburt vorliegen sollten.

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 23.04.2019

Antwort auf:

Angst vor weiteren Geburtsschäden nach erster Geburt mit Sternengucker

Hallo,

Mein kleiner, aktuell genau 2,5 Jahre war auch ein sternengucker. Ich hatte da auch massive Beschwerden hinterher.
Meine zwei größeren waren keine sternengucker. Also glaube ich nicht dass man selbst das Risiko darstellt bzw ein grosses wiederholungsrisiko besteht.
Ich bin aktuell in der 22.woche und habe mir diesbezüglich jetzt keine Gedanken gemacht.

Liebe Grüße
Patricia

von Merle!19 am 23.04.2019

Antwort auf:

Angst vor weiteren Geburtsschäden nach erster Geburt mit Sternengucker

Mit Ausnahme der Beckenbodenschäden hat die Wunsch-Kaiserschnittentbindung nur Nachteile, sowohl für Mutter als auch für das Kind.
Nur 10% der Geburten müssen zwingend mit Kaiserschnitt gemacht werden, weil es nicht anders geht.
Laß dich von einer guten Hebamme beraten!

von uriah am 23.04.2019

Antwort auf:

Angst vor weiteren Geburtsschäden nach erster Geburt mit Sternengucker

Ich kann dich gut verstehen. Hatte nach der Geburt auch massive Probleme. Bei uns war es aber kein sterngucker sondern wegen schulterdystokie. Bin jetzt auch wieder schwanger im Endspurt und Kind aktuell noch BEL. Blöder geht es also kaum noch. Trotzdem meinte der Chefarzt nun beim geburtsplanungsgespräch, bisher ist alles möglich. Wir streben erst einmal die natürliche an, kaiserschnitt kann man immer noch machen. Der würde zudem seine eigenen Risiken mit sich bringen.

Also warte doch erst einmal ab. Das tolle ist du musst noch gar nichts entscheiden sondern du kannst dir alles offen halten. Rede mit den Ärzten und Hebamme und weise auf deine Ängste hin schau wo sie dich da unterstützen können.

Für mich selbst ist bisher klar, lieber natürliche. Wenn es dann nichts wird ist es eben so.

von Felica am 23.04.2019

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