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Schwanger - wer noch?

Schwanger - wer noch?

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Geschrieben von Hexhex am 03.02.2019, 16:40 Uhr

Überhöhte Ansprüche...

Huhu,

Du hast hohe Ansprüche an Dich selbst, und bist noch in der Phase, wo Du insgeheim auch noch stolz darauf bist. Der Alltag mit zwei Kleinkindern machte Dir bisher „einfach Spaß“, Du hattest das Gefühl, alles „zu rocken“. Beides ist ja auch genau das, was von einer patenten und tüchtigen Mutter in dieser Gesellschaft erwartet wird. Du stellst dieses Klischee nicht infrage, sondern glaubst daran und erfüllst es brav.

Und plötzlich kommt der Punkt, wo der Selbstbetrug nicht mehr funktioniert. Du warst auch mit nur zwei kleinen Kindern oft am Limit, hast dies aber nicht bemerkt oder nicht fühlen wollen. Jetzt - mit dem dritten Kind im Anmarsch und der typischen Schlappheit des ersten Trimesters - kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Jetzt erst merkst Du, wie voll es war. Und dass Dein Alltag auch bisher keineswegs immer so wahnsinnig spaßig war, wie Du es gern sehen würdest.

Diese Ernüchterung ist nicht schlimm. Sie musste kommen, und sie ist eine große Lernchance. Du wirst gezwungen, Dich selbst stärker wahrzunehmen. Die Geschichten der patenten Mutter und Hausfrau, die Du Dir selbst erzählt hast, funktionieren nicht länger. Du wirst gezwungen, Deine Wahrnehmung der Wirklichkeit anzupassen, ehrlicher zu Dir selbst zu sein. Dein Selbstbild (Ich bin die, die immer alles problemlos wuppt) war nicht ganz wahr, auch wenn es Dir gefallen hat. Jetzt hast Du die Chance, Dich besser zu fühlen, echt und authentisch zu werden.

An diesen Punkt kommen ja viele von uns früher oder später. Jetzt sind zwei Dinge hilfreich: Zum einen musst Du Deinen Anspruch auf einen allzeit aufgeräumten, sauberen Haushalt und Kinder, die immer alle viel Aufmerksamkeit bekommen müssen herunter schrauben. Das ist anfangs sehr schwer, Du wirst es nicht sofort können. Aber Du kannst es lernen, denn sonst zwingt das Leben Dich sowieso dazu.

Das Zweite ist, dass Du - zumindest jetzt im Moment - ganz konkrete Entlastung brauchst. Der richtige und logische Schritt ist eine Putzfrau. Sie muss nicht für immer sein, aber wenigstens für die Dauer der Schwangerschaft und die ersten Monate mit dem neuen Baby. Eine Putzfrau kostet nicht die Welt. Selbst wenn sie nicht einmal die Woche, sondern nur alle 14 Tage bestellt wird für einen Großputz, ist das schon eine Riesenentlastung. Wöchentlich - falls finanziell möglich - wäre natürlich noch besser. Die Putzhilfe putzt nicht nur, sie bügelt auch und macht weitere Aufgaben im Haushalt.

Hier würde ich mich durchsetzen, auch wenn Dein Mann - der Dir ja die Geschichte von der allzeit tüchtigen Mutter und Hausfrau vermutlich glaubt - Deinen jetzigen Zustand abtut, wie Du schreibst. Auch er muss es ertragen und erstmal lernen, dass Du nur ein Mensch bist, und dass Du im Moment einfach nicht mehr kannst. Auch für ihn wird das vermutlich nicht ganz einfach sein.

Fühle Dich aber nicht schuldig oder irgendwie unfähig oder gescheitert, wenn Du Dir eine Hilfe nimmst (wie es vielen Perfektionistinnen erstmal geht). Stehe dazu. Denn wenn Du das nicht tust, sorgt Dein Körper auf andere Weise dafür, dass Du Hilfe bekommst. Und diese andere Weise (z. B. durch Krankheit oder Depression) ist keineswegs schöner, als wenn Du die Sache selbst in die Hand nimmst!

LG

 
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