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Schwanger - wer noch?

Schwanger - wer noch?

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Geschrieben von Löwenmädchenmama, 14. SSW am 03.02.2019, 15:35 Uhr

Schwangerschaftsdepression? Überforderung? Was tun?

Hallo,
ich bin ziemlich verzweifelt und weiß nicht ganz wohin mit meiner Sorge,... . Kurz zur Vorgeschichte. Wir haben bereits zwei Kinder (18 Monate und gerade 4 Jahre) im Herbst hatten wir das Gefühl wir könnten es wagen und noch ein Baby zu uns kommen lassen. Meine Zwei Großen sind prima, der Alltag macht einfach Spass und klappt reibungslos. Unsere Ehe ist stabil und schön und wir haben uns einfach immer 3 Kinder gewünscht. Ich habe mich riesig gefreut als ich sofort schwanger wurde und mein Mann auch. Jetzt bin ich Anfang des 4. Monats und mir geht es schon eine Weile lang so beschissen!

Ich weiß nicht ob das noch "normal" ist und sich mit "Hormonchaos" und "Kraftlosigkeit" abtun lässt. Fakt ist mir gehts wirklich schlecht. Ich bin immer so müde und antriebslos. Ich habe das Gefühl nicht genug für meine Kinder zu tun, frag mich ständig ob ich mal dieses, mal jenes vernachlässige. Ich bin viel schneller genervt. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl der Haushalt wächst mir über den Kopf und ich schaffe das alles nicht mehr. Dabei ist es rational betrachtet so das ich doch immer alles gut hinbekomme aber eine kleine Unordnung, ein noch nicht gemachter Wäschekorb kann mich direkt so aus dem Gleichgewicht bringen, das mir noch nur noch zum heulen ist und ich am liebsten wegrennen würde.

Ich habe noch überhaupt keine Bindung zum Baby aufgebaut und ich bin sonst immer sehr früh im Innigen Kontakt zu meinen Kindern gewesen. Ich würde mich am liebsten den ganzen Tag in mein Bett legen, aber liege ich dort tatsächlich mal (weil mein Mann sagt ich soll etwas schlafen), komme ich nicht zur Ruhe und denke das es ja so viel zu tun gibt. Oft frage ich mich wie ich das mit 3 KIndern schaffen soll, dabei weiß ich genau das ich bis vor ein paar Wochen ich total sicher war das gut zu rocken.

Mein Mann tut mein Gefühlschaos total ab und sagt das ist normal, es ist ja auch anstrengend mit 2 Kleinen und schwanger, dazu die oft sehr anstrengenden Nächte.... .
Zur meiner Hebamme habe ich noch keinen richtigen Bezug und habe auch erst ende Januar einen Termin.
Ich schwanke zwischen, "reiß dich zusammen das geht vorbei!" und "verdammt du bist seit Wochen total fertig und nicht mehr du selbst, such dir Hilfe!"

Warum ich das hier schreibe? Keine Ahnung vlt weil ich mich in der echten Welt schäme das ich dass nicht hinbekomme? Weil ich keine Ahnung habe ob und wo ich mir Hilfe suchen kann geschweige denn ob es überhaupt was gibt das mir hilft und ich nicht einfach da durch muss???

Danke fürs Lesen meines Romans

 
7 Antworten:

Überhöhte Ansprüche...

Antwort von Hexhex am 03.02.2019, 16:40 Uhr

Huhu,

Du hast hohe Ansprüche an Dich selbst, und bist noch in der Phase, wo Du insgeheim auch noch stolz darauf bist. Der Alltag mit zwei Kleinkindern machte Dir bisher „einfach Spaß“, Du hattest das Gefühl, alles „zu rocken“. Beides ist ja auch genau das, was von einer patenten und tüchtigen Mutter in dieser Gesellschaft erwartet wird. Du stellst dieses Klischee nicht infrage, sondern glaubst daran und erfüllst es brav.

Und plötzlich kommt der Punkt, wo der Selbstbetrug nicht mehr funktioniert. Du warst auch mit nur zwei kleinen Kindern oft am Limit, hast dies aber nicht bemerkt oder nicht fühlen wollen. Jetzt - mit dem dritten Kind im Anmarsch und der typischen Schlappheit des ersten Trimesters - kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Jetzt erst merkst Du, wie voll es war. Und dass Dein Alltag auch bisher keineswegs immer so wahnsinnig spaßig war, wie Du es gern sehen würdest.

Diese Ernüchterung ist nicht schlimm. Sie musste kommen, und sie ist eine große Lernchance. Du wirst gezwungen, Dich selbst stärker wahrzunehmen. Die Geschichten der patenten Mutter und Hausfrau, die Du Dir selbst erzählt hast, funktionieren nicht länger. Du wirst gezwungen, Deine Wahrnehmung der Wirklichkeit anzupassen, ehrlicher zu Dir selbst zu sein. Dein Selbstbild (Ich bin die, die immer alles problemlos wuppt) war nicht ganz wahr, auch wenn es Dir gefallen hat. Jetzt hast Du die Chance, Dich besser zu fühlen, echt und authentisch zu werden.

An diesen Punkt kommen ja viele von uns früher oder später. Jetzt sind zwei Dinge hilfreich: Zum einen musst Du Deinen Anspruch auf einen allzeit aufgeräumten, sauberen Haushalt und Kinder, die immer alle viel Aufmerksamkeit bekommen müssen herunter schrauben. Das ist anfangs sehr schwer, Du wirst es nicht sofort können. Aber Du kannst es lernen, denn sonst zwingt das Leben Dich sowieso dazu.

Das Zweite ist, dass Du - zumindest jetzt im Moment - ganz konkrete Entlastung brauchst. Der richtige und logische Schritt ist eine Putzfrau. Sie muss nicht für immer sein, aber wenigstens für die Dauer der Schwangerschaft und die ersten Monate mit dem neuen Baby. Eine Putzfrau kostet nicht die Welt. Selbst wenn sie nicht einmal die Woche, sondern nur alle 14 Tage bestellt wird für einen Großputz, ist das schon eine Riesenentlastung. Wöchentlich - falls finanziell möglich - wäre natürlich noch besser. Die Putzhilfe putzt nicht nur, sie bügelt auch und macht weitere Aufgaben im Haushalt.

Hier würde ich mich durchsetzen, auch wenn Dein Mann - der Dir ja die Geschichte von der allzeit tüchtigen Mutter und Hausfrau vermutlich glaubt - Deinen jetzigen Zustand abtut, wie Du schreibst. Auch er muss es ertragen und erstmal lernen, dass Du nur ein Mensch bist, und dass Du im Moment einfach nicht mehr kannst. Auch für ihn wird das vermutlich nicht ganz einfach sein.

Fühle Dich aber nicht schuldig oder irgendwie unfähig oder gescheitert, wenn Du Dir eine Hilfe nimmst (wie es vielen Perfektionistinnen erstmal geht). Stehe dazu. Denn wenn Du das nicht tust, sorgt Dein Körper auf andere Weise dafür, dass Du Hilfe bekommst. Und diese andere Weise (z. B. durch Krankheit oder Depression) ist keineswegs schöner, als wenn Du die Sache selbst in die Hand nimmst!

LG

Re: Überhöhte Ansprüche...

Antwort von FrauStorch am 03.02.2019, 17:36 Uhr

Ich finde das hast du sehr schön geschrieben!

Re: Schwangerschaftsdepression? Überforderung? Was tun?

Antwort von Jakob2019, 33. SSW am 03.02.2019, 20:12 Uhr

Hey, du bist doch eine Löwenmama - das ist bestimmt ein kleines Schwangerschaftstief und nächste Woche sieht es schon ganz anders aus und sobald du deinen bauchbewohner spürst wirst du auch intensiver Kontakt zu ihm aufbauen!
Was du mit zweien schaffst, schaffst du auch mit dreien und du hast deinen Mann!
Übrigens hab ich deinen so schönen, offen und ehrlichen Text gern gelesen! Das wird schon - bei mir auf erst Nummer 1 in anmarsch

Alles gute liebe Grüße Steffi

Re: Schwangerschaftsdepression? Überforderung? Was tun?

Antwort von Charly0815 am 03.02.2019, 22:18 Uhr

Ein Stück weit ist, was Du beschreibst ‚normal‘. Ich finde nicht, dass man im
stressigen Alltag mit zwei kleinen Kindern schon in SSW 14 eine intensive Beziehung zum dritten Kind braucht.
Gerade in der ersten Phase der Schwangerschaft und ganz zum Ende hin, kommt immer wieder die Frage auf, ob man der neuen Situation gewachsen sein wird. Klar, hat man nicht schwanger vieles mal so eben nebenbei gemacht zwingen einen jetzt Müdigkeit und Übelkeit zu häufigeren Unterbrechungen. Die Hormone tun ein Übriges.
Aber, wenn Du Dir Sorgen machst, ob das noch normal ist, dann finde ich das gut und richtig und ich würde Dir unbedingt raten, es zumindest selbst genau zu beobachten. Dann kannst Du Dir nämlich Hilfe holen, wenn Du sie brauchst.
Ich fand übrigens das dritte Kind eine viel größere Umstellung als von einem auf zwei. Das zweite Kind ‚lief so mit rein‘ und fiel nie auf. Nr. 3 hingegen bedeutete wirklich eine ganz neue Lebenssituation und bis heute (der Jüngste ist 5) ist es oft ein Balanceakt die Termine und Bedürfnisse von drei Kindern zu koordinieren. Dabei gibt es aber MICH auch noch. Ich habe ein sehr zeitaufwändiges Hobby und das lasse ich mir nicht nehmen. Meine Kids sind selbständiger als ich dies von Gleichaltrigen um uns herum kenne, aber sie selbst und ich bin stolz darauf, dass sie manche Termine selbst planen und wahrnehmen und ich denke, sie wissen auch, dass ich für sie da bin. Ich habe oft Zweifel, ob ich allem gerecht werde, aber wenn ich meine tollen Kinder sehe, denke ich, so ganz furchtbar verkehrt kann alles nicht sein.
Es läuft mit drei Kindern definitiv anders als mit einem, sicherlich auch mit zwei, aber Geschwister sind für Kinder auch von Vorteil und machen Deine wenigere Zeit wett.
Du machst es jetzt so gut Du kannst und wirst nach der Geburt neue Energie haben und alles wunderbar machen.
Aber beobachte Deine Stimmung und Gefühle weiter genau, damit Du nicht doch ‚abstürzst‘. Alles Gute!

Re: Schwangerschaftsdepression? Überforderung? Was tun?

Antwort von mucki26, 17. SSW am 04.02.2019, 13:37 Uhr

Ach mwnsch....alles so tolle Mamis hier

Von der AP bis zu allen die geantwortet haben.
Ich denke auch... das es eine phase ist.
Ich bin gerade 17. Ssw
Und sowas von froh das die müdigkeit weg ist die mich seit beginn der schwangerschaft fest im griff hatte. Ich habe gar nichts gebacken bekommen. Mit allem hingte ich hinterher.
Allerdings habe ich nur eine 5 jährige hier und mein mann wusste woher die antriebslosigkeit kam und war mir hier eine grosse hilfe.
Ich finde das die vorrednerinnen hier schon alles gesagt haben, daher...
Kopf hoch.
Sicher wird es besser. Ich drück dich aus der ferne und wünsche dir alles gute vor allem für die schwangerschaft

LG

Lieben Dank euch Allen!

Antwort von Löwenmädchenmama am 04.02.2019, 14:00 Uhr

Für eure sehr hilfreichen und einfühlsamen Worte! Sicherlich habt Ihr Recht und es ist ganz normal das ich mich so fühle, ich glaub ein Stück weit hilft es mir schon einfach zu akzeptieren wie ich mich fühle und es anzunehmen!
Ich glaube ich gebe mir selber oft das Gefühl kein Recht zu haben sooo fertig zu sein, um mich rum sind soviele Menschen die viel mehr leisten und trotzdem kaum jammern.

Ich danke euch und schaue das ich mir Unterstützung suche und/oder zumindest meine Müdigkeit akzeptiere!2

Bin ganz bei Hexhex

Antwort von emilie.d. am 04.02.2019, 14:07 Uhr

Bei mir hat ein Bandscheibenvorfall mit anschließender Reha ziemlich deutlich gezeigt, dass auch Muttern mal Pause braucht. Da muss sich die Familie umorganisieren.

Meinen Job (beim AG war ich ja krankgeschrieben) haben eine Kinderfrau, meine Schwiemu und eine Vollzeit-Haushaltshilfe übernommen plus mein Mann. Nur, um zu verdeutlichen, dass zwar viele dieses 'Das bisschen Haushalt Lied' trällern, aber die Arbeit, die man als Mutter hat, in der realen Arbeitswelt nie von bloß einer Person übernoemmen werden würde. Und trotz der externen Hilfe war es nicht so sauber und gekocht haben häufiger die Nachbarinnen oder der Metzger. Mit zwei kleinen Kindern kochen ist gar nicht so leicht, können auch viele nicht. Als Muttwr kriegst Du aber atändig eingetrichtert, dass das was ganz Normales sei, vollweetig und gesund täglich aufzutischen. Und hinterher alles wieder reinlichbzu hinterlassen, bis dann nachmuttags wieder das Geesse losgeht.

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