Nicola Bader, Rechtsanwältin

Nicola Bader, Rechtsanwältin

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht

Nicola Bader erhielt ihre juristische Ausbildung an der Universität Würzburg, wo sie auch das Referendariat absolvierte. Seit 1997 ist sie als Rechts­anwältin tätig - seit 2000 in ihrer eigenen Kanzlei Bader in Koblenz, wobei der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf den Gebiet des Familienrechtes ( Mutterschutz­gesetz, Bundes­erziehungs­geldgesetz u.a. ) und Vertragsrechtes liegt. In diesen Bereichen nimmt sie regelmäßig an Fortbildungs­lehrgängen teil. Sie ist Fachanwältin für Familienrecht und Honoraranwältin der Verbraucher­zentrale-Rheinland-Pfalz. Nicola Bader ist verheiratet und hat zwei Kinder, Emilia und Justus.

Nicola Bader, Rechtsanwältin

Umgang und Sorgerecht - Wieso dürfen die anderen immer alles?

Antwort von Nicola Bader, Rechtsanwältin

Frage:

Hallo Frau Bader,

ich bin am verzweifeln...mein Ex und ich haben einen Sohn (8 Jahre alt) seit 6 Jahren hat sein Erzeuger sich nicht gemeldet und jetzt wo wir leider in den "falschen Ort" gezogen sind in dem er auch wohnt, was wir vorher nicht wussten, macht er einen Riesen Stress. Dazu sei noch erwähnt, ich habe seit Geburt das alleinige Sorgerecht. Er hat meinen Sohn gesehen und seither steht er jeden Tag an der Schule um Ihn nach dem Unterricht zu treffen. Mir macht er nur Druck in Form von: Er will ihn ab sofort sehen alle 2 Wochen Wochenende und 1-2 unter der Woche nach der Schule.

Ich habe versucht vernünftig mit Ihm zu sprechen, dass ich es gerne langsam angehen würde und nicht von 0 auf 100 und ich würde das gern mit Beistand vom Jugendamt klären. Zudem zeigt mein Sohn schon seit längerer Zeit (4 Jahre) erhebliche Verhaltensauffälligekiten in der Schule wie auch in der Betreuung mit den wir sehr viel zu kämpfen haben. Auch aus dem Grund ist mir ein softer Start wichtig.

Mein Ex wehrt sich gegen alles, er lässt sich von mir rein gar nichts sagen und nur sein Wort zählt. Auf Jugendamt hat er keine Lust, weil er keine Hilfe brauch und sich auch von den nichts sagen lassen will. Er meine wenn die ein falsches Wort bei dem vereinbarten Gespräch sagen wie die Kindermutter möchte, dann geht er sofort vor Gericht. Was ich natürlich vermeiden will, denn zum einen will ich das meinem Sohn nicht antun und zum anderen ist mein Ex völlig Mittellos und bekommt alles vom Staat gezahlt vor Gericht und für mich als Arbeitnehmer wird es richtig teuer...

Zudem wurde auch von mehreren Stellen, wie Schule, Jugendamt usw, gefordert und mit mir besprochen, dass eine Diagnostik gemacht werden soll, um den Problemen meines Sohnes auf die Spur zu kommen. Das hatte ich dem Kindsvater mal in dem einzig normalen Gespräch gesagt, welches wir geführt haben und nun droht er mir, dass wenn ich meinen Sohn in die Klinik bringe, er das Sorgerecht anfechtet, weil er das verbietet...denn sein Sohn ist perfekt und ich will ihn nur verbiegen. Von allen Seiten höre ich, dass ich als Mutter keine Chance habe irgendwas zu tun und er alles Recht der Welt auf seiner Seite hat. Ich weiß nicht mehr weiter....Ich will es einfach richtig machen für meinen Sohn und das auch nicht vor Gericht und diese Gedanken was dieser Mensch ohne Sinn und Verstand noch anrichtet, macht mir einfach Angst...welche Tipps können Sie mir geben?

von sweetmom84 am 30.09.2016, 11:13 Uhr

 

Antwort:

Umgang und Sorgerecht - Wieso dürfen "die anderen immer alles"?

Hallo,
der Vater hat grundsätzlich ein Umgangsrecht, dies muss aber im Sinne des Kindes langsam gesteigert werden.
Wenn er nicht bereit ist, mitzuwirken, muss er klagen.
Einen Anspruch auf gemeinsame elterliche Sorge wird er haben.
Liebe Grüße
NB

von Nicola Bader, Rechtsanwältin am 30.09.2016

Antwort:

Umgang und Sorgerecht - Wieso dürfen "die anderen immer alles"?

Hallo Sweetmom84,

du schreibst, dass dein Sohn 8 Jahre alt ist und der Kindsvater sich 6 Jahre lang nicht gekümmert hat. Also hat er sich 3/4 des Lebens deines Kindes nicht gekümmert. Das ist eine sehr lange Zeit.
Der Kleine war also 2 Jahre alt und wird sich nicht aktiv erinnern können.
Bei dieser Konstellation ist deine Idee mit dem betreuten Umgang über das Jugendamt und eine langsamme Annäherung absolut die nachvollziehbarste Variante. Das wird ganz sicher auch beim Jugendamt so gesehen werden!
Die haben nämlich das Kindeswohl im Blick.
Und gerade im Hinblick auf die Verhaltensauffälligkeiten sollte vorsichtig vorgegangen werden. Auf keinen Fall sollte das Kind überfordert werden durch den plötzlichen Kontakt zum Kindsvater!

Du schreibst der Kindsvater sei mittellos.
Darf ich fragen ob du eine Beistandschaft beim Jugendamt für den Kleinen hast und Unterhaltsvorschuss bekommst?

Der Vater hat eine erhöhte Verpflichtung sich eine Arbeit zu suchen um Unterhalt zahlen zu können! Und sei es auch nur Zeitungen austragen oder ähnliches! Der Unterhalt steht deinem Kind zu, selbst wenn du als Kindsmutter ein überdurchschnittliches Einkommen haben solltest!

Vielleicht hilft es schon ihn mal daran zu erinnern, dass er nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hat als Vater?

Seine Chancen vor Gericht dürften nicht besonders gut sein:
- 6 Jahre kein Kontakt
- zahlt keinen Unterhalt
- unkooperativ bzgl. Zusammenarbeit mit dem Jugendamt

Bzgl. der Prozesskostenbeihilfe:
Nur weil du erwerbstätig bist, heisst dies noch nicht automatisch, dass dir
keine Unterstützung zusteht. Dabei kommt es darauf an, wieviel du genau verdienst. Es wird sicherlich angerechnet, dass der Kindsvater keinen Unterhalt zahlt? Schau doch mal hier:
http://www.prozesskostenhilfe.info/prozesskostenhilferechner/

Liebe Grüße
Bianca

von Bianca197 am 30.09.2016

Antwort:

Umgang und Sorgerecht - Wieso dürfen "die anderen immer alles"?

Liebe Bianca,

vielen Dank für die schnelle Antwort.Also was das Jugendamt angeht, mit den arbeite ich ohnehin schon zusammen, denn ich hatte mir dort bezüglich der Verhaltensauffälligkeiten bereits Hilfe geholt und diese Dame und auch für Klärungen was Sorgerecht und Umgang betrifft verantwortlich. Sie sagte mir, dass Väter ohne Sorgerecht im Prinzip weder Rechte noch Pflichten haben und wenn Sie nicht arbeiten ist da auch nichts zu holen und nichts zu machen. UVG bekomme ich, aktuell noch bis Mitte nächsten Jahres und dann sind die 72 Monate rum.

Sie meinte man kann den Sachverhalt natürlich außergerichtlich versuchen zu klären, aber der Vater kann jederzeit vor Gericht und seinen Umgang einklagen.

Mit dem Kindsvater kann man leider gar nicht reden, er blockt alles ab, hat seine feste Meinung. Auch bezüglich der Verhaltensauffälligkeiten will er nichts höre...ich würde lügen. Zudem sagt er, er wäre besser für meinen Sohn, da ich ja arbeiten gehe und mein Kind in die Schule und Betreuung abschiebe. Er ist den ganzen Tag zu Hause und kann sich kümmern.

LG
Lidia

von sweetmom84 am 30.09.2016

Antwort:

Umgang und Sorgerecht - Wieso dürfen "die anderen immer alles"?

Naja...

Gaaanz ruhig und langsam... was lässt Du Dir so viel Druck machen?

er ist ja sicher nicht erst seit gestern arbeitslos und hat sich nicht gekümmert?

Zudem würde bei jedem Sorgerechtsstreit auch das Jugendamt gehört, das kann auch entsprechend argumentieren.

Ich würde an deiner Stelle:
Zum Jugendamt gehen und ihn schriftlich zu einem Termin einladen lassen um einen Start in (zuerst einmal) begleiteten Umgang zu besprechen. Um dann nach und nach in einen regelmässigen Umgang überzugehen.
Wenn er da nicht erscheint hat er schon mal Pech und es ist zudem noch aktenkundig. Den Termin an sich würde ich mit dem vater NICHT diskutieren, das kann er gerne mit dem JA tun.

Ob das Kind in eine Klinik geht oder nicht liegt alleine bei Dir. Du kannst Dir die Meinung des KV gerne anhören, aber Entscheidungen triffst alleine DU.

Mach Dein Ding.
Aktuell ist der Vater (leider nur) ein Nebengeräusch.
Ob er eine dauerhafte und wohlklingende Musik im Leben seines Sohnes spielen wird liegt an ihm selbst.

Und zu deiner Ausgangsfrage: nein, er hat da gar keine Rechte, viel weniger als DU!

Gruss

D

von desireekk am 30.09.2016

Antwort:

Umgang und Sorgerecht - Wieso dürfen "die anderen immer alles"?

Zusätzlich würde ich ihm über einen Anwalt eine Unterlassungsklage androhen, wenn er es nicht umgehend unterlässt dem Kind vor der Schule aufzulauern.

Wie kam es denn dazu? Woher weiss er welche Schule und wie geht es dem Kind damit?

Vor einem geneinsamen Termin beim Jugendamt würde ich alles blocken.
Soll er doch klagen. Dann kann er dem Richter mal erklären wo er all die Jahre war und warum er nicht zahlt.

von Sternenschnuppe am 30.09.2016

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