Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Wie kann ich Klarheit bekommen, ob sie Kuhmilch verträgt?

Hallo,
meine Tochte ist 5 Monate. Seit sie 3 Monate alt ist, wurde der Stuhlgang sehr dünn und stark schleimig, selten auch mit Blutfäden durchzogen und sie plagt sich sehr mit dem Bauch. Seither ist die Gewichtszunahme am unteren Limit. Sie wird gestillt, seit ca. 5 Wochen bekommt sie Beikost, davon ist sie, wenn es gut klappt 30-40 gr. Karotte-Kartoffel. Der Stuhlgang ist mit dem Brei fester, aber dazwischen nach wie vor dünn und schleimig, meistens grün. Parallel zur Einführung der Beikost habe ich 3 Wochen auf Kuhmilchprodukte verzichet. Dann wurde der Stuhlgang seltener (1x am Tag) und war immer etwas fester, da natürlich immer Brei im Stuhl war. Dann habe ich wieder Kuhmilch gegessen/getrunken. Nach 2 Tagen wurde der Bauch wieder schlechter, der Stuhlgang war nur noch schleimig und sie wollte aber auch keinen bzw. kaum Brei essen. Allersdings machen sie auch die ersten Zähne gerade auf den Weg. Ich habe nach 3 Tagen wieder auf die Kuhmilch verzichtet, aber auch nach jetzt 9 Tagen wird es immer noch nicht besser. Jetzt bin ich ratlos, was am Brei, was an der Kuhmilch, was am Zahnen liegt. DieKinderäztin hat per Stuhl- und Blutprobe alle gravierenden Vieren oder Entzündungen ausgeschlossen.
Wenn sie gestillt wird, fängt der Bauch oft direkt beim Trinken an zu rumoren und sie drückt sie durch oder trinkt nur wenig, sie hat viel Blähungen.
WIe kann ich Klarheit bekommen, ob sie Kuhmilch verträgt, wenn auch andere Faktoren immer reinspielen? Wie schnell müsste eigentlich eine Besserung auftreten?
Kann ich ersatzweise Sojaprodukte essen oder Ziegenkäse essen oder könnte sie darauf auch reagieren?
Ich bin langsam völlig ratlos und weiss nicht mehr was wir noch probieren sollen, damit es ihr endlich wieder besser geht.

Danke!

Tiny74

von tiny74 am 19.03.2013, 10:49 Uhr

 
 

Antwort:

Wie kann ich Klarheit bekommen, ob sie Kuhmilch verträgt?

Guten Tag!

Wie Sie selbst schreiben, ist eine Beurteilung nicht so einfach. Bauchschmerzen sind im Säuglingsalter ein häufiges Symptom, auch geringe Schleimbeimengungen zum Stuhl sind allein kein Grund zur Sorge. Die Grünfärbung des Stuhls entsteht durch Abbauprodukte der Gallensäuren und ist völlig normal, auch eine weiche Stuhlkonsistenz ei gestillten Kindern muss kein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Beunruhigen dagegen sollte das schlechte Gedeihen, auch Blutbeimengungen gehören nicht in den Stuhl. Sind diese noch vorhanden? Wie zufrieden ist die Kinderärztin aktuell mit der Gewichtszunahme?

Wir empfehlen eine kuhmilcheiweißfreie Ernährung der gestillten Mutter immer über 2-3 Wochen, da es so lange dauern kann, bis keine Spuren von Kuhmilcheiweiß mehr in der Muttermilch nachweisbar sind. Die Beschwerden können sich sofort bessern, es kann allerdings auch eine Weile dauern, bis die Entzündung des Darms vollständig abgeheilt ist.

Sprechen Sie bitte noch einmal mit Ihrer Kinderärztin: Wie beurteilt sie das Gedeihen? Hat sie wirklich Entzündungswerte im Stuhl – also das Calprotektin – bestimmt? Ist dieses normal (wobei im Säuglingsalter viel höhere Werte noch normal sind als bei älteren Kindern), sehe ich bei ausreichendem Gedeihen keinen Grund zur Sorge.

Ernähren Sie sich noch einige Tage weiter kuhmilcheiweißfrei – verschwinden die Beschwerden nicht, ist Kuhmilcheiweiß wohl eher nicht (oder auf jeden Fall nicht allein) Auslöser der Beschwerden. Den Brei hat Ihr Kind, wenn ich Sie richtig verstanden habe, auch in der guten Phase bekommen, an diesem sollte es also auch nicht liegen.

Wie schon oben geschrieben: entscheidend sind das gute Gedeihen und die normale Entwicklung Ihres Kindes. Gibt es hier Auffälligkeiten, ist eine weitere Abklärung erforderlich. Andernfalls ist es sinnvoll, zügig mit der Beikosteinführung fortzufahren – oft bessern sich die Beschwerden dann von allein.

Im Falle einer Kuhmilcheiweißallergie kann theoretisch auch auf Soja und Ziegenmilch reagiert werden, vielleicht warten Sie besser die wenigen Tage der Auslassdiät noch ab, bis Sie wieder alles essen, was Sie mögen? Ihren Kalziumbedarf können Sie z.B. auch mit kalziumreichen Mineralwasser decken.



Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 19.03.2013

Antwort:

Wie kann ich Klarheit bekommen, ob sie Kuhmilch verträgt?

Hallo Frau Dr. Koch,
danke für die Antwort. Meine Tochter nimmt minimal zu. Ca. 20-30 gr. pro Woche, manchmal aber auch nichts. Meine Ärztin meint das ist am untern Limit. Meines Wissens sind Entzündungswerte nur im Blut geprüft worden, ich werde nochmals fragen. Würde der Stuhlwert noch neue Erkenntnisse bringen? Gestern wollte die Ärztin Blut nehmen, um den Ig auf Kuhmilch zu prüfen, aber sie konnte keine Vehne finden. Ich wollte die Kleine auch nicht übermässig plagen...
Ich werde wie sie empfehlen mit meiner "Diät" weiter machen und hoffe auf Besserung.
Viele Grüsse
Tiny

von tiny74 am 20.03.2013

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