Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Wann erneute Symptome nach Provokation mit Milch

Hallo,

mein Kind (3 Monate alt) bekommt derzeit Neocate aufgrund des Verdachtes einer Kuhmilcheiweissallergie. Der Verdacht bestand, wegen anhaltenden Durchfällen mit Blut im Stuhl. Der Durchfall war sehr schnell verschwunden. Weiterhin hat er eine sehr trockene rauhe Haut auf der Stirn, die juckt. Hier ist seit den ca.2 Wochen in denen wir die Nahrung umgestellt haben nix passiert.
Jetzt zu meinen Fragen. Kann es sein, dass der Ausschlag/trockene Haut auf der Stirn erst später verschwindet? Das man noch länger warten muss? Oder ist es dann gar nicht allergiebedingt? Weiterhin freue ich mich, wenn Sie mir sagen können, wie schnell die alten Symptome (Durchfall mit Blut) zurück kommen. Nach insgesamt 4 Wochen soll nämlich eine Provokation mit erneuter Gabe von Kuhmilcheiweiss (eingefrorene Muttermilch) bzw.kuhmilchhaltige Säuglingsnahrung stattfinden. Wie lange muss man diese Nahrung geben, damit man beweisen kann, dass es eine Allergie gegen Eiweisse ist? Wann treten in der Regel die Symptome wieder auf? Reicht da ein Tag schon aus? Ich hoffe sehr, dass Sie mir helfen können.

von Jomann am 24.12.2012, 13:29 Uhr

 
 

Antwort:

Wann erneute Symptome nach Provokation mit Milch

Hallo!

Wenn die Haut sich bisher nicht gebessert hat, ist ein Zusammenhang mit der Aufnahme von Kuhmilcheiweiß nicht sehr wahrscheinlich. Gerade im Winter sind trockene Haut und kleinere Hautekzeme bei kleinen Säuglingen nicht ungewöhnlich, und nur in den seltensten Fällen findet sich wirklich eine Nahrungsmittelallergie als Auslöser. Entscheidende Therapie ist eine konsequente Hautpflege.

Die blutigen Durchfälle Ihres Kindes könnten Folge einer so genannten Muttremilch induzierten Kolitis sein, bei dieser findet sich teilweise eine Kuhmilcheiweißallergie als Ursache der Symptomatik. Da es sich bei dieser Form der Kuhmilcheiweißallergie in der Regel um eine Reaktion vom verzögerten Typ handelt, kann es auch mehrere Tage dauern, bis sich erneut Symptome zeigen.

Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 27.12.2012

Antwort:

Wann erneute Symptome nach Provokation mit Milch

Hallo Fr. Dr.Koch,

danke erstmal für die Antwort. Leider tun sich bei mir jetzt neue Fragen auf. Ist es denn sinnvoll jetzt schon einen Provokationstest zu machen (nach insg.4 Wochen)? Wie schon geschrieben mein Kind ist jetzt 3 Monate alt. Sie schreiben ja, dass Symptome durch erneute Gabe von Kuhmilcheiweissen erst Tage später auftreten können. Da ich nur noch für einen Tag abgepumpte Milch im Gefrierfach habe, welche Milch aus dem Handel sollte man am besten füttern? HA,Pre,1er, Lactosereduziert? Ist die Marke egal oder gibt es welche die besser verträglich ist? Es gibt ja eine Riesenauswahl und ich hab so gut wie abgestillt, da der Zeitraum bis jetzt zu lang war und das Abpumpen auf Dauer nicht realistisch(durch zu starke Milchnachproduktion). Würden Sie empfehlen Neocate (trinkt mein Kind übrigens ohne Proleme) einfach weiter zu geben oder ist so ein Versuch mit Kuhmilcheiweissgabe jetzt schon sinnvoll? Ist die Wahrscheinlichkeit denn sehr hoch, dass jetzt kein Durchfall oder Blut im Stuhl mehr auftritt? Die Kolitis ist doch durch die Ruhephase bestimmt abgeheilt? Keime im Stuhl wurden übrigens nie nachgewiesen. Danke schon mal im Vorraus und sorry für die tausend Fragen. Aber ich will nix falsch machen.

von Jomann am 27.12.2012

Antwort:

Wann erneute Symptome nach Provokation mit Milch

Hallo!

Eine erneute Provokation mit Kuhmilcheiweiß sollte unbedingt erfolgen, denn nur bei erneutem Auftreten von Durchfällen und blutigen Stühlen wäre eine Kuhmilcheiweißallergie wirklich bewiesen. Schließlich könnte die beobachtete Besserung auch einfach Zufall gewesen sein. Ein Magen-Darm-Infekt z.B. lässt sich durch eine Stuhluntersuchung auch nicht 100prozentig ausschließen, da man nicht nach allen eventuell möglichen Erregern suchen kann.
Wenn wieder Beschwerden auftreten, sollte im gesamten ersten Lebensjahr eine kuhmilcheiweißfreie Ernährung erfolgen. Das bedeutet, dass nicht nur Säuglingsnahrung durch z.B. Neocate ersetzt werden muss, sondern dass auch bei der Beikost auf Kuhmilcheiweiß verzichtet werden muss. So eine Diät ist ziemlich aufwendig, deshalb sollte die Diagnostik richtig durchgeführt werden.

Sie hätten Ihr Kind auch weiter stillen können, allerdings hätten Sie sich dann in den 4 Wochen streng kuhmilcheiweißfrei ernähren müssen. Welche Nahrung Sie jetzt füttern, bleibt Ihnen überlassen. Wenn ein familiäres Allergierisiko besteht, ist bis zum vollendeten 4. Lebensmonat die Fütterung einer HA-Nahrung sinnvoll. Prinzipiell ist eine Pre Nahrung ausreichend, sie müssen ausprobieren, ob Ihr Kind davon satt wird. Eine lactosereduzierte Nahrung ist nicht notwendig. Ab dem vollendeten 4. Lebensmonat sollten Sie allmählich auch mit der Fütterung von Beikost beginnen.

Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 28.12.2012

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