Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Verstopfung - Kuhmilchunverträglichkeit?

Guten Morgen,
mein 3 1/2-jähriger Sohn hat seit diesem Sommer immer wieder Verstopfung. Zunächst dachte ich an psychische Auslöser, da er im Juli eine kleine Schwester bekommen hat und es ungefähr seit dieser Zeit auch auftritt. Wir waren beim Kinderarzt; er äußerte auch diesen Verdacht. Wir haben Movicol junior bekommen, doch selbst bei der geringsten Menge davon (1/4 Teelöffel) hat er flüssigen Stuhlgang bekommen. Lactulose nützt gar nichts.
Es geht immer über einen längeren Zeitraum (1-2 Wochen) gut und dann geht plötzlich gar nichts mehr... Mein Sohn hat sich auch immer sehr "angestellt", d.h. das große Geschäft musste noch in eine Pampers (sonst trocken) und niemand darf dabei sein, etc. Seit gut zwei Wochen macht er sein Häufchen jetzt aber ins Töpfchen und er war richtig stolz darauf. Gestern morgen hatte er noch einen ganz normalen Stuhlgang, aber ich habe schon gesehen, dass sein Po (Bereich um den After) sehr sehr rot ist und dann weiß ich, es geht wieder los. Er hat gestern Abend und heute morgen probiert zu machen (musste also), jedoch ohne Erfolg.
Das ist doch aber komisch, zumal er wirklich eine starke Rötung hat. Daher frage ich mich, ob es nicht von Lebensmitteln sein kann. Seit mehreren Wochen haben wir für ihn auf Vollkornbrot umgestellt und den Süßigkeitenkonsum stark reduziert (naja, ist nicht so leicht, wenn der Nikolaus gekommen ist). Auch Kuhmilch haben wir nur noch wenig gegeben. Aber am Sonntag hatten wir Besuch zum Kaffee und da hat mein Sohn dann zwei Gläser Milch getrunken. Ja und Montag früh war der Po dann schon rot.
Mein Kinderarzt meinte, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zeigt sich immer durch Durchfall und nicht durch Verstopfung. Würde es dennoch Sinn machen, einen entsprechenden Test zu veranlassen? An was könnte es noch liegen?
Sorry, dass es so ein langer Text geworden ist. Aber wenn die Verstopfung dann da ist, ist das für uns alle wirklich quälend. Ich muss dann mit einem Miniklistier nachhelfen und mein Sohn weint vor Schmerzen. Gut möglich, dass er dann wieder die Pampers zurück will, hatten wir auch schon...
Vielen Dank für Ihere Einschätzung!
poldi

von poldi79 am 11.12.2012, 08:38 Uhr

 
 

Antwort:

Verstopfung - Kuhmilchunverträglichkeit?

Guten Abend Poldi!

Eine Kuhmlcheiweißallergie kann zwar zu einer Entzündung des Enddarms mit Verstopfung führen, in der Regel sind die betroffenen Kinder aber jünger (im Säuglingsalter). Auch die „guten“ Phasen zwischendurch sprechen gegen diese Diagnose, denn Kuhmilcheiweiß in irgend einer Form wird ja doch regelmäßig zugeführt. Beobachten Sie hier weiterhin einen Zusammenhang, sollte über mehrere Wochen eine streng kuhmilcheiweißfreie Diät versucht werden.

Zunächst sollte ein Abstrich des Anus auf Streptokokken untersucht werden – diese Bakterien, welche auch Auslöser von Scharlach oder Mandelentzündungen sind, verursachen typischerweise auch Beschwerden wie die Ihres Sohnes. Zusätzlich können Sitzbäder mit Gerbstoffen wie z.B. Tannolact und zinkhaltige Salben die akuten Beschwerden lindern.

Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 11.12.2012

Antwort:

Verstopfung - Kuhmilchunverträglichkeit?

Hallo Frau Dr. Koch,
vielen Dank für Ihre Antwort. Mein Sohn hatte im August eine Streptokokkenangina und wurde 10 Tage lang mit Penicillin behandelt. Die Problematik bestand aber auch danach fort (bin mir aber nicht sicher, ob es vorher schon da war). Macht es trotzdem Sinn, diese Untersuchung zu wiederholen?
Im September habe ich eine Stuhlprobe beim Kinderarzt abgegeben (o.B.). Wäre das da mit entdeckt worden?
Vielen Dank nochmal und Gruß
Poldi

von poldi79 am 12.12.2012

Antwort:

Verstopfung - Kuhmilchunverträglichkeit?

Hallo!

Der Abstrich sollte unbedingt abgenommen werden - wir erleben es gar nicht so selten, dass trotz ausreichend langer ´Behandlung mit Penicillin (mindestens 10-14 Tage) diese Infektion immer wieder auftritt. Dann sollte ein Antibiotikum mit einem breiteren Spektrum wie Cefaclor gegeben werden.

Der unauffällige Befund der Stuhlprobe schließt eine solche Infektion nicht aus - im Abstrich sollte gezielt nach Streptokokken und evt. auch Staphylokokken gesucht werden.

Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 12.12.2012

Die letzten 10 Beiträge
Mobile Ansicht

Impressum Über uns Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.