Dr. med. Martin Claßen

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Martin Claßen

   

 

stärker werdender Ausschlag nach Einführung Kuhmilch

Bei unserer Tochter wurde mit 5 Monaten eine Kuhmilcheiweißunverträglkichkeit festgestellt (Durchfall, Blut im Stuhl, Gewichtsabnahme, Bauchweh, Schreien beim Stillen (sie wurde damals voll gestillt)). Durch anfängliche Diät meinerseits in der Stillzeit und anschließende komplett milcheiweißfreie Ernährung (Kuh, Schaf, Ziege, Soja) waren die Beschwerden verschwunden. Beim letzten Milchtest im Februar (Alter 2, Jahre 2 Mon.) reagierte unsere Tochter nicht mehr. Sie schien die Milch zu vertragen, die wir dann voll eingeführt haben (Kuhmilch 3,9% Fett, ca. 240 ml am Tag + Milchprodukte in der Nahrung). Von Monat zu Monat hat sich dann ihr Hautbild verschlechteret. Zunächst Ausschlag in den Kniekehlen, der wieder durch Pflege verschwand, dann sehr trockene Haut, jetzt zunehmender Auschlag an beiden Unterarmen. Sie kratzt nicht daran. Kann die Milch Ursache sein? Ich habe zunächst Chlorwasser/Sonnencreme verdächtigt, aber auch in bade/sonnenfreier Zeit zeigt sie den Ausschlag in gleicher Intensität. Wir haben die Kuhnmilch auf 180ml reduziert und 100 ml eiweißreduzierte Kindermilch gegeben. Bisher kein Erfolg. Würden Sie die Milch testweise komplett weglassen? Wie lange? Ist die Kindermilch wirklich besser verträglich? Kann ein Allergietest auf Milch gemacht werden, welcher? IGE soll ja nicht aussagekräftig sein, da sie immer negativ war. Besten Dank!

von binki am 10.08.2010, 14:34 Uhr

 
 

Antwort:

stärker werdender Ausschlag nach Einführung Kuhmilch

Guten Abend!

Nahrungsmittelallergien sind viel seltener Ursache von Hautausschlägen/Neurodermitis als immer angenommen.
Um herauszufinden, ob Kuhmilcheiweiß Auslöser der Hautproblematik ist, sollte über einige Wochen eine streng kuhmilchfreie Diät erfolgen, d.h. nicht nur Kuhmilch und Kuhmilchprodukte, sondern sämtliche Nahrungsmittel, die unter Verwendung von Kuhmilch hergestellt werden (bestimmte Brotsorten, Kekse, Kuchen, Schokolade, Butter usw.) müssen vermieden werden. Da so eine Diät sehr aufwendig ist, sollte Sie sich Unterstützung bei einer qualifizierten Ernährungsberatung holen. Kindermilch enthält genauso Kuhmilcheiweiß wie normale Vollmilch und ist deshalb ebenfalls nicht geeignet.
Haut- und Labortests (sowohl IgE- und IgG-Antikörper) helfen zwar bei der Diagnostik von Nahrungsallergien, eine gesicherte Diagnose erhält man jedoch nur durch kontrolliertes Weglassen des auslösenden Nahrungsmittel und die erneute Provokation nach Verschwinden der Beschwerden. Trotzdem ist die Durchführung eines Allergietests vor Beginn einer solchen Diät sinnvoll, zumal aufgrund des reiferen Immunsystems Ihres Sohnes jetzt eventuell eine Reaktion auftreten könnte.

Eine konsequente Hautpflege ist jedoch mindestens genauso wichtig wie die Suche nach eventuellen Auslösern.

Alles Gute,
M. Claßen

von Dr. Martin Claßen am 10.08.2010

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