Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Unsere Tochter, 20 Monate, hatte bis vor ca. 2 Monaten eine problemlose Haut, konnte alles essen und vertragen. Jetzt hat sie, seitdem sie auch in den Kindergarten geht, plötzlich überall Hautausschlag bekommen, der sich in "trockene Streuselkuchenhaut" verwandelt, wenn es nicht mit Wasser in Berührung kommt. Es sind über den ganzen Körper verteilt ganz kleine, feine trockene Pusteln, die man mehr beim drüberfahren spürt als sieht.
Ein befreundeter Kinderarzt meinte, es wäre keine Neurodermitis, was wir vermutet hatten, da es auch in den Knie- und Armbeugen vermehrt juckt, sondern eher eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Er empfahl, laktosefreie Milch zu probieren. Haben wir gemacht und nach ca. 1 Woche wurde die Haut fast wieder vollständig geheilt. Komischerweise ist sie jetzt, obwohl wir weiter laktosefreie Milch geben, wieder genauso schlimm wie vorher und wie genauso ratlos.

Was könnte es noch sein?

von jangcat am 21.04.2011, 22:39 Uhr

 
 

Antwort:

Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Guten Abend!

Eine Lactosemalabsorption – also die Unverträglichkeit des Milchzuckers – wird verursacht durch einen Mangel des in der Dünndarmschleimhaut lokalisierten Enzyms Lactase. Aufgrund dieses Mangels kann die Lactose nicht gespalten und vom Darm aufgenommen werden. Aufgrund verschiedener Reaktionen, wie z.B. den Abbau der unverdauten Lactose im Dickdarm durch Bakterien zu Wasserstoff, treten in der Folge Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfälle auf. Hautausschläge sind jedoch niemals ein Symptom einer Lactoseunverträglichkeit. Sie können Ihrer Tochter also ruhig wieder lactosehaltige Milchprodukte geben, die zuerst beobachtete Besserung des Hautbefundes kann nur ein Zufall gewesen sein.

Der Verzehr von Kuhmilch kann einen negativen Effekt auf bestimmte Hautausschläge haben, Auslöser dieser allergischen Reaktion ist jedoch nie der Milchzucker, sondern das Kuhmilcheiweiß. Diese Allergie beginnt jedoch in der Regel bereits im Säuglingsalter, wenn auf Säuglingsnahrung umgestellt wird und ist bei den meisten Kindern bei Schuleintritt bereits wieder verschwunden. Wenn Ihre Tochter Kuhmilcheiweiß bisher vertragen hat, ist eine Kuhmilcheiweißallergie eher unwahrscheinlich.

Stellen Sie Ihre Tochter bei einem erfahrenen Kinderarzt oder einem Hautarzt vor. Dieser kann dann einschätzen, ob der Ausschlag überhaupt Folge einer Unverträglichkeit sein könnte. Solche Ausschläge beobachtet man z.B. nach viralen oder auch bakteriellen Infekten, nach verschiedenen Medikamenten bei Unverträglichkeiten gegen ein neues Waschmittel oder neue Kleidungsstücke. Eventuell kann auch ein neues Nahrungsmittel der Auslöser sein, welches bei Beginn des Ausschlags neu eingeführt und seitdem häufiger gegeben wurde.
Es gibt viele weitere Ursachen für solche Hautbefunde – wie schon geschrieben, kann dies nur ein Kollege vor Ort beurteilen.

Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 23.04.2011

Die letzten 10 Beiträge
Mobile Ansicht

Impressum Über uns Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.