Dr. med. Martin Claßen

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Martin Claßen

   

Antwort:

Nahrungsmittelallergien mit Anaphylaxien

Guten Abend!

Sie sind wirklich sehr gut informiert. Ich verstehe Ihre berechtigten Sorgen und kann kurz kommentieren, wobei ich natürlich gegenüber den versorgenden Kollegen vor Ort den Nachteil habe, viele Informationen nicht zu kennen.

Kurze Anmerkungen:

1. Das fehlende Kilo wäre für mich kein Grund, das Adrenalin nicht einzusetzen. Man weiß von Notfällen, dass eine geringe Überdosierung von Adrenalin bei einem jungen, gesunden Herzen keine Probleme macht. Die Nicht-Anwendung wäre womöglich riskanter!

2. In der Tat kann der Kontakt mit dem Fremdallergenen auch über den Atemtrakt oder die Haut erfolgen. Bei hochgradigen Erdnussallergien sind schwere Atemwegs-Reaktionen in Flugzeugen beschrieben, bei denen über die Klimaanlage die Erdnussproteine von einem Bereich in einen anderen „gepustet“ wurden. Insofern muss auch in der näheren Umgebung (im KiGa) auf die Nussproteine geachtet werden!

3. Was ich in Bezug auf das Xolair noch nachtragen wollte: Ich würde eine Literaturrecherche machen, inwiefern es Fallberichte bei ähnlichen Konstellationen gibt und inwiefern der Komplementdefekt zu berücksichtigen ist. Hierzu habe ich zu wenig eigene Erfahrung. Eine allergologisch-immunologische Spezialklinik (z. B. Klinik von Prof. Wahn in Berlin) sollte man ggf. zusätzlich befragen.

4. Der Kindergarten ist ein besonderes Problem, weil das erste schwere Ereignis auch ganz plötzlich eintreten kann. Eine Bereitschaft der Erzieherinnen, sich mit Diät/Karenz und Notfallmaßnahmen auseinanderzusetzen ist m. E. dringend nötig.

Alles Gute!

Ihr

M. Claßen

von Dr. Martin Claßen am 15.04.2010

 
 
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