Dr. med. Martin Claßen

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Martin Claßen

   

Antwort:

Nahrungsmittelallergien mit Anaphylaxien

Lieber Dr. Claßen,

vielen Dank für die schnelle und kompentente Beantwortung meiner vielen Fragen. Dürfte ich doch noch etwas nachhaken?

--> Sie sollten unbedingt ein Notfallset („Anaphylaxie-Set“) zur Verfügung haben

Wir führen immer Antihistaminika, Kortison als Zäpfchen bzw seit neuesten auch Celastamine liquidum mit. Adrenalin hatten wir bislang nur in inhalativer Form, was ja zur Behandlung einer "echten" Anaphylaxie nicht zugelassen ist, da wohl mindestens 20 Hübe benötigt werden, um überhaupt einen Wirkspiegel im Blut zu erzielen. Der Kleine ist recht leicht (knapp 14 kg). Der Chefarzt unserer Klinik argumentierte bislang, dass der Anapen/ Fastject erst für Kinder ab 15 kg zugelassen wäre, und wir mit unserer Medikation das Schlimmste abfangen könnten. Für den Weg in die Klinik würde es reichen. Er hat allerdings noch nicht die Ergebnisse des neues RAST´s gesehen, da wir die neue Allergiediagnostik in der Reha durchgeführt haben.

--> Das wird wahrscheinlich die allergische Neigung reduzieren; ob man damit wirklich alle Reaktionen verhindern kann, ist nicht vorherzusagen. Die Erfahrungen mit der Anwendung dieses Antikörpers bei den Nahrungsallergien sind noch nicht so umfangreich wie beim Asthma.

Die Erfahrungen mit der Behandlung von Omalizumab bei Asthma bei so kleinen Kindern sind auch sehr dürftig. Es wäre sowieso ein off-label-use, da das Xolair erst ab 12 Jahren zugelassen ist. Aber man klammert sich eben an jedem Strohhalm. Und wenn es hilft systemisches Kortison zu reduzieren....

Im Infektfall reagiert er oft so plötzlich mit heftigster Atemnot, sodass auch hochdosiertes Kortison versagt und wir das Ganze erst mit Adrenalininhalationen abfangen können. Deshalb hoffen die Ärzte, dass etwas Allergisches mitspielt. Das wäre zumindest eine Perspektive. Seine Dauermedikation ist ausgereizt, es bleibt im Grunde nur noch dauerhaft syst. Kortison zu geben. Gerade, wenn Sie schreiben, dass Spuren von Lebensmitteln auch über die Haut usw übertragen werden können, dann ist es zumindets ein Ansatzpunkt.

Haben Sie noch Anregungen wie man die Kiga-Situation entschärfen könnte? Unser Kindergarten ist ziemlich nachlässig was den Umgang mit der Problematik betrifft. Mehrmals wurden zu Ausflügen die Medikamente nicht mitgenommen, der Kleine selbst hat sich geweigert ihm vorgesetztes essen oder Trinken anzurühren. Ich fühle mich nicht ganz ernst genommen. "Leider" hatte er im Kiga noch keine schwere Atemnot.

Nochmals herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!
finima

von finima am 15.04.2010, 21:28 Uhr

 
 
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