Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Multiple Nahrungsmittelallergien

Hallo!

bei meinem Sohn wurde wegen starker Neurodermitis und Schlaflosigkeit im Alter von 8 Montaten ein Allergietest durchgeführt. Ergebnis: Sensibilisierung gegen Kuhmilch- und Hühnereiweiß. Eine Provokation bestätigte das Ergebnis. Nach vorübergehender Besserung des Zustandes geht es seit Herbst letzten Jahres wieder total bergab. Zusätzlich kamen nun noch asthmatische Erscheinungen und Urticaria hinzu. Deshalb wurde ein erneuter Bluttest anberaumt (mein Sohn ist nun knapp 2). Bis jetzt habe ich nur ein Sammelergebnis. Hochallergisch sowohl auf Nahrungsmittelallergene sowie auf Inhalationsallergene. Gesamt IgE stark erhöht. Für eine weitere Differenzierung hat das Blut nicht gereicht. Nächste Woche muss ich mit ihm wieder zur Blutabnahme. Wie wird dann mit dem Ergebnis verfahren? Muss dann zur Sicherung für jedes Allergen eine Provokation durchgeführt werden? Wenn ja wie läuft sowas ab, da allein die Provokation mit Kuhmilch- und Hühnereiweiß über eine Woche gelaufen ist.

von Lisa5 am 04.05.2012, 13:54 Uhr

 
 

Antwort:

Multiple Nahrungsmittelallergien

Hallo!

Ob bei Verdacht auf eine Nahrungsallergie eine Provokation sinnvoll ist, hängt von der Art der Reaktion auf das verdächtige Nahrungsmittel ab. Warum im Alter von 8 Monaten eine so lange Provokationsphase durchgeführt wurde, ist mir nicht ganz klar – sinnvoller hätte ich hier eine Auslassdiät über einige Wochen mit anschließender Provokation gefunden.
Die Beschwerden im Bereich der Bronchien sind vermutlich eher eine Reaktion auf die Inhalationsallergene – hier kann bei schwieriger Blutentnahme vielleicht schon ein Pricktest (Hauttest) weiterhelfen, um den genauen Auslöser zu finden.

Dass sich die Haut unter einer hühnerei- und kuhmilcheiweißfreien Diät nicht bessert, kann zwei Gründe haben: entweder sind Nahrungsallergien doch nicht die Ursache der Neurodermitis oder aber es sind andere Nahrungsallergien hinzugekommen. Vielleicht können durch Allergietests weitere verdächtige Nahrungsmittel gefunden werden – in diesem Fall sollten diese ebenfalls für einige Wochen streng weggelassen werden. Kommt es zu einer Besserung, sollte dann das entsprechende Nahrungsmittel wieder gegeben werden. Da die Reaktionen Ihres Kindes zum einen nicht akut bedrohlich ist und zum Teil vielleicht auch erst verzögert zu erwarten ist, kann m.E. so eine Provokation auch zu Hause erfolgen.
Bringen weitere Allergietests oder Auslassdiäten keine neuen Erkenntnisse bringen, ist eine oligoantigene Diät empfehlenswert. Bei dieser Diät werden über einige Zeit nur einige wenige Nahrungsmittel gegeben, welche sehr selten Allergien auslösen. Darunter sollte es im Falle einer Nahrungsallergie zum Verschwinden der Beschwerden kommen. Anschließend werden Schritt für Schritt wieder neue Nahrungsmittel eingeführt.

Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 05.05.2012

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