Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Kuhmilchunverträglichkeit

Guten Tag,
mein Sohn ( 8 Wochen alt) hatte sehr sehr starke Verdauungsprobleme. Er hat sehr viel gespuckt und fing einige Zeit nach dem Stillen schrecklich an zu weinen. Jeden Morgen wurde er mit Bauchschmerzen und starken Blähungen wach, tagsüber konnte er oft nicht schlafen, da er so starke Verdauungsprobleme hatte.
Wir haben alles versucht, Saab, Bauchmassage, Fliegergriff etc.
Ich stille voll.
Mein Sohn hat gut zugenommen (trotz der Spuckerei) war jedoch nie ein zufriedenes Baby.
Der Kinderarzt meinte es wäre 3 Monatskolliken.
Hinzu kam, dass er eine sehr trockene Haut und auch leichten Ausschlag hatte.
Da meine Mutter eine Kuhmilchunverträglichkeit hat und ich festgestellt habe, dass er besondere Probleme an Tagen hatte, an denen ich viel Milchprodukte gegessen habe, habe ich beschlossen mich erstmal komplett Kuhmilchfrei zu ernähren.
Ich esse nun seit ca.5 Tagen keine Kuhmilchprodukte mehr und erkenne meinen Kleinen nicht wieder. Er weint kaum noch, hat so gut wie keine Bauchschmerzen mehr, die Verdauung bereitet ihm auch keine Probleme mehr und sein Hautbild wird von Tag zu Tag besser.
Ich möchte auf jeden Fall weiter stillen und werde mich ab nun kuhmilchfrei ernähren, weil ich wirklich denke, dass es daran gelegen hat.
Meine Frage ist nun ob ich beim Kinderarzt noch einen Allergietest machen lassen muss und welche Ersatzprodukte ich in der Stillzeit essen soll? Soll ich ein Kalciumpräparat nehmen oder Sojamilch trinken?
Haben Sie Tipps?
Vielen Dank für Ihre Antwort.

von carla10 am 29.05.2012, 23:37 Uhr

 
 

Antwort:

Kuhmilchunverträglichkeit

Hallo!

Um eindeutig zu beweisen, ob die Beschwerden Ihres Sohnes wirklich Folge einer Kuhmilcheiweißallergie sind, sollten Sie in 1-2 Wochen noch einmal ausprobieren, was passiert, wenn Sie sich wieder völlig normal ernähren. Die jetzt beobachtete Besserung könnte auch ein Zufall sein und wenn wirklich eine Kuhmilcheiweißallergie besteht, sollte im gesamten ersten Lebensjahr eine kuhmilcheiweißfreie Ernährung erfolgen.

Leidet Ihre Mutter wirklich unter einer Kuhmilcheiweißallergie (was in ihrem Alter sehr ungewöhnlich wäre) oder verträgt sie Lactose, also den Milchzucker, nicht? Dies sind zwei völlig unterschiedliche Probleme und eine Lactoseunverträglichkeit kommt bei Ihrem Sohn nicht in Frage, da ja Muttermilch viel mehr Lactose enthält als Kuhmilch (und zwar auch, wenn Sie sich kuhmilchfrei ernähren!).

Treten die Beschwerden nach erneuter Belastung mit Kuhmilcheiweiß wieder auf, sollten Sie sich Unterstützung durch eine Ernährungsberatung holen, damit es unter der kuhmilcheiweißfreien Ernährung nicht zu einer Mangelversorgung kommt. Kuhmilch ist ja nicht nur ein wichtiger Kalziumlieferant, sondern versorgt den Körper z.B. auch mit wichtigen Eiweißen. Sojamilch kann Kuhmilch gerade im Hinblick auf den Kalziumgehalt nicht ersetzen, kalziumreiches Gemüse und Mineralwasser sind hier eine gute Alternative.

Eine Kuhmilcheiweißallergie eindeutig zu diagnostizieren ist auch insofern wichtig, dass nach dem Stillen vielleicht einmal die Fütterung einer kuhmilcheiweißfreien Spezialnahrung notwendig wird. Die Kosten für eine solche Nahrung werden von der Krankenkasse allerdings nur bei gesicherter Kuhmilcheiweißallergie übernommen. Allergietests sind im Säuglingsalter sehr unzuverlässig und unter bereits begonnener Diät machen sie wenig Sinn.

Viele Grüße,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 31.05.2012

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