Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Kuhmilchunverträglichkeit bei 2 Jähriger

Guten Tag,

bei meiner 24 Monate alten Tochter wurde ein Bluttest auf diverse Allergene gemacht mit dem Ergebnis einer Reaktion auf rast-kuhmilch gekocht 0.79 Kl.2 (Referenzbereich 0.35) U/ml.
Sie hatte 7 schwere Infektionen im Winter mehrmals schon Infektasthma und eine ständige laufende Nase.
Alle anderen Allergietest waren negativ.
Die Kinderärztin schlägt Sojaprodukte als Ersatz zur Kuhmilch vor. Doch Soja ist doch auch hochallergen? Ich bin verwirrt. Ist der Verzicht auf Käse denn auch notwendig?
Sollte ich nicht doch besser zu einem Facharzt um die Sache gründlicher abklären zu lassen zumal ich selber auch starke Allergikerin bin (Tierhaare Hausstaubmilben Frühblüher und Gräser).
Bitte klären Sie mich auf was dieser Wert nun tatsächlich bedeutet und wie sie in so einem Fall vorgehen würden. Meine Tochter zeigt übrigens sonst keine Reaktionen (Verdauung, Unwohlsein, Haut etc.)

Viele Grüße

von Drada am 28.04.2011, 13:45 Uhr

 
 

Antwort:

Kuhmilchunverträglichkeit bei 2 Jähriger

Hallo!

Ein positiver Bluttest bedeutet noch lange nicht, dass wirklich eine Allergie vorliegt. Bewiesen werden kann so eine Allergie mit Sicherheit nur durch eine Besserung der Beschwerden unter einer streng kuhmicheiweißfreien Diät und eine wiederauftretende Verschlechterung unter erneuter Provokation mit Kuhmilcheiweiß.

Eine streng kuhmilcheiweißfreie Diät bedeutet nicht nur das Weglassen von Kuhmilch und Milchprodukten wie Joghurt und Käse, sondern auch von allen Nahrungsmitteln, welche unter Verwendung von Kuhmilch hergestellt werden (z.B. Schokolade, Kuchen und Kekse, verschiedene Brotsorten, Soßen, einige Wurstsorten usw.). Sojaprodukte können bei einer Zweijährigen als Ersatz verwendet werden, allerdings haben Sie recht: ca. 30% der Menschen, welche auf Kuhmilcheiweiß reagieren, reagieren auch auf Soja. Wenn diese Diät wirklich erforderlich sein sollte, ist vor Beginn der Diät eine Ernährungsberatung sinnvoll, da nur durch eine wirklich strenge Diät die Diagnose gesichert werden kann.

Eine Kuhmilcheiweißallergie verursacht in der Regel Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und der Haut, Reaktionen an den Atemwegen werden nur selten beobachtet.
Bisher wurden die Beschwerden Ihrer Tochter als Infektasthma bezeichnet. Typischerweise treten die Probleme hier in der Infektzeit in Herbst und Winter auf, wogegen die Kinder in den wärmeren Monaten weniger Beschwerden haben. Wenn dies bei Ihrer Tochter auch der Fall ist, sollte es ihr in den nächsten Wochen und Monaten sowieso besser gehen und man wird gar nicht mit Sicherheit sagen können, ob dies wirklich ein Effekt der kuhmilcheiweißfreien Diät ist. Aus diesem Grund würde ich empfehlen, zunächst einmal abzuwarten. Wenn Ihre Tochter in der nächsten Zeit jedoch weiterhin unter ähnlichen Beschwerden leidet, ist eine weitere Abklärung sinnvoll.

Viele Grüße,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 29.04.2011

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