Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Kuhmilcheiweißallergie - genug Kalzium?

Guten Tag,

meine Tochter (10 M) hat eine durch Bluttest nachgewiesene Kuhmilcheiweißallergie (und Hühnereiweiß). Inzwischen stille ich immer weniger. Leider ißt sie allgemein eher mäßig, nimmt aber trotzdem gut zu. Abends bekam sie bisher Griesbrei mit HA-Milchpulver. Nun sind wir aber für einige Zeit in Amerika und bekommen kein Milchpulver, dass sie mag. Soja-Milchpulver verweigert sie komplett. Sie isst abends vermehrt Weißbrot. Wie kann ich sicher gehen, dass sie alle nötigen Nährstoffe, vor allem Kalzium bekommt. Wenn ich ihr etwas zur Nahrungsergänzung geben soll, wäre es schön, wenn es etwas wäre, was auch in den USA zu bekommen ist, da die Kindernahrung hier nicht so vielschichtig ist wie in Deutschland.

Vielen Dank,
Julia

von conny11 am 20.03.2012, 17:26 Uhr

 
 

Antwort:

Kuhmilcheiweißallergie - genug Kalzium?

Hallo conny11, vll. hast du meinen Beitrag etwas weiter unten gelesen. Bei meiner Tochter besteht der Verdacht auf eine Kuhmilchunverträglichkeit bzw. Allergie. Mein Kinderarzt ist nicht wirklich auf meine Frage eines Testes eingegangen, er meinte nur das sei kompliziert. Darf ich fragen wer bei euch den Test gemacht hat?
Ich fühle mich etwas allein gelassen mit diesem Thema und auf gut Glück will ich nicht die teure Nahrung aus der Apotheke kaufen. Wie war es bei Euch damals bei der feststellung? Du kannst mir auch gerne eine PN schicken. Ich wäre sehr dankbar für ne Antwort!

lg

von dima2309 am 21.03.2012

Antwort:

Kuhmilcheiweißallergie - genug Kalzium?

Hallo Julia!

Wie schon häufig in diesem Forum geschrieben, bedeutet ein auffälliger Bluttest nicht automatisch, dass eine Kuhmilcheiweißallergie vorliegt. Genauso wenig schließt ein negativer Bluttest eine Allergie aus.
Die einzige sichere Methode, eine Kuhmilcheiweißallergie zu beweisen, ist eine konsequente kuhmilcheiweißfreie Diät über mindestens 14 Tage. Verschwinden die Beschwerden darunter und tauchen dann nach erneuter Belastung mit Kuhmilcheiweiß wieder auf, ist die Diagnose Kuhmilcheiweiß gesichert.

Um die Kalziumversorgung im 1. Lebensjahr sicher zu stellen, sollten bei einer Kuhmilcheiweißallergie so genannte Hydrolysat- oder Aminosäurenahrungen gefüttert werden. Diese Nahrungen gibt es sicherlich auch in den USA.

HA-Nahrung ist bei einer Allergie nicht geeignet, da hier die Eiweiße nur sehr wenig aufgespalten sind und deshalb trotzdem reagiert wird. Da Ihre Tochter HA-Nahrung verträgt, bin ich nicht sicher, ob überhaupt eine Kuhmilcheiweißallergie vorliegt. (Und auch Weißbrot enthält oft Milch.)

Sojanahrung sollte aufgrund der hormonellen Wirkung der enthaltenen Phytoöstrogene (isoflavone) im 1. Lebensjahr überhaupt nicht gefüttert werden (auch wenn dies in vielen anderen Ländern so empfohlen wird).


Eventuell ist es sinnvoll, einfach eine normale Säuglingsnahrung zu probieren bzw. den Brei einfach mit Vollmilch anzurühren und zu beobachten, was passiert. Das hängt allerdings von Beschwerden ab, die zur Verdachtsdiagnose Kuhmilcheiweiß geführt haben und muss letztendlich Ihr behandelnder Kinderarzt entscheiden.


Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 21.03.2012

Antwort:

Kuhmilcheiweißallergie - genug Kalzium?

Guten Tag Frau Koch,

vielen Dank schon mal für Ihre Antwort. Meine Tochter litt sehr unter Trockenekzemen und kratzte sich teilweise blutig (Neurodermitis). Daraufhin führte unser KiA den Bluttest durch. Sie bekam dann auch Luivac-Tabletten und ich trank keine Milch mehr (stille noch) und es wurde deutlich besser. Inzwischen ist sie fast Beschwerde frei. Meinen Sie, ich sollte mal probieren, ihren Abendbrei mit normaler Kuhmilch anzurühren? Wenn ja, welchen Fettgehalt sollte die Milch haben?
Ansonsten werde ich versuchen, die von Ihnen empfohlenen Präparate zu bekommen.

Herzlichsten Dank,
Julia

von conny11 am 21.03.2012

Antwort:

Kuhmilcheiweißallergie - genug Kalzium?

Hallo Julia!

Eventuell hat die Reduktion von Kuhmilcheiweiß in Ihrer Ernährung zu einer Besserung geführt. Da sich das Ekzem unter HA-Nahrung nicht verschlechtert hat und Sie sich scheinbar auch nicht streng kuhmilcheiweißfrei ernährt haben, spricht für mich nichts dagegen, Vollmilch mit einem Fettgehalt von 3,5 % für den Abendbrei zu verwenden.

Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 25.03.2012

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