Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

kuhmilch

hallo,


mein sohn ist jetzt 6 monate ,wird noch voll gestillt und ich vermute er reagiert auf kuhmilch über das stillen, soll heißen, wenn ich kuhmilch zu mir nehme die nicht erhitzt wurde, zb. quark, joghurt usw.dann bekommt er eine weile nach dem stillen extremen durchfall, der zum schluss nur noch aus schaum und schleim besteht.danach ist er immer extrem geschafft .ich werde also jetzt erstmal alle milchprodukte entweder erhitzen oder wenn dies nicht geht, dann ganz weglassen.mein mann findet diesen weg falsch, er meint er müßte sich halt dran gewöhnen und wenn ich es nicht mehr esse, könnte er das ja nicht.
wie ist denn die korrekte vorgehensweise.? weglassen oder dran gewöhnen?geht das überhaupt?heißt das das ich ihm selbst später keine kuhmilch geben darf?wenn er sie erhitzt verträgt worauf reagiert er dann speziell, laktose oder eiweiß? kann sich das verwachsen?


vielen dank für die beantwortung der vielen fragen!
susanne

von hasifm am 13.05.2011, 13:31 Uhr

 
 

Antwort:

kuhmilch

Hallo Susanne!

Es ist sinnvoll, dies weiter abklären zu lassen. Wenn wirklich eine Kuhmilcheiweißallergie besteht, sollte im 1. Lebensjahr eine streng kuhmilcheiweißfreie Ernährung erfolgen, da diese Allergie auch zu schwerwiegenderen Symptomen wie einer Gedeihstörung führen kann.

Selten kommt es vor, dass Säuglinge über die Muttermilch auf Kuhmilcheiweiß reagieren. Genauso ist es selten möglich, dass Kuhmilcheiweißallergiker erhitzte Milch vertragen können. Es wird dann nicht auf das hitzestabile Eiweiß Kasein, sondern auf die Molkeproteine reagiert, welche durch Erhitzen zerstört werden. Deshalb könnten Ihre Beobachtungen für eine Kuhmilcheiweißallergie sprechen.

Am einfachsten wird sich dies klären lassen, wenn man ausprobiert, wie Ihr Sohn direkt auf eine kuhmilcheiweißhaltige Nahrung reagiert. Da Ihr Sohn bereits 6 Monate alt ist, sollte jetzt sowieso mit der Einführung von Beikost begonnen werden. Zum einen ist nach dem 6. Lebensmonat Muttermilch allein nicht mehr ausreichend, um einen Säugling altersentsprechend mit allen Nährstoffen zu versorgen. Zum anderen ist gerade hinsichtlich der Vorbeugung von Allergien eine frühe Einführung verschiedener Nahrungsmittel (zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat) empfehlenswert.

Ich empfehle Ihnen, die Problematik mit Ihrem Kinderarzt zu besprechen. Eventuell kann bereits eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Antikörper gegen die verschiedenen Kuhmilcheiweiße einen Hinweis auf eine Kuhmilcheiweißallergie geben. Entscheidend ist jedoch die Reaktion Ihres Sohnes auf die Zufuhr von Kuhmilcheiweiß.
Wenn es Ihrem Sohn gut geht und er gut gedeiht, kann es, solange Sie stillen, eventuell wirklich ausreichend sein, wenn Sie nur erhitzte Milchprodukte zu sich nehmen. Das kann am besten Ihr Kinderarzt vor Ort entscheiden.

Sollte wirklich eine Kuhmilcheiweißallergie bestehen, sollte im gesamten ersten Lebensjahr eine streng kuhmilcheiweißfreie Ernährung erfolgen. Für den Milch-Getreide-Brei und nach dem Abstillen sollte dann eine Hydrolysat- oder Aminosäurenahrung gefüttert werden.

Viele Grüße,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 15.05.2011

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