Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Kann man nach einer Milchfreien Ernährung eine Unverträglichkeit feststellen?

Hallo,
ich hoffe sehr, dass Sie mir helfen können. Mein Sohn wird im Dezember 4 Jahre alt. Aufgrund ständiger Durchfälle, Erbrechen, Hautausschlägen und Müdigkeit, ging ich mit ihm im März, zu unserer Kinderärztin. Ich beschrieb ihr seine Symptome und sagte auch, dass ich vermute, dass er keine Milch verträgt. Daraufhin wurde ihm Blut angenommen. Allerdings ohne auf die angesprochene befürchtete Unverträglichkeit zu testen. Es kam raus, dass er erhöhte Leberwerte hat. 2 von 4 seien erhöht, einer um die 90, der andere über 100. Es wurde auf sämtliche Krankheiten getestet. Alle waren negativ.
Auf seine Symptome angesprochen, sollten wir einfach mal auf Lactosefreie Nahrung umstellen. Das taten wir auch, seine Haut wurde besser, erbrochen hat er sich trotzdem, wenn er Milch trank.
Wir waren dann nach einigen Wochen erneut zum Bluttest, die Leberwerte waren wohl fast gleich geblieben. Ausserdem wurden Muskelwerte getestet, die bei über 1000 lagen. Unsere Ärztin sagte, dass sie meinen Sohn, wenn die Werte beim nächsten Mal noch immer erhöht wären, nach Bremen schicken würde, um eine Muskelprobe entnehmen zu lassen.
Ich muss dazu sagen, dass Nein Sohn viel tobt und ständig viele blaue Flecken hat. Das kann diese Werte ja auch erhöhen.
Nun waren wir vor 3-4 Wochen wegen einer anderen Sache beim Osteopath. Dieser ist auch Heilpraktiker. Er tastete seinen Bauchraum ab (ich war eigentlich wegen seiner Schulter da)... Und sagte dann, dass mein Sohn eine "gestaute Leber" hat und er meinte, er hätte eine Milchunverträglichkeit. Das war ein Schock und freudiges Ereignis zugleich. Würde das doch auch die erhöhten Werte erklären. Unsere Ärztin belächelte dies eher. Seither verzichten wir konsequent auf eine milchfreie Ernährung. Und ihm geht es richtig gut. Er hat in der kurzen Zeit zugenommen, hat ein rosiges Gesicht, keine Bauchschmerzen, kein Erbrechen, keine Ausschläge. Die Ärztin möchte am Donnerstag erneut Blut abnehmen. Dann auch endlich zwecks der Milch mittesten.
Nun frage ich mich- da mein Sohn sich seit Wochen komplett milchfrei ernährt, ist es überhaupt möglich, eine mögliche Unverträglichkeot noch über das Blut zu testen??? Und wenn nicht- wäre es dann vielleicht sinnvoll, den Test wegen der Leberwerte zu verschieben? Ich habe eben die Hoffnung, dass diese sich verbessern, nach all den Wochen ohne Milch. Sollten diese nämlich noch immer erhöht sein, würde er in 4-6 Wochen ja schon wieder getestet werden u das würde ich meinem Kind zu gern ersparen. Geschweige denn, dass er wegen der Muskelwerte (die auf jeden Fall wieder erhöht wären, da er aussieht wie eine Landkarte) in ein völlig falsches Fach gesteckt würde.
Was meinen Sie? Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.

Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße

von Poughie am 02.09.2013, 21:57 Uhr

 
 

Antwort:

Kann man nach einer Milchfreien Ernährung eine Unverträglichkeit feststellen?

Herr je, all die Fehler :/ Er verzichtet natürlich nicht auf milchfreie Ernährung, sondern auf Milch...

von Poughie am 02.09.2013

Antwort:

Kann man nach einer Milchfreien Ernährung eine Unverträglichkeit feststellen?

Guten Abend!

Ohne die genauen Werte zu kennen, ist eine Beurteilung aus der Ferne natürlich nicht möglich.

Eine Besserung der Beschwerden unter (vollständig? – auch Backwaren,Wurst usw.) kuhmilcheiweißfreier Ernährung kann für das Vorliegen einer Kuhmilcheiweißallergie sprechen – letztendlich lässt sich das nur durch eine erneute Provokation mit Kuhmilcheiweiß klären. Ein unauffälliger Bluttest schleißt eine Kuhmilcheiweißallergie genauso wenig aus wie ein positiver Test diese beweisen würde – entscheidend sind die Beobachtungen unter Diät und anschließender Provokation.

Aber man darf hier nichts durcheinander bringen! Zum einen verursacht eine Kuhmilcheiweißallergie keine Leberstauung. Zum anderen sind die erhöhten Leberwerte vermutlich ja gar kein Hinweis auf eine Lebererkrankung, sondern stehen in Zusammenhang mit der Erhöhung der Muskelenzyme (welche wiederum überhaupt nichts mit einer Kuhmilcheiweißallergie zu tun hat!). Viele blaue Flecken können diese Enzyme erhöhen, deshalb ist es sicherlich sinnvoll, diese in einer Phase mit möglichst wenigen davon zu bestimmen. Ob ein erhöhter Wert dann Grund zur weiteren Abklärung ist, kann man nur anhand der Befunde entscheiden.

Viele Grüße,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 04.09.2013

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