Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Kann der Auschlag und die Blähungen wirklich auf eine Zöliakie hinweisen?

Hallo, es ist etwas ungut gelaufen, unser Sohn hat jetzt mit 7 Monaten erst das erste Mal glutenhaltiges Essen bekommen, Nudeln. Uns ist klar, dass wir damit zu spät dran waren. Jetzt hat er (davon??) tatsächlich Ausschlag, Bauchweh und dünnen Stuhlgang bekommen. Kann das tatsächlich auf Zöliakie hinweisen. Die Mutter des Kindsvaters ist betroffen. In welchem Abstand soll ich die Nudeln noch einmal füttern? Haben wir die Probs durch die späte Einführung von Gluten selbst erst verursacht? Ich mach mir solche Vorwürfe. Bitte könnten Sie mir einen Rat geben, was wir jetzt tun sollten? Vielen Dank im Voraus.

von ORsg am 24.05.2013, 16:00 Uhr

 
 

Antwort:

Kann der Auschlag und die Blähungen wirklich auf eine Zöliakie hinweisen?

Guten Abend!

Eine Reaktion nach einmaliger Gabe von Gluten ist nicht gleich ein Hinweis für eine Zöliakie. Letztendlich lässt sich eine Zöliakie nur diagnostizieren oder ausschließen, wenn über einen gewissen Zeitraum regelmäßig Gluten gefüttert wurde, geben Sie also ruhig täglich Gluten in Form von Nudeln und Getreide. Halten die Beschwerden an, kann Ihr Kinderarzt demnächst eine Blutentnahme durchführen, um nach einer Zöliakie zu schauen.
Eine frühe Fütterung von Gluten scheint das Risiko für das Auftreten einer Zöliakie zwar zu reduzieren, eine hundertprozentige Sicherheit bringt dies aber auch nicht. Selbst wenn Ihr Kind eine Zöliakie bekommen würde, macht es überhaupt keinen Sinn, sich Vorwürfe und unnötige Gedanken zu machen.

Deutlich erhöht ist das Risiko für das Auftreten einer Zöliakie, wenn Verwandte ersten Grades ebenfalls betroffen sein – dies ist bei Ihnen ja nicht der Fall. Theoretisch besteht die Möglichkeit, im Blut die molekulargenetischen Marker HLA-DQ2 und DQ8 zu bestimmen – nur wenn eines dieser Merkmale bei Ihrem Kind nachweisbar ist, kann es eine Zöliakie bekommen. Allerdings muss man wissen, dass bei 30% der Menschen dieses Genmerkmal nachweisbar ist, ohne dass diese jemals an einer Zöliakie erkranken (das Fehlen dieses Merkmals schließt eine Zöliakie also aus, wogegen das Vorhandensein noch lange nicht bedeutet, dass eine Zöliakie auftritt).

Alles Gute,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 27.05.2013

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