Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

In wie weit ist Zöliakie vererbbar?

Zöliakie , wie vorbeugen?

Guten Abend,
ich bin in der 32. ssw und vor kurzem wurde bei dem Vater des Kindes Zöliakie festgestellt. Nun mache ich mir Sorgen, dass auch unser Kind diese Krankheit haben könnte.
Meine Frage ist , in wie weit ist Zöliakie vererbbar , kann ich schon in der Schwangerschaft etwas vorbeugendes tun? Wie sieht es beim Stillen aus? Ist es besser eine gewisse Zeit auf Gluten zu verzichten oder besser das Kind langsam daran zu gewöhnen?
Ich hoffe, dass Sie mir helfen können.
Danke
Silvia

von Silu81 am 28.01.2014, 21:46 Uhr

 
 

Antwort:

In wie weit ist Zöliakie vererbbar?

Liebe Silvia!

Da Ihr Mann an einer Zöliakie erkrankt ist, ist das Risiko für Ihr Kind, im Laufe seines Lebens ebenfalls eine Zöliakie zu bekommen, deutlich erhöht. Es beträgt etwa 1:10, im Vergleich dazu ist das Risiko ohne erbliche Vorbelastung etwa 1:300.

Es gibt viele aktuelle Untersuchungen, die gezeigt haben, dass verschiedene Faktoren das Auftreten einer Zöliakie begünstigen oder auch verhindern können. Gerade die verspätete Einführung von Gluten mit der Beikost scheint ein Risikofaktor zu sein.

Nach aktuellen Empfehlungen sollten Sie Ihr Baby 4 Monate lang ausschließlich stillen (dabei können Sie sich völlig normal ernähren). Ab dem 5. Lebensmonat sollte täglich eine kleine Menge Gluten gefüttert werden, ohne mit dem Stillen aufzuhören. Diese vorsichtige und frühe Gewöhnung des Darms an Gluten unter dem Schutz der Muttermilch scheint das Risiko für das Auftreten einer Zöliakie deutlich zu senken.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, durch eine genetische Untersuchung feststellen zu lassen, ob überhaupt ein Zöliakierisiko besteht. Fehlen die Genmerkmale HLA-DQ2 oder DQ8, wird Ihr Kind keine Zöliakie bekommen. Liegt eines dieser Merkmale vor, bedeutet dies allerdings nicht automatisch, dass das Kind wirklich eine Zöliakie bekommt – auch bei 30% der gesunden Menschen ist eines dieser Genmerkmale nachweisbar.

Alles Gute für Sie und Ihr Baby,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 30.01.2014

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