Dr. med. Martin Claßen

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Martin Claßen

   

 

fructosemalabsorption, was ist erlaubt?

hallo sehr geehrte doktoren. wir vermuten bei unserem großen, 3 1/2jahre alt, eine fructosemalabsorption. er hat blähungen, durchfall, übelkeit, bauchschmerzen. ich bin sehr vorsichtig. und er darf nur ganz ganz selten eine kleinigkeit süßes probieren :-( darüber ist er natürlich ziemlich traurig. können sie mir einen tipp bezüglich honig und ahornsirup geben, ich würde meinen beides "verboten" oder? haben sie sonst eine idee, wie er auch mal ohne nebenwirkungen etwas naschen könnte?
danke.

von superEulchen am 13.08.2010, 15:08 Uhr

 
 

Antwort:

fructosemalabsorption, was ist erlaubt?

Guten Abend!

Wenn die von Ihnen geschilderten Beschwerden hauptsächlich in Zusammenhang mit der Aufnahme von Säften und verschiedenen Obstsorten beobachtet werden, spricht dies wirklich für eine Fructosemalabsorption. Wenn dies nicht der Fall ist, sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt, ob die Durchführung der Wasserstoffatemteste nicht sinnvoll wäre, da eine Lactoseunverträglichkeit die gleichen Symptome zeigt, ebenso wie einige andere Erkrankungen.

Bei der Fructosemalabsorption sind Süßigkeiten wie Schokolade oder Brotaufstriche wie Nutella kein Problem. Honig enthält viel Fruchtzucker und macht häufig Beschwerden. In Ahornsirup befindet sich als hauptsächlicher Zucker Saccharose – ein Zucker der sowohl aus Fructose als auch aus Glucose besteht. Da Glucose bei der Aufnahme von Fructose hilfreich ist, vertragen einige Patienten mit Fructosemalabsorption Saccharose. Ob Ihr Sohn also Ahornsirup verträgt, wird sich nur durch Ausprobieren feststellen lassen.

Sowieso kann eine gewisse Menge an Fructose eigentlich von allen Patienten mit Fructosemalabsorption vertragen werden. Deshalb empfehlen wir anfänglich immer eine streng fructosereduzierte Kost über 3 – 4 Wochen, um zu sehen, ob die beschwerden dann wirklich verschwinden. Danach sollte jedoch probiert werden, fructosehaltige Nahrungsmittel in kleinen Mengen wiedereinzuführen. Dann kann auch mal ein Gummibärchen probiert werden.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch unter: http://www.klinikum-bremen-ldw.de/kindfrucht.pdf.

Viele Grüße,
Ivonne Koch

von Dr. Martin Claßen am 13.08.2010

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