Dr. med. Ivonne Koch

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Ivonne Koch

   

 

Fructosemalabsorbitonsstörung

Hallo!
Es geht um unseren Sohn, der im Oktober zwei wird.
Von Anfang an hat er Probleme mit Obst und der Verdauung. Er neigt zu Durchfällen und Blähungen.
Nach der Beikost wurde es deutlich schlimmer, vor allem NAchts, nachdem er Abends Obst mit Milchbrei hatte.Er hatte täglich dünnflüssige Stuhlgänge. Unsere damalige Kinderärztin meinte er hätte nichts und wir bilden uns das ein. Nachdem wiri insgesamt 3x innerhalb eines halben Jahres mit Austrocknung im Krankenhaus lagen, durch den Durchfall haben wir den Kinderarzt gewechselt. Dieser Tippte auf Fruchtzuckerunverträglichkeit, da einem der starken Durchfälle mit Krankenhaus eine "Behandlung " mit Fenchelhonig bei Erkältung vorrausging. Auch bei Äpfeln,Trauben,Birnen, Kirschen und entsprechenden Säften gab es die gleichen Symptome (jedesmal starke Kolliken mit langem,schrillen Schreien, Durchfälle mit unverdauter Nahrung und immer nach ca 3-5 h nach Aufnahme einer dieser Lebensmittel). Da mein Mann auch so eine Unverträglichkeit hat, liegt das NAhe. Die Diagnose wurde nur aufgrund der Symptome gemacht,weil laut neuem Kinderarzt die Diagnostik mit Atmentest erfolgt, wofür unser Sohn noch zu klein ist. Kuhmilchallergie und Glutenunverträglichkeit wurden ausgeschlossen ,per Blutentnahme.
Seit wir ihn Fruchtzuckerarm ernähren, schläft er durch und hat auch geformten Stuhlgang, außerdem ist er deutlich weniger krank.
Leider ist mein Sohn kaum Gemüse. Er liebt Tomaten (die ja auch etwas Fruchtzucker enthalten) Gurken und er isst auch Erbsen und Kartoffeln. Das wars leider schon. Obst verträgt er nur wenige Dinge, wie Erdbeeren und Himbeeren(auf anraten des Kinderarztes mit Traubenzucker) Bananen und Kiwis Wir machen uns Sorgen um die Vitaminversorgung.Nun meine Fragen:
- wir haben aus Angst vor den Folgen, noch nicht soo viele Obstsorten durchprobiert. Welche Obstsorten gelten noch als verträglich? Können wir ihm Mandarinen und Orangen geben? Was ist mit Nektarinen oder so?
- wir haben auch schon an ein Vitaminpräperat gedacht. Doch die für Kinder sind alle mit Fructossirup. Gibt es da was, was wir unterstützend geben können?
- wie können wir unseren Sohn Gemüse schmackhaft machen? In den Kartoffelbrei und Suppe pürrieren haben wir schon versucht, dann isst er das nicht. Auch in Saucen pürrieren ist schwer.
- kann sich das verwachsen? Sollen wir immer wieder Obst probieren?
Wir möchten ja auch nicht, das unser Kind dann immer wieder Kolliken hat!
Vielen lieben DAnk für die Antwort!
a. schlack

von schlack am 04.10.2012, 12:50 Uhr

 
 

Antwort:

Fructosemalabsorbitonsstörung

Hallo Frau Schlack!

Da die Reduktion der Fructosezufuhr zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden Ihres Sohnes geführt hat, ist diese Diagnose recht wahrscheinlich. Prinzipiell ist es zwar auch möglich, bei so kleinen Kindern einen Atemtest durchzuführen, wenn die Beobachtungen jedoch so eindeutig sind, kann man gut auf den Test verzichten.

Zu Ihren Fragen:
Die Symptome der Fructosemalabsorption sind zwar unangenehm, aber völlig harmlos. Folgeschäden sind auch bei regelmäßigem Genuss von Fructose nicht zu befürchten. Deshalb können Sie ruhig vorsichtig auch andere Obstsorten ausprobieren. Geeignet sind Obstsorten mit viel Traubenzucker und wenig Fruchtzucker, z.B. Bananen und Mandarinen, auch Apfelsinen und Kirschen sind oft gut verträglich.
Eine gewisse Menge Fructose wird eigentlich auch immer vertragen, weshalb kleine Mengen im Gemüse wie in den Tomaten oft kein Problem darstellen. Ihr Sohn kann alles essen, was keine Beschwerden hervorruft.

Im Alter Ihres Sohnes essen viele Kinder – auch Kinder ohne Nahrungsmittelunverträglichkeiten – sehr ausgewählt und trotzdem kommt es nicht zu Mangelzuständen. Wenn Ihr Sohn die von Ihnen aufgezählten Nahrungsmittel regelmäßig isst und auch sonst altersentsprechend ausgewogen ernährt wird, brauchen Sie sich hinsichtlich eines Vitaminmangels keine Sorgen machen. Ein zusätzliches Vitaminpräparat ist normalerweise nicht erforderlich.

Bieten sie Gemüse einfach immer wieder an – z.B. Rohkost in kleinen kindgerechten Portionen. Oft essen die Kinder im Beisein anderer Kinder plötzlich Sachen, die Sie vorher nie mochten – solche Gelegenheiten sollten Sie ausnutzen.

Oft tritt diese Unverträglichkeit nur vorübergehend auf. Da sie bei Ihrem Sohn schon ziemlich lange besteht, ist es gut möglich, dass die Fructosemalabsorption langfristig bestehen bleibt. Ihr Sohn wird jedoch sicherlich bald wissen, was er verträgt und was nicht und wie schon geschrieben, besteht kein Grund zur Sorge hinsichtlich einer Mangelversorgung oder Folgeschäden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter http://www.gesundheitnord.de/uploads/media/Ern%C3%A4hrung_bei_Fruchtzuckerunvertr%C3%A4glichkeit.pdf, wenn dies noch nicht ausreicht, bekommen Sie sicher auch Unterstützung im Rahmen einer Ernährungsberatung.

Viele Grüße,
Ivonne Koch

von Dr. Ivonne Koch am 06.10.2012

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