Dr. med. Martin Claßen

Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Dr. med. Martin Claßen

   

Antwort:

Fehlende Bakterien im Darm und Kuhmilchverträglichkeit

Sehr geehrte Frau Heusel!

Das Thema der Darmflora wird sehr kontrovers diskutiert.

Dies hat zwei Gründe:

1. Wenn die Darmflora verändert ist, kann das Ursache einer Beschwerdesymptomatik sein, aber auch Folge einer anderen Störung der Verdauungsfunktion. Sich auf die Flora zu konzentrieren könnte also dazu führen, dass man an anderen zugrundeliegenden Störungen vorbeisieht. (Das glaube ich im Fall Ihres Kindes allerdings eher nicht).

2. Die Darmbakterien bestehen zu 90% aus solchen Gruppen, die unter Sauerstoffabschluß am besten gedeihen (anaerobe Bakterien). Wenn diese Bakterien nun mit der Außenluft (20% Sauerstoff) in Kontakt kommen, sterben viele davon ab. Auch auf dem Weg zum Labor verändern sich die Konzentrationen der Bakterien zueinander. Kurz gesagt: Was das Labor nachweist entspricht meist nicht dem, was sich im Darm abspielt, (auch weil die verschiedenen Abschnitte des Darms sehr unterschiedliche Bakterien beherbergen).
In der Forschung gibt es neue Methoden, die sehr aufwändig sind, m. W. aber von kommerziellen Labors noch nicht angeboten werden.


Ein Probiotikum zu geben macht durchaus Sinn, wobei es auch verschiedene Präparate gibt, die in Frage kommen.

Ihr Plan der weiteren Beikosteinführung finde ich völlig o. k., auch die verd. Kuhmilch. Stillen sollten Sie noch einige Zeit weiter.

Ich würde allerdings durchaus Gluten in die Nahrung geben. Die Gründe finden Sie in zwei älteren Antworten von mir.

Alles Gute!

M. Claßen

von Dr. Martin Claßen am 17.03.2010

 
 
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